Durch Kokainverkauf an Ermittler aufgeflogen

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Rosenheim - Ein Drogenkonsument ist immer Teil eines Netzwerks von Drogentätern. Wenn einer auffliegt, folgen auch andere, die in diesem Zusammenhang straffällig geworden sind.

So auch im aktuellen Fall, als sich ein 27-jähriger Rosenheimer vor dem Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Heinrich Loeber zu verantworten hatte.

Im September 2010 bereute bereits ein Geschäftsmann aus dem Inntal seine extensiven Drogenpartys vor dem Rosenheimer Schöffengericht (wir berichteten). Nun stand einer seiner Zwischenhändler auf der Anklagebank. Der bereits Verurteilte hatte damals "etwa 80 Gramm Kokain übrig" und den nun angeklagten 27-Jährigen gebeten, für ihn einen Käufer zu finden.

Das gelang diesem auch. Allerdings geriet er dabei an einen verdeckten Ermittler der Polizei. Dadurch platzte der Verkauf natürlich - aber auch der Versuch ist bekanntlich strafbar.

In einem öffentlichen Rechtsgespräch konnte das Publikum verfolgen, was bei solchen Verhandlungen - die ansonsten zumeist hinter geschlossenen Türen stattfinden - diskutiert wird. In durchaus sachlicher Atmosphäre wogen Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Gericht ab, ob, und wenn ja, welche Bestrafung des Angeklagten notwendig und sinnvoll sei.

Dabei einigte man sich allseits darauf, eine Bestrafung von 15 Monaten Haft zu verhängen, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Dazu sei eine Geldbuße von 500 Euro angemessen. Dieses Strafmaß wurde vom Gericht dann auch so ausgesprochen.

Im Falle eines solchen Übereinkommens kann der Verurteilte die Strafe allerdings nicht mehr sofort akzeptieren. Ihm wird zwingend eine Bedenkzeit von einer Woche zugebilligt, in der er Berufung oder Revision einlegen kann. Damit will der Gesetzgeber die Überrumpelung oder Einschüchterung eines Angeklagten verhindern.

au/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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