Zu wenig Interesse

G9-Volksbegehren steht vor dem Aus

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Wohl doch nur heiße Luft: Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger hat wohl kein Erfolg mit seinem G9-Volksbegehren.

München - Das Volksbegehren der Freien Wähler zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 steht vor dem Scheitern - doch die Diskussion wird weitergehen. Das ist schon absehbar.

Das Volksbegehren der Freien Wählern wird voraussichtlich die erforderliche 10-Prozent-Marke klar verfehlen. Bayernweit hatten bis gestern Abend geschätzt erst rund drei Prozent der Wahlberechtigten unterschrieben. „Wir bräuchten schon sehr, sehr viel Rückenwind, um das noch aufzuholen“, gestand der Generalsekretär der Freien Wähler, Michael Piazolo. Die Eintragungsfrist in den Rathäusern endet heute Abend.

In München und Nürnberg lag die Beteiligung gestern Abend jeweils bei nur gut zwei Prozent, in Augsburg waren es gestern um 16.30 Uhr erst 1,4 Prozent. Vergleichsweise gute Zahlen gibt es in Schweinfurt und Landshut, wo bis Dienstagmittag knapp vier Prozent der Wähler unterschrieben hatten. In Rosenheim waren es gestern Abend knapp zwei Prozent, in Fürstenfeldbruck 2,6 Prozent, in Starnberg 2,1 Prozent, in Freising immerhin 4,2 Prozent. „Wir werden weiter um jede Stimme kämpfen“, kündigte Piazolo an. Es sei ein Erfolg, dass die Freien Wähler das G 9 überhaupt erst zu einem bayernweiten Thema gemacht hätten.

Über die Frage, ob nach dem Scheitern des Volksbegehrens eine große Reform des Gymnasiums notwendig ist, gehen die Vorstellungen weit auseinander. Die CSU-Staatsregierung hat angekündigt, dass es ungeachtet des Ergebnisses eine Reform geben wird – wobei offen ist, wie weit diese geht. Die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft sieht sich durch das Scheitern in ihrem Kurs „bestätigt“, wie Geschäftsführer Bertram Brossardt erklärte. Notwendig seien nur behutsame Eingriffe, etwa eine Stärkung der Kernfächer in der Mittelstufe.

Der Bayerische Philologenverband beharrt hingegen auf einer grundlegenden Korrektur. Er will ein G 9 mit G 8-Ausnahmemöglichkeit für sehr gute Schüler. „Wir werden nicht die Hand reichen für Lösungen, die nicht auf einem neunjährigen Gymnasium für die Mehrheit der Schüler beruhen“, erklärte Verbandschef Max Schmidt. Fast alle Experten seien für eine „Entschleunigung“.

Dirk Walter

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