Sechs Männer sterben bei Großbrand

Feuer-Drama: Gutachter und Kripo suchen die Ursache 

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Schneizlreuth - Sechs Menschen verloren bei einem Brand in der Nacht auf Samstag auf grausame Weise ihr Leben. Doch wie konnte es zu dem Brand kommen? *NEU: Fotos vom Sonntag*

Die wichtigsten Infos im Überblick:

- Gegen 3.05 Uhr brach in der Nacht auf Samstag in einem ehemaligen Bauernhof in Schneizlreuth, der jetzt als Hotel genützt wird, ein Großbrand aus.

- Rund 250 Einsatzkräfte rückten aus, um das Flammen-Inferno zu bekämpfen.

- Gegen 11 Uhr am Samstag konnte der Großbrand abgelöscht werden.

- Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich in dem Gebäude 47 Personen.

- 41 konnten gerettet werden, sechs Männer galten stundenlang als vermisst.

- Gegen 16.45 Uhr stand fest, dass für alle sechs vermissten Mitarbeiter eines niederbayerischen Unternehmens jede Hilfe zu spät kam. Sie konnten nur noch tot aufgefunden werden.

- Laut Polizei kann ein technischer Defekt als Brandursache nicht ausgeschlossen werden.

- Die Polizei richtete eine Hotline für Angehörige der Hotelgäste unter der Telefonnummer 08651/970114 ein.

Neue Fotos: Kripo und Sachverständige vor Ort 

Feuer-Drama in Schneizlreuth: Der Tag danach 

Großbrand: Was in der Nacht geschah

Flammen-Inferno: Das ganze Ausmaß am Tag

Grausame Szenen haben sich in der Nacht auf Samstag in Schneizlreuth abgespielt: Gegen 3 Uhr morgens bricht plötzlich ein Feuer in dem Outdoor-Zentrum aus. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich 47 Mitarbeiter der Firma Lindner aus dem niederbayerischen Arnstorf - die für eine Firmenfeier nach Schneizlreuth gereist waren - im Bettenlager des Gebäudes. "Einer der Gäste hat den Brand bemerkt. Der Brand wurde unverzüglich der Feuerwehr gemeldet. Der Gast hat noch versucht, dass Feuer zu löschen, was ihm leider nicht gelungen ist", erklärte Jürgen Thalmeier vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Samstag.

In Panik verlassen die Übernachtungs-Gäste das Haus, teilweise nur in Unterwäsche bekleidet - doch nur 41 von ihnen kommen raus. Laut dpa berichten Augenzeugen von dramatischen Szenen. Einzelne Mitglieder der Gruppe, zum Teil selbst verletzt, versuchen noch andere Gäste zu wecken und damit vor den Flammen zu retten. "Die sind um das nackte Überleben gelaufen", berichtet ein Augenzeuge gegenüber der Bild am Sonntag. Doch sechs Männer schaffen es nicht. Sie sterben in den Flammen. Die traurige Bilanz des Brandes: sechs Männer tot, sieben Personen schwer verletzt und ein Sachschaden von rund 600.000 Euro.

Großfeuer in Schneizlreuth

Gegen 11 Uhr Vormittags gelingt es der Feuerwehr dann, den Brand zu löschen. Das Dach, sowie der Innenbereich des Hauses, sind beinahe komplett zerstört. Es besteht Einsturzgefahr. Über eine Drehleiter fangen die Brandermittler an, das Gebäude aus der Luft abzusuchen. Bereits dabei entdecken die Beamten die ersten leblosen Körper in den Trümmern des Matrazenlagers im ersten Stock. Nachdem die Einsatzkräfte das Gebäude gesichert haben, betreten die Ermittler das Outdoor-Zentrum und finden gegen 17 Uhr die Leichen der sechs Vermissten Männer im Obergeschoss. Wie die Männer genau gestorben sind, steht bislang noch nicht fest: "Eine Obduktion findet erst statt. Dann erst kann eine abschließende Bewertung zu den Todesumständen abgegeben werden", so Wolfgang Görgmaier von der Polizeieinsatzzentrale Rosenheim an diesem Sonntag.

Brandursache wird ermittelt

Großbrand in Schneizlreuth

Doch wie konnte es zu einem solchen Inferno in dem Outdoor-Zentrum kommen? Derzeit geht die Polizei von einem technischen Defekt an den elektrischen Leitungen des 800 Jahre alten Bauernhauses aus. Görgmaier: "Alles deutet darauf hin." Vorsätzliche Brandstiftung könne weitgehend ausgeschlossen werden: Die Begehung des Brandobjekts durch zwei Gutachter des Bayerischen Kriminalamts und der Spurensicherer der Kriminalpolizei Traunstein ergab keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung unter Verwendung von Brandbeschleunigern, gab das Polizeipräsidium in einer Pressemitteilung am Samstagabend bekannt.

Großbrand in Schneizlreuth

Auch im Hinblick auf die Brandschutzmaßnahmen im Gebäude müssen erst noch Untersuchungen durchgeführt werden. "Aufgrund der Hitzeentwicklung im Gebäude konnten die Brandermittler des Landeskriminalamts diese am Samstag noch nicht durchführen. Sie müssen nochmal anreisen um die Untersuchungen im Hinblick auf den Brandschutz im Gebäude zu machen."

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Aktivnews

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