Boys' Day: Herausforderung für junge Männer

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Sieben Jugendliche versuchten sich am "Boys' Day" in der Caritas-Kindertagesstätte St. Qurin als Kindergärtner.

Rosenheim - Sieben Jugendliche zwischen 13 und 17 aus Rosenheim und Umgebung nutzten den „Boys’ Day“, um sich in der Caritas-Kindertagesstätte St. Quirin in Fürstätt ein Bild von der Arbeit in Kindergarten und Hort zu machen.

Der "Boys' Day" findet in diesem Jahr zum vierten Mal unter der Federführung des Stadtjugendrings Rosenheim und des Arbeitskreises Jungen statt. Dabei haben die Jugendlichen die Gelegenheit, Dienstleistungsberufe in den Bereichen Erziehung, Soziales, Gesundheit und Pflege kennenzulernen.

"Wir unterstützen es sehr, Jungen an soziale Berufsfelder heranzuführen", so Irmengard Fischl, Leiterin der Kindertagesstätte. "Traditionell gibt es viel zu wenig männliche Vorbilder in der Kinder- und Jugendarbeit. So ist der ,Boys' Day' eine gute Gelegenheit für Jungen, in sozialen Berufsfeldern Erfahrungen zu sammeln und um kennenzulernen, was man da eigentlich tut."

Von Beginn an leicht gefallen ist der Tag mit den Kindern nicht jedem der sieben Burschen. Johannes fühlte sich anfangs "viel zu groß" für die kleinen Kindergartenkinder. Erst als er mit ihnen auf dem Bauch lag und auf dem Teppich Autobahnen baute, brach das Eis. Veysel, der genau weiß, dass er einmal Schreiner werden will, hat dem Tag mit den Kindern "viel Spaß" abgewonnen. "Das Beste am Vormittag war das Lachen der Kleinen", erzählte er und man sah ihm an, dass er sich von der Begeisterungsfähigkeit der Kindergartenkinder hatte anstecken lassen.

Auch Dennis war positiv überrascht: "Das habe ich vorher nicht gedacht, dass es so viel Spaß macht. Die Kinder sind ja süß." Und David, der feststellen musste, "dass die Kleinen beim Uno-Spiel schummeln wie die Weltmeister" bemerkte: "Da muss man schon Nerven haben und darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen."

Für die meisten der sieben Jungs steht fest, dass sie nächstes Jahr am "Boys' Day" wieder mit dabei sind. Und einer hat sogar festgestellt, dass er heute einen neuen Wunschberuf gefunden hat.

Gerd Rose, Leiter des Stadtjugendamtes, freute sich, dass sich der "Boys' Day" in Rosenheim inzwischen gut eingeführt hat.

"Im Rahmen der geschlechtsspezifischen Jugendarbeit ist es wichtig, dass es adäquat zum ,Girls' Day' ein vergleichbares Angebot zur Unterstützung einer vorurteilsfreien Berufswahl auch für Jungen gibt."

Im Sinne der Entwicklung von Jungen müsse es der Gesellschaft ein Anliegen sein, dass Jungen während ihrer Sozialisation auch männliche, greifbare Vorbilder finden. Hierbei sei es von Bedeutung, dass Buben im Kindergarten und in der Grundschule ihnen zugewandte männliche Personen erleben.

"Das gelingt allerdings nur, wenn Männer sich auch dieser Herausforderung stellen", so Rose. Der Arbeitskreis Jungen Rosenheim habe durch hervorragende Netzwerkarbeit in diesem Jahr über 100 Praktikumsstellen akquirieren können. "Wir hoffen, dass diese Maßnahme sich weiterhin durch die gute Unterstützung an den Schulen etablieren kann."

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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