Mittertor: "Leuchtturm des Bürgersinns"

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Die neue Glastür des Sonderausstellungsraums gegenüber dem Museumseingang soll bewirken, dass "Passanten im Torbogen des Mittertors sich so fühlen, als seien sie schon im Museum", betonten Fördervereinsvorsitzender Dietmar Dambach (Mitte) und die Vorstandsmitglieder Walter Leicht (rechts) und Willi Preißler.

Rosenheim - "Elf Neueintritte binnen eines Jahres - das ist ein Zuwachs um 20 Prozent", freute sich Dietmar Dambach, Vorsitzender des Fördervereins Städtisches Musuem, bei der Jahreshauptversammlung.

"Das bleibt jetzt unser Versammlungsraum", eröffnete Dietmar Dambach, Vorsitzender des Fördervereins Städtisches Museum, in der Bürgerstube des Mittertors die Jahreshauptversammlung des Vereins. Er begrüßte in dem historischen Ambiente unter den rund 30 Anwesenden etliche Neumitglieder. Dem Verein gehören derzeit 67 Personen an. "Elf Neueintritte binnen eines Jahres - das ist ein Zuwachs um 20 Prozent", freute sich der Vorsitzende.

Rückblickend würdigte Dambach die Verdienste des gestorbenen Kassiers Manfred Lammel und stellte dessen Witwe, Liane Lammel, vor. Sie wurde einstimmig als Nachfolgerin im Amt gewählt, das sie bereits kommissarisch geführt hatte.

"Der Förderverein macht es der Stadtpolitik leichter, Notwendiges für das Museum zu tun", umriss Dambach das Engagement der Förderer, "wir wollen das älteste profane Gebäude der Stadt, das vom Zweckbau zum Geschichtszeugen wurde, zum ,Leuchtturm' des Bürgersinns machen."

Rückblickend erinnerte Dambach an die kurzfristige Entscheidung, noch vor der Landesgartenschau das Tor säubern und weißeln zu lassen, was dank dem spontanen Engagement aller Beteiligten einschließlich der Stadtverwaltung noch termingerecht gelang. Zweiter Bürgermeister Anton Heindl würdigte das in seinem Grußwort und fügte hinzu: "Ich bräuchte auch noch ein paar Aufnahmeformulare..."

Die allgemeine wirtschaftliche Lage und die notwendigen Sparmaßnahmen hatten 2009 Auswirkungen auf die Arbeit und die Ergebnisse des Museums, betonte Museumsleiter Walter Leicht in seinem Jahresbericht. Die angestrebten Ziele hinsichtlich Besuchern, Sonderausstellungen und Sonderveranstaltungen seien aber im Wesentlichen erreicht worden.

An 254 Öffnungstagen - zwei Wochen war wegen Bauarbeiten geschlossen - besuchten über 8800 Personen das Museum, darunter 71 Schulklassen, 2008 waren es an 275 Öffnungstagen knapp 8400 Personen gewesen - davon 1200 bei der Langen Nacht - einschließlich 53 Schulklassen. Die erneute Steigerung der Besuchszahlen brachte das beste Besuchergebnis seit 2001, das Jahresziel von 8- bis 9000 Besuchern wurde erreicht.

Der Schul-, Kultur- und Sportausschuss hatte im März 2009 dem Museum die Möglichkeit eröffnet, an bis zu fünf Tagen im Jahr freien Eintritt zu gewähren. Das wurde beim Stadtfest (238 Besucher), am Internationalen Museumstag (nachmittags 152 Besucher) und am Erntedanksonntag (207 Besucher) realisiert.

An diesen drei Tagen kamen somit fast 600 Personen ins Museum, was einem schlechten Monatsergebnis entspricht. Das Ziel war, durch fallweise freien Eintritt Werbung für das Museum zu machen.

Der Museumsladen - Leicht: "Wir sind inzwischen auch ein kleiner Einzelhandelsbetrieb" - litt ebenfalls unter der Kaufzurückhaltung, konnte aber auch im vierten Geschäftsjahr einen Überschuss von über 4300 Euro erwirtschaften. Durch den Kartenvorverkauf für die Inntaler Bauernbühne, die Volksbühne St. Nikolaus sowie für ein Kirchenkonzert in Heilig Blut wurden über 3000 Euro an Vorverkaufsgebühr eingenommen.

Das bereits bestehende museumspädagogische Angebot bekam ein viertes Standbein. 2008 begonnen, konnte der Arbeitskreis Museumspädagogik des Vereins "Kind und Werk" in Zusammenarbeit mit der Museumsleitung sein museumspädagogisches Projekt "Museo Vivo" fertigstellen. Die so entstandenen Workshops "Spiele im Wandel der Zeit" und "Wer bist Du? - Die Sprache der Porträts" erfreuen sich reger Nachfrage und wurden von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen unterstützt

Aufgrund notwendiger Einsparungen konnten statt der in den Jahreszielen 2009 geplanten fünf Sonderausstellungen nur vier durchgeführt werden. Einer der größten Publikumsmagneten in der Geschichte des Museums war die Wanderausstellung "Die großen Vier - Vom Umgang mit Bär, Wolf und Luchs" des Bayerischen Umweltministeriums. Während ihrer fünfwöchigen Laufzeit kamen über 1650 Besucher ins Mittertor.

Der Förderverein hat 2009 den Einbau eines ins Ensemble passenden Metallrahmens in das Schaufenster des Museumsladens komplett finanziert. Im Juni wurde nun auch eine dazu passende Glastür eingebaut. Als nächste Baumaßnahmen nannte Leicht die energetische Sanierung des Depots im Südspeicher, die Komplettierung und Modernisierung der 20 Jahre alten Videoüberwachung, eine überdachte Fahrradeinstelle im Nordhof sowie die Sockelsanierung am Nordflügel des Mittertors.

Der Verein unterstützt auch die Herausgabe der zehnten Folge der "Beiträge zur Stadtgeschichte" zum 150-jährigen Bestehen des Rosenheimer Herbstfestes, die Walter Leicht verfassen wird. Die Sonderausstellung dazu wird im Mai eröffnet.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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