Bahn baut 540 Meter lange Lärmschutzwand

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So schaut es aus, wenn ein Bahnübergang - wie hier im Verlauf der Waldstraße - laut Fachsprache "aufgelassen" wird: Er ist gesperrt.

Happing - Die Bahn wird ab Ende 2011 entlang der Bahnstrecke Rosenheim-Kufstein bei Happing eine 540 Meter lange Lärmschutzwand errichten. Baubeginn in Happing soll Ende 2011 sein.

Der aktuelle Stand wurde jetzt in der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschusses vorgetragen. Vorbote der Maßnahme war die 2004 erfolgte, ersatzlose Sperrung des Übergangs an der Waldstraße. Dagegen erhob die Stadt im Sommer Klage, die jetzt nach einer außergerichtlichen Einigung zurückgenommen wurde.

Die Wand soll 50 Meter nördlich des Bahnübergangs Innaustraße beginnen - es folgt eine Lücke beim Übergang - und endet 50 Meter südlich der Bebauung an der Oberen Lohe. Die Lärmschutzwand erreicht eine Höhe von drei Metern über der Schienenoberkante und besteht nach Auskunft der Bahn aus Pfosten mit dazwischengesetzten, austauschbaren Aluminiumwandelementen, die gleisseitig hochabsorbierend und in der Regel fünf Meter lang sind. Im unteren Teil der Wand wird ein Betonsockel eingebaut. Es sind zwei Fluchttüren vorgesehen.

Da der Bahnübergang Innaustraße vorerst bestehen bleibt, wird der dortige Bereich zunächst von den Lärmschutzmaßnahmen ausgespart. Die Arbeiten könnten erst "nach einem erfolgten Umbau des Bahnübergangs Innaustraße abgeschlossen werden".

Die Planung der Bahn sieht nach Auskunft des Tiefbauamtes weiterhin die Schließung beider verbliebenen höhengleichen Bahnübergänge in Happing im Verlauf der Innau- und Seestraße vor. Die aktuelle Lage, wie die Bahn Übergänge für die Happinger gestalten will, sei derzeit wieder völlig offen, erklärte Tiefbauamtsleiter Hans-Joachim Stein auf Nachfrage der Redaktion.

Während noch vor einiger Zeit ein Brückenbauwerk über die Gleise geplant war, sei in letzter Zeit eine Straßenunterführung der Seestraße im Gespräch gewesen. Der Übergang Innaustraße soll durch eine Fußgänger- und Radfahrerunterführung ersetzt werden. Dazu bedürfe es aber eines neuen Planfeststellungsverfahrens, so Stein. Wann und wie es hiermit weitergehe, sei noch völlig offen. Stein: "Es ist noch alles in der Schwebe."

Der Ausschuss stimmte dem Bau der Lärmschutzwand gegen die Stimme von SPD-Stadtrat Kurt Müller zu, der lakonisch meinte: "Das ist kein guter Tag für Happing."

Die Stadt hatte im August gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes vom 20. Juli geklagt, den Bahnübergang Waldstraße aufzulassen. Er ist seit 2004 gesperrt. Ein Grund war die schlechte Wegeverbindung in diesem Bereich östlich des Bahnkörpers. Der Ferienausschuss hatte beschlossen, außergerichtliche Verhandlungen mit dem Ziel einer Beilegung des Rechtsstreits zu führen.

Im November gab es ein Gespräch, in dem die Bahn zusagte, den östlichen bahnparallelen Weg zwischen Waldstraße und Innaustraße instandzuhalten und uneingeschränkt den Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung zu stellen. Die Bahn verpflichtete sich auch, zeitnah den derzeit provisorischen Zustand zu verbessern. Da die Bahn weiterhin die Auflassung aller höhengleichen Bahnübergänge in Happing vorhabe, stelle die erfolgte Auflassung des Übergangs Waldstraße einen mittelfristrigen Übergangszustand dar.

Der Ausschuss stimmte der Klagerücknahme einstimmig zu. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer meinte abschließend: "Der Wegeunterhalt durch die Bahn war das, was wir damit haben erreichen können."

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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