Polizei: CRS war ein "friedliches Festival"

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Übersee - Bisher kam es zu keinen größeren Zwischenfällen beim CRS 2013. Die Polizei zeigt sich daher sehr zufrieden mit dem Festivalverlauf. Kleinere Ausreißer gibt es jedoch immer:

Viele tausend gut gelaunte Musik-Fans besuchten in diesem Jahr wieder die Festivals Chiemsee-Rocks und Chiemsee-Reggae-Summer und brachten naturgemäß eine Menge Arbeit für Sicherheits- und Rettungsorganisationen mit sich. Obwohl sich die vielen meist jungen Leute gedrängt auf engem Raum befanden, einige auch stark alkoholisiert waren, kam es lediglich zu kleineren Reibereien und kaum größeren Problemen. Die Einsatzbewältigung verlief den Erwartungen entsprechend gut und das Polizeipräsidium Oberbayern Süd zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf der Großveranstaltung zufrieden.

Seit 19 Jahren gibt es nun schon das Festival in Übersee und jedes mal wird dort die Bevölkerung mit Beginn der Veranstaltung für einige Tage vervielfacht. Durchschnittlich 100 Beamte hatte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bei dem diesjährigen Festival unter Leitung von Polizeirat Rainer Wolf im Einsatz. Darunter befanden sich Bereitschaftspolizisten, Jugendbeamte, Verkehrspolizisten und Drogenfahnder. Aber auch Hundeführer und Polizeireiter waren vor Ort. Bundespolizisten bewältigten Zu- und Abstrom an den Bahnhöfen und in Zügen, Beamte der Polizeiinspektion 16 in München behielten den dortigen Hauptbahnhof im Auge.

Die Sicherheitsbehörden, Rettungsdienste und der Veranstalter verfügen mittlerweile über einen immensen Erfahrungsschatz und gute Einsatzkonzepte, um die auftretenden Probleme effektiv zu bewältigen.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Übersee, dem Landratsamt Traunstein, der Bundespolizei, dem Veranstalter des Festivals, sowie der Feuerwehr, Malteser-Hilfsdienst, Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft und dem Bayerischen Roten Kreuz verlief gewohnt gut, resümiert auch der Einsatzleiter, Polizeirat Wolf.

Bewährt hat sich, dass sich alle beteiligten Stellen zweimal täglich treffen, besprechen und zudem unter den Organisationen Verbindungsbeamte ständig Kontakt halten. So ist es möglich, bei vermeintlich größeren Schwierigkeiten schnell reagieren zu können.

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Effektiv umgesetzt wurde die professionelle Zusammenarbeit dann auch am Samstagabend, als kurzfristig eine Unwetterwarnung für den Landkreis Traunstein mit heftigeren Gewittern einging. Sofort wurde, wie am Donnerstagvormittag bereits mit allen Verantwortlichen in einer Übung durchgespielt und zuvor in Konzepten des Landratsamts Traunstein festgelegt, die Koordinierungsgruppe einberufen und innerhalb weniger Minuten die Entscheidung getroffen, die Musikdarbietung zu unterbrechen und das Innenfeld des Festivals (Tatsächlicher Festbereich mit Bühne und Zelt) für die vorhergesagte Dauer der Warnung zu räumen. Der Sicherheitsdienst des Veranstalters setzte dies zusammen mit Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd um und zügig war der bei Starkwinden besonders gefährdete Bereich geleert. Nachdem innerhalb kurzer Zeit der Wind abgeflaut war und lediglich der übrig gebliebene Starkregen die Stimmung der Gäste noch vermiesen konnte, wurde der Innenbereich etwa eine halbe Stunde später schon wieder freigegeben und die Musikdarbietung wieder gestartet.

Das Unwetter am Samstagabend

Räumung des CRS in Übersee

In enger Absprache hatte zuvor auch schon am Donnerstag die Sicherstellung von widerrechtlich ins Gelände gebrachten Gaskartuschen stattgefunden. Der Sicherheitsdienst wurde hier von der Polizei unterstützt und insgesamt konnten 30 Kartuschen in Verwahrung genommen werden. Zuvor waren zwei Kartuschen bei unsachgemäßer Verwendung explodiert und hatten mit Stichflammen vier Personen verletzt.

Der Samstag am Chiemsee Reggae Summer

Samstag auf dem CRS (1)

Samstag auf dem CRS

Ebenfalls hat sich die Zusammenarbeit der Jugendbeamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit Sozialpädagogen des Traunsteiner Jugendamtes bestens bewährt. Wie in den Jahren zuvor waren sie im Team auf dem Gelände unterwegs, schauten sich augenscheinlich zu junge Besucher oder stark alkoholisierte Jugendliche an, stellten sich aber auch als Ansprechpartner für junge Menschen bei Problemen zur Verfügung. Um insgesamt 27 junge Leute mussten sich die Jugendbeamten und die Mitarbeiter des Jugendamtes kümmern. Einige Telefonate mit Eltern wurden geführt, um beispielsweise abzuklären, ob stark alkoholisierte Jugendliche abgeholt würden oder was nach einer Anzeigenerstattung geschehen sollte. Für viele Jugendliche wurden „Meldeauflagen“ festgelegt. Diese jungen Leute mussten sich dann im Abstand von mehreren Stunden immer wieder melden und auch einem Alkotest unterziehen.

