Josef Neiderhell ehrt Feldgeschworene

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Rosenheim/Vogtareuth - Im Auftrag des Bayerischen Finanzministers ehre Landrat Josef Neiderhell am Dienstagnachmittag Feldgeschworene für ihr 40 Jahre dauerndes ehrenamtliches Engagement.

Sie kennen in ihrer Gemeinde jeden Grenzstein – die Feldgeschworenen. Gerade dieser Ortskenntnis ist es zu verdanken, dass private Grenzstreitigkeiten meist schnell geklärt werden. Sowohl Neiderhell als auch Wilhelm Weindl, der Leiter des Rosenheimer Vermessungsamtes lobten die öffentliche Anerkennung der Feldgeschworenen, die auf Ortskenntnis, Erfahrung und dem Vertrauen der Bürger basiert. Ähnlich äußerte sich zudem Vogtareuths Bürgermeister Matthias Maier, rein zufällig kamen diesmal alle zu Ehrenden aus seiner Gemeinde: Wenn jemand nach 40 Jahren als Feldgeschworener immer noch angesehen sei, dann zeuge das von Vertrauen.

Nach Ansicht von Vermessungsamtsleiter Weindl lohnt es sich, die Einrichtung Feldgeschworene zu pflegen. Grenzvermessung, sagte er, sei nicht nur reine Technik. Es gebe auch eine psychologische Komponente, der ländliche Bürger glaube ihnen einfach mehr.

Als Dank gab es für Josef Rumberger, Emmeran Böck und Alfons Bürger neben der Ehrenurkunde noch eine Luftbildaufnahme des jeweils eigenen Anwesens sowie Buchgeschenke. Für den im Frühjahr verstorbenen Johann Feuchtmeir nahm dessen Sohn die Urkunde entgegen.

Die Feldgeschworenen gibt es in Bayern seit fast 500 Jahren. Es ist damit eines der ältesten Ämter der kommunalen Selbstverwaltung. Bei Grenz- oder Grundstücksstreitigkeiten fällte ein Feldgeschworener einen Schiedsspruch. Das war eine wichtige Aufgabe, die nicht jedem anvertraut wurde. Wer Feldgeschworener werden wollte, durfte "nicht ein rachsüchtiger und unverschämter Erdenwurm" sein, wie es in einem Schriftstück aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nachzulesen ist. Er musste zudem rechnen und schreiben können sowie sich als ehrbarer Bürger erweisen.

Heute gibt es in Bayern noch rund 20.000 Feldgeschworene. Zu ihren Aufgaben gehört es, die alten Ortsgrenzen zu pflegen und den Mitarbeitern des Vermessungsamtes zu assistieren.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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