Mit spitzer Ironie und Geografie-Unterricht

Nach Urteil: Das sind die neuen "Chiemseer"-Etiketten

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Rosenheim - Keine irreführenden geografischen Herkunftsangaben - so lautete das Urteil des Oberlandesgerichts München im März gegen das "Chiemseer"-Bier. Nun hat sich einiges getan. 

Rosenheim liegt weder am Chiemsee noch im Chiemgau, so die Argumentation des Oberlandesgerichts München im März. Das aufsehenerregende Urteil: Das "Chiemgauer Brauhaus Rosenheim" muss die Etiketten des "Chiemseer"-Bier ändern. Nach und nach werden nun in der Region alte gegen neue Flaschen in den Getränkemärkten ausgetauscht - doch ob das reicht?

Der alte Name bleibt, aber...

Der "Aufklärungs-Kragen".

Am Namen "Chiemseer" wollte man wohl unbedingt festhalten, noch immer steht er unübersehbar auf allen Etiketten. Doch direkt darunter stellt man kompromisslos klar: "gebraut in Rosenheim am Inn." Und wohl auch deswegen ruft es einem rot neben dem "Chiemseer"-Schriftzug entgegen: "Bitte Rückseite beachten!"

Lesen Sie außerdem

Wo verlaufen die Grenzen des Chiemgaus?

"Wir brauen in Rosenheim. Zwischen Wendelstein und Chiemsee gelegen, ist dies eine der schönsten und vielfältigsten Landschaften Bayerns", heißt es auf der Rückseite. Darunter eine Karte mit der Lage Rosenheims. Auf die geografische Bezeichnung "Chiemgau" wurde nun komplett verzichtet. Auch vom "Chiemgauer Brauhaus" ist nirgendwo mehr die Rede. Die zu "Auerbräu" gehörende Firma nennt sich im Kleingedruckten nun "Rosenheimer Spezialitätenbrauerei".

Spitzen gegen das Urteil

Die alten "Chiemseer"-Etiketten

Mit einer guten Portion Ironie kommt dagegen der Flyer daher, der nun zum "Tapetenwechsel" jeder Flasche übergestülpt wurde: "Rosenheim liegt in der wunderschönen Region zwischen Chiemsee und Wendelstein. Als Oberbayern dachten wir, das sei allgemein bekannt. Es kann natürlich sein, dass wir uns diesbezüglich geirrt haben", wird auf das Gerichtsurteil und den damaligen Kläger angespielt, die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs.

Bei der Gelegenheit wurde auch der Rest des Etiketts optisch etwas entrümpelt: Im Wappen blieb nur mehr der Löwe erhalten, auch farblich wurde etwas abgespeckt. Außerdem zeigt das Etikett nun nicht mehr die Fraueninsel sondern eine Aufnahme von Rosenheim um 1640. Am Geschmack hat sich ganz offensichtlich aber nichts geändert.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser