Doppelmord-Prozess

Josef O. muss lebenslang ins Gefängnis

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Josef O. auf seinem Weg ins Gericht.
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Traunstein - Das Urteil ist gefallen: Josef O. muss lebenslang ins Gefängnis! Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Juni 2014 ein Ehepaar in Aschau ermordet hat.

Update, 13 Uhr: Die Urteilsbegründung

Sowohl bei dem Überfall in Brannenburg, als auch bei dem Doppelmord in Aschau, sah das Gericht als Motiv des Angeklagten seine "wirtschaftlichen Schwierigkeiten". Dass er durch die Betreuungsentziehung seiner Mutter zu den Taten getrieben wurde, seien nur "erbärmliche Ausflüchte", so der vorsitzende Richter Erich Fuchs. Gerade die vorgetäuschte Entführung in Aschau spreche dafür, dass es ihm nur ums Geld ging. "Er handelte aus maßloser Gier. Daher liegt, neben dem Mordmerkmal der Verdeckung, auch das Merkmal der Habgier vor." Um möglichst viel Geld von der EC-Karte seiner Opfer abheben zu können, habe er den Entführer-Zettel im Haus des Ehepaars hinterlassen.

UPDATE, 11.30 Uhr: Das Urteil

Josef O. wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Schuld des Mordes in zwei tateinheitlichen Fällen sei bewiesen, meinte der vorsitzende Richter Erich Fuchs am Donnerstag. Dazu komme noch eine räuberische Erpressung und drei Fälle von Computerbetrugs bzw. versuchten Computerbetrugs. "Die besondere Schwere der Schuld wird festgestellt", so Fuchs. Das bedeutet, dass eine vorzeitige Haftentlassung fast unmöglich ist.

Verteidiger Harald Baumgärtl dazu: "Lebenslange Haft bedeutet normalerweise, dass nach 15 Jahren erstmalig überprüft wird, ob eine Strafaussetzung zur Bewährung erfolgen kann. Diese Überprüfung wird nun - da die besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde -  noch hinausgezögert, auf einen Zeitraum von 18- bis 20 Jahre." Baumgärtl kündigte nach der Verhandlung bereits an, dass er Revision einlegen werde: "Mein Mandant hat mich darum gebeten." Damit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. "Es ist zum einen die verminderte Schuldfähigkeit meines Mandanten abgelehnt worden - darüber kann man diskutieren. Und auch über die besondere Schwere der Schuld kann man diskutieren."

Der Vorbericht:

Im Juni 2014 soll der 58-jährige Josef O. ein Ehepaar in Aschau brutal ermordet haben. Zuerst sei er in das Ferienhaus der Eheleute eingebrochen und soll dann die Frau mit einem Dachgepäckträger erschlagen und den Mann erstochen haben, als diese überraschend nach Hause kamen.

Lesen Sie dazu:

Der ehemalige Justizvollzugsbeamte muss sich aber noch wegen einem weiteren Verbrechen vor Gerichtverantworten: Im November 2013 soll er zwei Frauen in Brannenburg überfallen und beraubt haben. Mit einem Küchenmesser bewaffnet soll er eine 58-jährige Frau und ihre 87-jährige Mutter zur Herausgabe der EC-Karte samt PIN gezwungen haben. Insgesamt soll er so 1200 Euro erbeutet haben.

Bereits am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte die Taten gestanden - auch wenn er wenig Einsicht und Reue zeigte: "Das in Aschau war für mich keine Straftat". Am zweiten Prozesstag ging es überwiegend um das Verbrechen in Brannenburg. Aber auch die Finanzen des Angeklagten wurden näher beleuchtet.

Der dritte Verhandlungstag lieferte dann Einblicke in die Spuren-Analyse am Tatort in Aschau. Zudem wurde auch das Gutachten über die Verletzungen der beiden Todesopfer präsentiert. Am vierten Prozesstag verlas Dr. Mirela Pascu ihr psychiatrisches Gutachten über den 58-Jährigen. Sie sei der Auffassung, dass der Angeklagte keine Persönlichkeits-Störung habe und eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung daher nicht in Frage komme.

Der vierte Tag endete mit den Plädoyers der Anwälte: Oberstaatsanwalt Jürgen Branz fordert eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten, mit besonderer Schwere der Schuld. Verteidiger Harald Baumgärtl überlies dem Gericht die Bemessung der Strafhöhe.

Rosenheim24.de ist vor Ort und berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

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Leichenfund am Samerberg

Der Tatort in Aschau

Rentner-Ehepaar umgebracht 

Quelle: chiemgau24.de

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