2,7 Promille wies der Spitzenreiter unter den Jugendlichen bei einer Kontrolle auf. Der 17 Jährige musste nach seinem Aufgriff betreut werden. Diesen Wert kann man nur mit Alkoholgewöhnung und harten Alkoholika erreichen. Traurig aus Sicht der Polizei! Ein entsprechendes Gespräch mit den Eltern wurde geführt und auch die Führerscheinstelle wird vorsorglich informiert. Gesprächsbedarf mit Eltern gab es auch nach dem Aufgriff einer 13 Jährigen mit 1,3 Promille an einer Bar im Bühnenbereich.

Auch das Verkehrskonzept ging 2013 wieder auf. Selbst bei der Anreise am Mittwoch zum Chiemsee-Rocks-Festival, bei dem der Anteil der mit Pkw anreisenden Besucher höher als beim Chiemsee-Reggae-Festival ist, verlief problemlos. Bereits auf der Autobahn waren Beschilderungen durch die Autobahnmeisterei eingerichtet worden und Polizeikräfte sorgten an neuralgischen Punkten für ständigen Verkehrsfluss. Die gute Beschilderung des Veranstalters, der Gemeinde Übersee und des Landratsamtes Traunstein zu den Parkplätzen tat ihr Übriges.

Vorkontrollen bei der Anreise und Kontrollen im Festivalbereich mit Zelt- und Campingplätzen wurden wie in jedem Jahr vorgenommen. Etwa 200 Aufgriffe im Betäubungsmittelsektor verzeichnet die Polizei, zudem wurden bei manchen Besuchern verbotene Pyrotechnik und wenige unerlaubte Waffen sichergestellt. Darunter waren Einhandmesser, Springmesser und Rauchbomben. Bei den Drogenaufgriffen handelte es sich überwiegend um Kleinmengen und meist um Cannabis- und Marihuana-Produkte, in selteneren Fällen entdeckten die Beamten Extasy und andere Drogenarten.

Rauchpatronen zündete am Donnerstag im Eingangsbereich des Veranstaltungsgeländes ein stark alkoholisierter 21-Jähriger, aus Lenting. Bei der anschließenden Festnahme und Durchsuchung fanden die Beamten weitere Rauchkörper und auch eine geringe Menge Amphetamin. Der 21-Jährige wurde sicherheitshalber in Gewahrsam genommen.

Auch in diesem Jahr gingen wieder einige Besucher zu sorglos mit ihrem Hab und Gut um. Meist wurden jedoch Gegenstände schlicht verloren und einige Zeit später wieder gefunden. 15 Diebstahlsanzeigen nahmen Beamte auf und dabei handelte es sich überwiegend um entwendete Handys, Geldbörsen und MP-3-Player.

Im Außenbereich stellten Beamte bei Verkehrskontrollen Trunkenheitsfahrten fest, auch Fahrten unter Drogeneinfluss wurden zur Anzeige gebracht.

Nur neun Körperverletzungen sind dieses Jahr zu verzeichnen und meist handelte es sich um einfach gelagerte Fälle. Ein 17-Jähriger hatte unter Alkoholeinfluss stehend, einen Mann vom Sicherheitsdienst geohrfeigt. Eine Frau erstattete Anzeige gegen eine 21-Jährige, da diese sie mit einem hölzernen Flipflop geschlagen hatte. Heftigen Widerstand leistete ein 19-Jähriger bei seiner Festnahme und beschädigte im weiteren Verlauf die Haftzelle der Polizeiinspektion Grassau, nachdem er zuvor einen Mann vom Sicherheitsdienst angegriffen hatte.

Festivalauftakt am Freitag

CRS am Freitag

Erster Abend beim Chiemsee Reggae Summer

Die Polizei zeigt sich mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden, ist es doch bis Sonntagnachmittag zu keinerlei wesentlichen Sicherheitsstörungen gekommen. Auch die Aufgriffszahlen bewegen sich in Bezug auf die vielen Besucher in einem niedrigen bis normalen Rahmen, so dass die Veranstaltung von Seiten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd als geordnetes und friedliches Festival bewertet wird.

Begleitet wurde die Veranstaltung von Mitarbeitern des Projektes BaSiGo (Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen). Dabei handelt es sich um ein im Rahmen eines Sicherheitsforschungsprogramms durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt mit dem Ziel, Erfahrungen zu sammeln, um bundesweit künftige Großveranstaltungen noch sicherer zu gestalten.

Pressmeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: chiemgau24.de

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