Abi-Feier an der Traun: Niemand will's gewesen sein

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Traunstein – Müll und Scherben: Nach der ausgearteten Abitur-Feier an der Traun wehren sich nun die Absolventen. „Wir waren es nicht“, sagen jetzt zwei Traunsteiner Schulen.

Vehement distanzieren sich die Abitur-Jahrgänge des Chiemgau-Gymnasiums (CHG) und des Anette-Kolb-Gymnasiums (AKG) mit Briefen von den Vorfällen an der Traun. Dort war eine Abiturfeier eskaliert, die Polizei musste einschreiten. Übrig blieben Müll und Scherben, die der Traunsteiner Bauhof entfernen musste – teilweise klaubten die Mitarbeiter die Scherben händisch aus dem Kies – alle zu entfernen ist jedoch nicht gelungen, weil man die Splitter teilweise sehr schlecht sieht.

CHG-Schüler: "Haben keine Party organisiert!"

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Die CHG-Schüler etwa betonten, dass nur etwa 15 bis 20 Abiturienten ihres Gymnasiums an der Traun mitgefeiert hätten und diese bereits spätestens um 20 Uhr die Party verlassen hätten. Der Abiturjahrgang des Chiemgau Gymnasiums sei "nicht im Ansatz für die Eskalation dieser Feierlichkeit verantwortlich. Allein schon der Fakt, dass an unserer Schule die Abiturnotenbekanntgabe erst um 15.30 Uhr begann, die Feier aber schon seit Mittag im Gange war, zeigt auf, dass unser Jahrgang hier keine Party organisiert hat." Genau dieser falsche Eindruck sei jedoch aufgrund der räumlichen Nähe entstanden.

AKG-Schüler streiten Mitschuld ab

Auch die AKG-Schüler streiten eine Mitschuld ab: Abgesehen von wenigen Ausnahmen hätten sie "fast ausschließlich friedlich andernorts gefeiert." Auch dort sei zwar die Polizei wegen des herumliegenden Abfalls gekommen, jedoch hätten sich die Abiturienten einsichtig gezeigt und diesen sofort beseitigt. "Auch nachdem die Ordnungshüter wieder weg waren, kümmerten sich die Abiturienten in regelmäßigen Abständen um das Wegwerfen des Mülls und verließen den Platz weitestgehend sauber."

Angeblich haben hauptsächlich Schüler der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) Traunstein auf der Kiesbank gefeiert. Diese hatten am besagten Freitag, 30. Mai, ihre letzte Abiturprüfung.

"Niemand hat die Schüler gezählt", betont Schulleiterin Barbara Spöttl. Zwar seien sicher Abiturienten ihrer Schule an der Traun gewesen – allein weil die FOS/BOS am meisten Absolventen hat - aber eben auch die von anderen Schulen, die am selben Tag Notenbekanntgabe gehabt hätten.

"Das war keine schulische Veranstaltung!" 

"Diese Party war keine schulische Veranstaltung. Sie war nicht angemeldet, keine Lehrer waren dabei. Es handelte sich wohl eher um eine spontane Aktion. Die Schüler haben sich auf eigene Regie getroffen", betont Spöttl.

Sie habe bereits mit mehreren Schülern gesprochen und jeder sei der Meinung: "Das war nicht in Ordnung". Allerdings seien FOS- und BOS-Schüler beteiligt gewesen und darum fühle sich die Schule in gewisser Weise verantwortlich. Nach Pfingsten wird es ein Schulforum geben, in dem die Folgen der "Zusammenkunft" mit den Schülern besprochen werden sollen. "Wir wollen ein Zeichen setzen gegenüber der Stadt und gegenüber derjenigen, die dort aufräumen mussten. Wir wollen eine Art von Wiedergutmachung leisten", sagt Spöttl.

Derzeit ist noch unklar, wer letztendlich die Kosten von rund 700 Euro trägt. Zwar wurden von einigen Schülern Personalien aufgenommen, die könne man jedoch nicht für die Taten der ganzen Gruppe verantwortlich machen, so Carola Westermeier, Pressesprecherin der Stadt Traunstein.

ra

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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