Kein Rezept für Senioren

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Viel Information gab es beim Seniorentag für ältere Menschen - nur die Senioren fehlten.

Rosenheim - Die Bandbreite an Aktionen und Vorträgen war groß, die Resonanz aber gering. Beim Seniorentag 2010 am Samstag im KU'KO überstieg die Zahl der Akteure teilweise deutlich die Zahl der Besucher.

"Senioren sind leider nicht leicht zu begeistern", meinte Horst Halser, Vorstand des Rosenheimer Seniorenbeirats.

Die Senioren konnten sich an vielen Informationsständen beraten lassen. So war die Polizei dabei mit Tipps in Sachen "Sicherheit". Ärzte gaben über aktuelle Themen, wie etwa der Zunahme an Demenz-Erkrankungen, Auskunft. Außerdem konnten sich die Besucher massieren lassen, ihre künstlerischen Fähigkeiten testen und bei Gewinnspielen mitmachen. Im Saal gab es Vorträge, unter anderem über "Barrierefreies Wohnen in allen Lebenslagen." Dort war auch für musikalische Unterhaltung mit einer Akkordeongruppe gesorgt. Am Vormittag blieben die meisten Zuschauerplätze unbesetzt. Am Nachmittag wuchs das Interesse, lag aber immer noch weit unter den Erwartungen der Organisatoren.

Bürgermeister Anton Heindl erklärte in seiner Eröffnungsrede, es sei eine der Aufgaben der Stadt, das Bild vom Alter in seiner Vielschichtigkeit darzustellen: "Senioren sind ein Teil unserer Gesellschaft". In Rosenheim leben rund 20.000 Menschen, die über 60 Jahre alt sind.

Die Seniorentage der Stadt Rosenheim und des Seniorenbeirats in Zusammenarbeit mit dem Verein "Pro Senioren" sind seit den 80er- Jahren eine feste Institution. Die Informationsveranstaltung wird alle drei Jahre durchgeführt und erfreute sich in den Anfangsjahren großer Beliebtheit. Schon seit einigen Jahren wird ein Rückgang der Besucherzahlen verzeichnet. Horst Halser: "Tatsache ist, lädt man zu einer Kaffeefahrt ein, sind die Plätze meistens schnell ausgebucht. Wenn es um Information geht, sieht es leider anders aus."

Darum habe man bereits für dieses Jahr eine etwas andere Gestaltungsform der Veranstaltung gewählt und auf mehr Unterhaltung mit Musik und Auftritten gesetzt: "Anscheinend ist das aber auch noch nicht das richtige Rezept."

Er könne sich für die Zukunft vorstellen, eher mehr kleinere Einzelveranstaltungen anzubieten. Wichtig sei das Engagement für die ältere Generation auf jeden Fall. In der Planung sei derzeit ein Mehrgenerationsspielplatz, der Jung und Alt zusammenführen soll. Außerdem sei auch ganz praktische Hilfe nötig, etwa mit der Erstellung eines Toilettenführers.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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