LGS: Sonderstadtführung mit großer Resonanz

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Bei der Führung überzeugt: Auch die Neugestaltung des Riedergartens konnte mit den Fördermittel für die Landesgartenschau in die Wege geleitet werden.

Rosenheim - Nicht nur 2010 erwies sich die Landesgartenschau als Besuchermagnet - auch jetzt, im Rückblick, stieß das "Jahrhundertereignis" bei einer Sonderstadtführung auf großes Interesse.

Unter dem Motto "Was war, was ist, was bleibt" bot die Touristinfo eine fast zweistündige "rückwärtsgerichtete" Sonderführung durch das Gartenschaugelände und die Innenstadt an. Die Resonanz war derart groß, dass sich die Touristinfo veranlasst sah, mehrere Parallelführungen fast im Stundentakt anzubieten.

Ausgangspunkt war der Lazise-Platz, denn die Landesgartenschau war und ist Teil eines Gesamtkonzeptes, das sowohl die umliegende Altstadt als auch die Flusslandschaft unter dem Motto "Die Stadt am Fluss" einbindet. Und so profitierten einige markante Plätze und Straßen in der Stadt vom "Landesgartenschau-Fieber". Das Rathaus, welches bewusst macht, dass Rosenheim einst eine pulsierende Eisenbahnerstadt war, und auch der "runderneuerte" Riedergarten sind gelungene Beispiele hierfür.

Die Öffnung des Riedergartens hin zur Königstraße samt der naturnahen Verbauung des "Stadtbaches" sowie das teils kontrovers diskutierte Ambiente des Ludwigsplatzes und des Grünen Marktes hin zur Färbergasse sind städtebauliche Errungenschaften, die dank der Fördermittel für die Landesgartenschau umgesetzt werden konnten und glücklicherweise den Rosenheimern erhalten bleiben werden.

Ein Paradebeispiel für diesen Wandel beziehungsweise für den Übergang des "Gestern zum Heute und demnächst zum Morgen" ist das Mühlbachbogengelände. Bis vor Kurzem noch ein unattraktives Gelände und reif für die Abrissbirne des nicht mehr genutzten Schlachthofes, diente es während der Gartenschau als viel bestauntes, exotisches Pflanzen- und Gartenparadies mit tollen Anregungen für den heimischen Garten.

Nichts ist allerdings von diesem "Lebensraum Garten" geblieben außer dem freigelegten Mühlbach. Das der GRWS gehörende Areal soll bald einer Wohnbebauung zugeführt werden, sobald der Stadtrat grünes Licht signalisiert und die aus der Bürgerbefragung resultierenden Anregungen in dem mehrmals überarbeiteten Bebauungsplan integriert sind. Zwischenzeitlich nutzt das Quartiersmanagement "Altstadt-Ost" das Gelände und errichtet temporäre "Stadtoasen" für die in der Umgebung wohnende Jugend.

Der größte und vor allem bleibende Gewinn für Rosenheim ist aber die Erschließung der Freiflächen längs der Mangfall bis hin zu den Innauen. Die meisten der farbenprächtigen, künstlerisch angelegten Blumen- und Staudenarrangements und auch der beeindruckende "Marco-Polo-Skulpturenweg" sind zwar nicht mehr vorhanden, und auch die "Windspiele" haben ihr Flüstern eingestellt, doch die vielen, das Gelände erschließenden Brücken und Stege über Mangfall und Hammerbach bleiben erhalten und laden zum Spaziergang in anspruchsvoll gestalteten Innauen oder auch zur Meditation im "Bambushaus" ein.

Spieleinrichtungen nach wie vor beliebt

Nicht geblieben sind die als "Meister des Wasserbaus" bekannten Biber; sie haben sich nachts klammheimlich davongemacht und verrichten nunmehr ihre Arbeit "zur Freude" der Landwirte andernorts. Andererseits erfreuen sich diverse Spieleinrichtungen wie das Kunst- und Kletterobjekt "Alpenkette" sowie die Kajakstrecke bereits heute großer Beliebtheit bei Kindern und Jugendlichen. Der "regnende Hut" ruft immer noch Verwunderung hervor und der "Leuchtenwald" präsentiert sich auch künftig besonders in der Dämmerung reizvoll.

Leider fehlt dem Innspitz mit dem attraktiven Aussichtsturm und einer lockeren Gastronomie das "gewisse Etwas". Dennoch darf der müde Wanderer dort verweilen und dem Geflüster der "Wassergeister" und der "Gehenkten" lauschen, denn der Platz am Innzipflel diente dem Scharfrichter einst als Hinrichtungsstätte. Letztmals wurde dort 1818 ein Raubmörder exekutiert.

Der von der Touristinfo angebotene Rundgang durch den Mangfallpark, zu dem die großzügig erschlossenen Rasenflächen und Flussauen sicherlich bald werden, endete am Südtor gegenüber dem Eisstadion. Dort ist die "Arche Noah" gestrandet und empfängt Parkbummler seit kurzem als schmuckes "Bistro". An Bord können die Gäste die müden Beine und auch die Seele baumeln lassen und zur Erkenntnis kommen, dass die "tatsächlichen Gewinner" der Landesgartenschau die Rosenheimer sind.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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