Porno-Surfer: "Habe doch alles bezahlt!?"

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Bad Aibling - Ein Industriekaufmann (25) war fleißig auf Porno-Websites unterwegs - gab aber falsche Kontodaten an. Doch dank einer Handynummer kam man ihm auf die Spur,

Aus allen Wolken sei er gefallen, als er den Strafbefehl erhalten habe. So berichtete ein 25-jähriger Industriekaufmann.

Bei einer Porno- und Kontakt-Website hatte er sich angemeldet und diese fleißig genutzt. Er habe ja alles bezahlt. Und überhaupt hätte er gar niemandem schaden wollen.

Da schritt die Richterin Isabella Hubert am Amtsgericht Bad Aibling zum ersten Mal ein: "Sie wollten niemandem schaden? Warum haben sie dann bei ihrer Anmeldung einen falschen Namen angegeben? Warum haben sie dann ein falsches Geburtsdatum angegeben? Warum haben sie dann ein nicht existierendes Konto angegeben? Sie schüttelte den Kopf. "Sie wollen mir doch nicht erklären, dass das alles versehentlich geschehen sei?"

Nun knickte der Angeklagte sichtlich ein. Das schon, erklärte er, aber er habe sich mit der Anbieterfirma schließlich ins Benehmen gesetzt, die angefallenen Gebühren bezahlt und damit sei er der Meinung gewesen, die Sache wäre aus der Welt.

Dazu musste ihn die Richterin erst aufklären, dass er damit nur die zivilrechtlichen Ansprüche befriedigt hatte. "Betrogen haben sie aber trotzdem. Und das hat Konsequenzen. Auch wenn sie hinterher bezahlen." Besonders klug hatte er sich ohnehin nicht angestellt. Um einen "Freischaltungs-Code" zu erhalten, hatte er zwar bei den Daten gelogen, aber seine richtige Handynummer angegeben.

So war es ein Leichtes, ihn ausfindig zu machen, als die fälligen Gebühren nicht abgebucht werden konnten.

Er berichtete, dass er damals den Job und die Freundin verloren habe und deshalb zu dieser Zeit eine ganze Reihe von Fehlern begangen habe, die ihn heute finanziell, und nun auch noch juristisch teuer zu stehen kommen würde. Aber er habe eben wirklich geglaubt, mit der Bezahlung wäre alles ausgestanden gewesen.

Nachdem er nun doch geständig war, und darüber hinaus bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten war, schlug die Vertreterin der Staatsanwaltschaft vor, die Geldstrafe aus dem Strafbefehl etwas abzumildern und beantragte 30 Tagessätze von je 50 Euro, gleich 1500 Euro Geldstrafe.

Das Gericht beließ es letztendlich bei 30 mal 45 Euro, so dass diese Lehre ihn 1350 Euro kosten wird.

au/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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