Urteil gegen Burgkirchner Schützen

Schüsse auf Ex: Freiheitsstrafe für 53-Jährigen

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Traunstein/Burgkirchen - Nach den Schüssen aus einem umgebauten Revolver im Juli 2014 ist nun das Urteil gegen den 53-jährigen Angeklagten gefallen. Nach seinem Gefängnisaufenthalt muss er in die Entzugsklinik:

UPDATE 11.45 Uhr:

Der Angeklagte wurde am Dienstag wegen versuchten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Das Gericht erkannte die verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner Alkoholkrankheit an. Somit muss der Angeklagte zuerst 18 Monate lang in den Vorwegvollzug. Seine bereits abgesessene Zeit in der Untersuchungshaft wird auf diese Zeit angerechnet. Anschließend wird der Angeklagte in eine Entzugsklinik für Alkoholabhängige eingewiesen. Dort wird auf unbestimmte Zeit untergebracht.

Vorbericht:

"Ich wollte nur mit ihr reden, ihr nicht weh tun. Vor allem was jetzt mit den Kindern passiert ist, das verzeihe ich mir nie", waren am zweiten Prozesstag die letzten Worte des 53-jährigen Angeklagten. Er soll im Juni 2014 seine Ex-Frau mit einem für scharfe Munition umgebauten Schreckschuss-Revolver bedroht und auch angeschossen hatte.

Angeklagter und Geschädigte schilderten die Tat

Lesen Sie dazu:

Bereits bei seiner Aussage vor Gericht am ersten Prozesstag beteuerte der Angeklagte, dass er seine damalige Frau am Tat-Tag lediglich zur Rede stellen wollte: "Ich wollte sie erschrecken, habe auf den Boden gezielt", rechtfertigte der Angeklagte den Einsatz der Waffe gegen seine Frau, die sich zum damaligen Zeitpunkt bereits von ihm getrennt hatte. Dass er die Waffe zum Verschießen der scharfen Munition mit Kaliber 22 selbst umgebaut hatte, bestritt der Angeklagte vehement. Er habe den Revolver lediglich in der Absicht gekauft, damit an Silvester Raketen zu verschießen.

Ebenfalls bereits am ersten Verhandlungstag berichtete die Geschädigte von den Vorgängen am 25. Juli. "Ich wollte, dass wir uns wie normale Menschen trennen", erklärte die Geschädigte damals. Einen Streit, bei dem auch ein Messer eine Rolle gespielt haben soll, führte die Frau dabei als Trennungsgrund an. "Auf einmal ist mein Mann vor mir gestanden", berichtete die Geschädigte vom Tatabend. Sie habe dann gesehen, dass er eine Waffe in der Hand hielt. "Ich habe nicht geglaubt, dass er schießt", brach die Frau vor Gericht in Tränen aus. Sie habe dreimal ein Klacken und danach ein lautes Geräusch gehört. "Da habe ich einen Schmerz in der Brust gespürt."

Glück im Unglück

Dritter Verhandlungstag und Urteil am Landgericht Traunstein gegen den Burgkirchner Schützen

"Ernsthaft gefährden kann man mit so einer Waffe niemanden", erklärte am zweiten Prozesstag der waffentechnische Gutachter. Das Verletzungsmuster auf der Brust der Geschädigte würde jedoch gut dazu passen, dass die Schüsse aus nächster Nähe abgegeben wurden, stellte der Sachverständige weiter fest.

Staatsanwalt Björn Pfeifer ging in seinem Plädoyer jedoch auch weiterhin von einem Tötungsvorsatz aus: ""Erstens, weil der Angeklagte dem Opfer androhte, dass etwas Schlimmes passieren würde. Zweitens, weil er auch Zeugen sagte, dass er eine Frau umbringen wolle. Drittens, weil der Angeklagte aus nächster Nähe schoss und auch ein weiteres Mal feuerte, nachdem er gesehen hatte, dass die Frau verletzt ist." Er forderte deshalb insgesamt neun Jahre Haft, die teils in einer Therapieanstalt verbracht werden sollen.

Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Erhard Frank, konnte im vorgetragenen Fall keine konkrete Tötungsabsicht erkennen. Auch die Sprüche in der Kneipe seien nur ein "Prahlen im angetrunkenen Zustand" gewesen. "Mein Mandant hat sich entschuldigt und ist in einem Alter, in der die Strafempfindlichkeit hoch ist", erklärte der Verteidiger; vier bis viereinhalb Jahre Unterbringung und Therapie, so deshalb sein Plädoyer.

Urteil am Dienstag

Am Dienstag morgen will Richter Erich Fuchs das Urteil gegen den 53-Jährigen verkünden. chiemgau24.de berichtet dann auch wieder aus dem Gerichtssaal und hält sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © sl

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