Fischsterben im Kainbach

Berchtesgaden: Bei den Fischern liegen die Nerven blank

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Fischsterben im Kainbach

Berchtesgaden - Ist die Gülle schuld? Seit vielen Jahren schon züchtet der Fischereizuchtverein Bachforellen und Saiblinge im Kainbach. Immer wieder sterben Fische. Mit dem letzten Fischsterben ist die Geduld der Züchter am Ende:

Ende August kam es im Kainbach in der Unterau/Berchtesgaden erneut zu einem massiven Fischsterben. Der Fischereiverein Berchtesgaden/Königssee e.V., der dort seit einigen Jahren eine Fischaufzuchtanlage betreibt, die mit dem Wasser aus dem Kainbach gespeist wird hat zwar immer mal wieder mit einem Fischsterben aufgrund von Wasserverunreinigungen zu kämpfen, aber jetzt ist die Geduld der Fischer am Ende. 

Anzeige gegen Unbekannt

Sie erstatteten bereits Mitte September Anzeige gegen Unbekannt. „Wir sind äußerst sauer und haben langsam wirklich die Nase voll. Unser Verein besteht aus über 200 Mitgliedern, wir sind ehrenamtlich tätig und kümmern uns mit einem großen Zeitaufwand um die Fischaufzucht und betreiben diese nicht, um uns mit tollen Fotos von gefangenen Fischen abzulichten. Wir betreiben hier eine intensive Grundlagenarbeit, denn 80% der Fische, die wir in das Gewässer einsetzen sind kleiner als das gesetzlich erlaubte Schonmaß“ so der Gewässerbeauftragte Rainer Stähler vom Fischereiverein. Und ergänzt: „Wir züchten hauptsächlich Bachforellen und Saiblinge. Wer sich ein wenig auskennt, der weiß wie sensibel Saiblinge auf eine Verunreinigung im Wasser reagieren. Sie sterben zwar nicht sofort durch die Einleitung von Gülle, aber ihr Immunsystem wird geschädigt. Und wenn sie dann auf irgendeinen Keim oder etwas anderes im Wasser treffen, gehen sie elendig zugrunde“. 

Ermittlungen in alle Richtungen 

Die Polizei ermittelt derzeit weiterhin in alle Richtungen. Dadurch dass der Kainbach so viele verzweigte Arme hat, kommen verschiedenen Verursacher in Betracht. Stutzig geworden auf die Verunreinigung ist Rainer Stähler aufgrund von verdächtiger Schaumbildung in seinen Einleitungsbecken. Die Untersuchung von Wasserproben hat dann die Verunreinigung ergeben. „Die Anzeige ist unser Warnschuss! Wir möchten gar nicht die Bauern unter Generalverdacht stellen, da ein Fehlverhalten ausreicht“, so Stähler, "aber eines ist sicher, wir sind gewarnt und kontrollieren jetzt noch aufmerksamer wie vorher. Kommt so etwas noch einmal vor, dann werden wir mit einem wesentlich erhöhterem Personalbedarf wirklich alle Arme und Zuläufe kontrollieren und dem Verursacher nicht nur diesen Aufwand hinterher in Rechnung stellen".

Quelle: BGland24.de

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