Bayerische Polizei stellt Geldspürhunde vor

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München - Drogenspürhunde kennt fast jeder - nun hat die Polizei in Bayern auch spezielle Hunde für die Suche nach Geld.Ob Geld stinkt oder nicht, können aber auch die Supernasen nicht beantworten.

Geld, das riecht für Balu nach seinem roten Lieblingsspielzeug, auf dem er so gerne herumkaut. Immer wenn er ein paar Scheine erschnüffelt hat, wie zum Beispiel im September die 36 500 Euro Falschgeld in einer Münchner Wohnung, dann spielt sein Herrchen zur Belohnung eine Runde extra mit ihm.

Dass Polizeihunde Drogen erschnüffeln, ist nichts Neues – dass sie aber auch Geld finden können, schon. Immer öfter hat die bayerische Polizei mit organisiertem Falschgeldgroßhandel zu tun und muss großen Aufwand betreiben, das Bargeld zu suchen. Daher läuft seit März das einjährige Projekt „Banknotenhund“.

Dafür wurden drei bereits ausgebildete Rauschgifthunde der Präsidien München, Mittelfranken und Schwaben zur Fortbildung nach Herzogau geschickt und zusätzlich auf Banknoten konditioniert. Gerhard Eck, Staatssekretär im Innenministerium, zeigte sich bei einer Vorführung im Innenministerium ganz begeistert: „Unsere Banknotenhunde waren bisher fast fünfzig Mal im Einsatz. Dabei wurden knapp 160 000 Euro Bargeld – echtes und Falschgeld – gefunden. Das zeigt, wie leistungsfähig unsere Hunde sind und dass unser Ansatz richtig ist.“

Fast alle bayerischen Diensthunde werden nach einem dualen System ausgebildet. Dieses beginnt, wenn sie etwa ein Jahr alt sind. Dann kann der Leiter der Polizei-Hundeschule in Herzogau, Johann Feichtner, erkennen, ob die Hunde „diensttauglich“ sind. „Sie müssen neugierig sein und einen Spiel- und Jagdtrieb haben“, erklärt er.

Die beliebteste Rasse ist nach wie vor der Deutsche Schäferhund, aber auch Belgische und Holländische Schäferhunde bringen gute Voraussetzungen bei Körperbau und Verhalten mit. 90 Prozent der Diensthunde (bis auf die Personensuchhunde) werden zuerst zum Schutzhund ausgebildet. In diesem Teil lernen sie bereits das Aufstöbern von Gegenständen, das im zweiten Teil, bei der Spezialisierung zum Drogenhund, verfeinert wird.

Balu hört also auf drei Einsatzkommandos: Das erste will sein Hundeführer Bernhard Braun neben ihm lieber nicht aussprechen, da Balu ihn daraufhin verteidigen und durchaus zubeißen würde; bei „Such – Verloren!“ macht er sich auf die Suche nach verlorenen Gegenständen, und bei „Such’s Gifti!“ fängt er an, nach Drogen oder Geldscheinen zu suchen. „Wenn man ihm sein Spielzeug zeigt, dann weiß er, es geht um Bargeldsachen“, erklärt Braun den Trick.

Wenn Balu dann das Versteck mit den Geldscheinen findet, zeigt er das mit einem „Passivverweis“, indem er sich starr hinsetzt. Das belohnt Braun dann mit dem Klicker, und anschließend kommt das Belohnungsspiel.

Der spezielle Duft des Geldes kommt übrigens durch das Offset-Verfahren, mit dem Echt- und gut gemachtes Falschgeld gedruckt werden. Kopierte Scheine würde Balus Nase nicht erkennen. Und den Unterschied zwischen Blüten und echten Scheinen müssen die Beamten nach wie vor selbst erkennen.

Katharina Fuhrin

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