"Logistik Innovativ" auf Schloss Herrenchiemsee

Future Trailer: "Standard von Norwegen bis Portugal"

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Gruppenbild der Teilnehmer am Staatsempfang im Prunktreppenhaus des Schlosses Herrenchiemsee am 03.05.2016

Prien am Chiemsee - Über 300 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft treffen sich derzeit auf Schloss Herrenchiemsee. Thema: Die Zukunft des Güterverkehrs in Europa:

Seit fast genau 60 Jahren sorgt er für den reibungslosen Austausch von Handelswaren auf der ganzen Welt. Die Rede ist vom ISO-Standardcontainer. Egal ob auf einen Sattel-Auflieger, dem Wagon auf der Schiene oder in Massen auf Containerschiffen; mittlerweile gibt es rund 38 Millionen Container weltweit. Grund genug also für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, der Erfindung zum Geburtstag zu gratulieren und sich über die Zukunft des Güterverkehrs weiter Gedanken zu machen.

Rund 300 Vertreter aus Firmen, Gremien und der Forschung kamen im Rahmen des Symposiums Logistik Innovativ 2016 auf Schloss Herrenchiemsee zusammen. Die Zukunft des Transports von Handelsgütern scheint vorgezeichnet. "Der Mix aus Transport auf der Straße und der Schiene ist der richtige Weg zum Erfolg", fasste Gero Schulze Isfort, der Geschäftsführer Vertrieb & Marketing der Bernard Krone Holding GmbH & Co. KG die Diskussionen am Mittwoch zusammen.

Staatsempfang mit Verkehrsminister Joachim Herrmann am Dienstag

In Vertretung des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer hatte Verkehrsminister Joachim Herrmann heuer zum bereits neunten Mal zum Symposium "Logistik innovativ" eingeladen. Unter dem Motto "60 Jahre Erfolgsgeschichte ISO-Standardcontainer im Kombinierten Verkehr" diskutierten die Fachleute im Anschluss an die feierliche Eröffnung im Spiegelsaal des Schlosses über Wege, den Güterverkehr weiter zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.

Dazu beleuchtete die LKZ Prien GmbH in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (vbw) neue Wege, um Standards zu entwickeln, die sowohl die Anforderungen der Straße als auch der Schiene gleichermaßen integrieren. Ziel der Bemühungen soll künftig ein einheitliches System, der sogenannte "Future Trailer" sein, der mit festen Spezifikationen zumindest europaweit zum Einsatz kommen soll. Erste Ergebnisse in Form von Untersuchungen und Handlungsvorschlägen an die Politik will Karl Fischer, Geschäftsführer der LKZ Prien GmbH und Organisator des Symposiums Logistik innovativ, bereits im kommenden Jahr vorstellen.

Prozessoptimierung dank Digitalisierung und Standardisierung

"Außerdem gilt es, die enormen Potenziale der Digitalisierung für den Logistikbereich zu erschließen. Unsere Veranstaltung soll dafür die richtigen Impulse setzen", verdeutlichte auch Bertram Brossardt, Hautgeschäftsführer der vbw. "Es geht darum, an einem Tisch zu sitzen und zu reden, Probleme zu thematisieren. Wir haben festgestellt, dass die unterschiedlichen Parteien lange nicht miteinander geredet haben", so Karl Fischer weiter. Nur so sei zu erklären, dass beispielsweise die Logistik auf der Straße bereits eine gemeinsame digitale Schnittschnelle besitze, der Transport auf der Schiene aber teils noch im persönlichen Gespräch oder per Fax abgewickelt werde.

Doch auch beim Auflieger-Bau und der Konzeptionierung von Transportwagons für die Schiene sei großes Potential gegeben, weiter zu optimieren. "So beobachten wir ein Durchschnitts alter von rund viereinhalb Jahren bei den Aufliegern für LKW und rund 20 Jahre bei den Wagon. Zwei vollkommen unterschiedliche Zyklen", erkannte Gero Schulze Isfort. Erster Ansatzpunkt also: Die Vereinheitlichung von europäischen Normen im Güterverkehr, und weiter: "Unser Ziel: Ein Standard von Norwegen bis Portugal."

Mit rund 50 Prozent will sich der Freistaat Bayern am Projekt "Future Trailer" beteiligen, das verkündete Joachim Herrmann am Dienstag. Zusammen mit verschiedenen Logistik-Firmen und dem Priener LKZ soll die Idee weiter vorangetrieben werden. "Auch die CO2-Vorgaben bis 2030 sind nur über einen kombinierten Verkehr zu erreichen", so Gero Schulze Isfort abschließen, auch wenn noch einiges an Arbeit und Finanzen in die Idee fließen müssten. "Das was nicht einfach umzusetzen ist, ist genau unsere Herausforderung", erklärte auch Logistik-Unternehmer Thomas Eberl aus Aiging bei Traunstein, der sich an der Umsetzung beteiligen will.

Quelle: rosenheim24.de

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