Theresa Priller greift nach der Krone

Wird eine Erhartingerin Bayerns Bierkönigin?

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Interessante Pellets: Konzentrierter Hopfen in der Glasschale – die Menge, die im Vordergrund zu sehen ist, würde reichen, um daraus knapp 100 Liter Bier zu brauen. Wie das funktioniert erklärt Brauerei-Inhaberin Amelie Röhrl der Erhartinger Hoffnung auf den Titel der Bayerischen Bierkönigin, Theresa Priller.

Erharting - Kommt die Bayerische Bierkönigin aus dem Landkreis Mühldorf? Mit Theresa Priller stellt sich eine junge Dame aus Erharting dem Wettbewerb.

Wer wird die neue Bayerische Bierkönigin? Kommt sie sogar aus dem Landkreis Mühldorf? Denn mit Theresa Priller stellt sich eine junge Dame aus Erharting dem Wettbewerb. Sie ist eine der sieben Finalistinnen, die am 18. Mai in München um die Bier-Krone kämpfen.

Zehn Maß kann Theresa tragen

Nicht sieben. Nicht acht. Auch keine neun: Man mag es kaum glauben, aber die zierliche Studentin aus Erharting kann tatsächlich zehn Maß Bier schleppen! Und sie hat Übung darin. Kein Wunder: Jedes Jahr bedient Theresa Priller auf dem Mühldorfer Volksfest, im Spatenzelt, ist quasi geschult im Umgang mit Bier. Und sie gibt zu: Ja, sie trinkt auch gerne Bier. Je nach Stimmung – auf die Sorte legt sie sich dabei nicht fest.

Wenn nun alles glatt läuft, dann ist sie nicht mehr die charmante Bedienung, die den Volksfestbesuchern den Gerstensaft kredenzt. Dann ist Theresa Priller ein Royal, sitzt als bayerische Bierkönigin auf dem Thron. Als eine von insgesamt sieben Mitbewerberinnen aus ganz Bayern stellt sie sich am 18. Mai in der alten Kongresshalle in München der Wahl.

Als Bierkönigin hätte sie 100 Temine

Beruflich hat die Erhartingerin nicht mit Bier zu tun. Sie studiert Lehramt für das Gymnasium in Erlangen – zufälligerweise als Bierstadt bekannt – und will nach Ende des Studiums ihre Schützlinge in Französisch, Spanisch und Englisch unterrichten. „In einem Jahr werde ich wohl fertig“, gibt sie sich zuversichtlich. Das Studium liefe weiter, sollte sie zur Bierkönigin gekrönt werden. Obwohl sie in diesem Falle dann als Königin etwa 100 Termine im darauf folgenden Jahr zu besuchen. Volksfeste und Messen, „da muss ich mich eben arrangieren“.

Diese Zielstrebigkeit spiegelt sich in ihrem Lebenslauf wider. Als Sportschützin brachte sie es schon bis zur Deutschen Vize-Meisterin, sie zielte für den Kader der ersten Bundesliga-Mannschaft der SG Waldkraiburg, hat zwar studienbedingt einen Gang runterschaltet, schießt für die SG aber immer noch in der Bayernliga.

Casting mit 24 Kandidatinnen

Reisen, Lesen, Musikhören und Fortgehen – das sind ihre Hobbys. Und neugierig ist sie: Denn über das soziale Netzwerk Facebook war sie auf die Wahl zur Bierkönigin aufmerksam geworden. „Das würde ich mir zutrauen“, hat sie sich gesagt. Foto und Steckbrief abgeschickt – und voilà: Sie wurde zum Casting nach München eingeladen. 24 junge Damen aus ganz Bayern waren dazu eingeladen worden. Vorbereitet hatte sie sich dafür nicht eigens. „Nur das Dirndl noch einmal aufgebügelt“, sollte sie nach dem Casting sagen. Prompt bekam sie einen der begehrten sieben Finalplätze. Am 18. Mai findet die Wahl statt. Zuvor werden die Damen auf einer Studienfahrt nach Kulmbach vom Bayerischen Brauerbund geschult.

Neben Sommergerstenfeldern aufgewachsen

Theresa Priller wäre eine schlechte Lehrerin, wenn sie sich nicht auch schon vorher entsprechend informiert. Denn um sich jetzt den notwendigen Feinschliff in Sachen Bier zu holen, muss die 23- Jährige nicht weit reisen, schließlich verfügt die knapp 1000-Einwohner-Gemeinde im schönen Isental über eine Brauerei. „Ich bin sozusagen neben Sommergerstenfeldern aufgewachsen“, erzählt sie bedeutungsschwanger, man merkt: Sie weiß sich schon jetzt entsprechend gut zu verkaufen, während Amelie Röhrl, Besitzerin der Brauerei Erharting, durch den Betrieb führt. Sie erklärt nicht nur, wie das Bierbrauen an sich funktioniert, sondern lässt ihre Kurzzeitpraktikantin gerne auch den geschmacklichen Unterschied zwischen nicht keimender und keimender Gerste testen. Und sie reicht ihr schließlich auch Pellets aus Hopfen, bei dessen Genuss Theresa Priller erst einmal die Gesichtszüge entgleisen – so bitter hatte es sie nicht erwartet.

Online-Voting entscheidet mit

Verbitterung auch am 18. Mai, sollte die Entscheidung in der alten Kongresshalle in München nicht zu ihren Gunsten ausfallen? Sie würde es sportlich nehmen, sagt sie. Das Urteil hängt zu einem Drittel an der Jury, ein Drittel zählt die Stimme der Zuschauer und das letzte Drittel der Stimmen rekrutiert sich aus dem Online-Voting, das bereits läuft. Zwar sind es aus Oberbayern gleich zwei Bewerberinnen, „aber ich bin die einzige aus Südostbayern“, wirbt sie schon jetzt um Stimmen über das Internet.

Im vergangenen Jahr ging die Bierkrone in den Norden Bayerns, nach Oberfranken – warum nicht heuer in südlichere Gefilde, nach Oberbayern? Umso höher ist die Wahl zur Bierkönigin zu bewerten, zumal aus Bierbrauersicht 2016 ein historisch sehr bedeutsames Jahr ist: 500 Jahre Reinheitsgebot heißt es dann. Und dann mit einer Erhartinger auf dem Bier-Thron? „Das wär schon etwas Besonderes“, findet Theresa Priller und lächelt. Und wenn es nichts wird, dann wird man sie auch heuer wieder im Spatenzelt auf dem Mühldorfer Volksfest antreffen – die zierliche Dame mit den zehn Maß Bier in den Händen.

je

Quelle: innsalzach24.de

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