Festival: Das steckt hinter Fendrichs Absage

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Rainhard Fendrich

Rosenheim - Die schöne Nachricht, dass Pop-Star Rainhard Fendrich beim 1. Rosenheimer Sommerfestival spielen könnte, hat sich alles andere als schön entwickelt - er kommt nicht! Die Hintergründe für sein Fernbleiben...

Die Meldung ging diese Woche raus: Rainhard Fendrich kommt nicht wie angekündigt als Top-Act zum 1. Rosenheimer Sommerfest vom 16. bis 24. Juli aufs ehemalige Landesgartenschaugelände. Riesen-Enttäuschung bei den Fans. Der Grund für die Absage: Fendrich hatte für die Veranstaltung am Inn noch gar nicht definitiv zugesagt. Es gab keinen unterschriebenen Vertrag mit dem Künstler, nur eine Option, die sich durch vorschnelle Kommunikation jetzt zerschlagen hat. 

"Es ist alles sehr, sehr unglücklich gelaufen. In der Begeisterungswelle über das mögliche Fendrich-Konzert ist übersehen worden, dass wir immer 'unter Vorbehalt' dazu gesagt haben", umschreibt Alexandra Birklein die Situation. Als Veranstaltungs-Expertin der Landesgartenschau-Gesellschaft ist sie für die Planung des Events im Sommer zuständig. Sie war es auch, die mit dem überregionalen Tournee-Management Backstage Promotion sowie dessen regionalem Partner die Verhandlungen zum Fendrich-Auftritt geführt hatte.

Einen wichtigen "Fallstrick" für das Projekt hatten die Tournee-Manager dabei von Anfang an klar gemacht: Zum einen den "Gebietsschutz" bei Konzertveranstaltungen und deren Bewerbung. Dieser besagt, dass Konzertorte bei zeitlich nahe zusammen liegenden Auftritten mindestens 50 Kilometer - in Fendrichs Fall sogar 80 Kilometer - auseinanderliegen müssen. Nur so könnten dem Star volle Häuser und den Veranstaltern volle Kassen einigermaßen garantiert werden.

Wäre Fendrich im Juli in Rosenheim aufgetreten, wäre dieser "Gebietsschutz" für ein Konzert in Benediktbeuren im Juni und ein Open Air im September in Piding verletzt worden. Backstage Promotion sah aber trotzdem eine Chance, den Austro-Star nach Rosenheim zu holen. Bela Rieger, Geschäftsführer von Backstage Promotion: "Ich bin mir sicher, dass ich eine Einigung hinbekommen hätte. Aber leider hat der Veranstalter in Benediktbeuren von dem Rosenheimer Fendrich-Auftritt zuerst über die Presse und nicht über mich erfahren. Da war dann nichts mehr zu machen."

Rieger ist deswegen sauer, denn er hatte Birklein ausdrücklich daraufhingewiesen, dass vor dem 4. Juni 2011, dem Konzerttermin in Benediktbeuren, mit der Fendrich-Teilnahme in Rosenheim nicht geworben werden dürfe.

Alexandra Birklein gibt das auch unumwunden zu. Sie sagt aber auch: "Wir haben keine Werbung gemacht. Die Fendrich-Sache wurde im Rahmen der notwendigen städtischen Genehmigungswege durch Ausschüsse und Stadtrat in der Presse bekannt. Wir hatten in den Beschlussvorlagen immer ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Fendrich-Teilnahme unter Vorbehalt zu sehen ist. Dieser Zusatz ist dann aber irgendwie untergegangen. Weggespült von einer 'Ole-ole-Fendrich-kommt-Welle'."

Unglücklich über das Ergebnis des Kommunikations-GAUs sind nun alle: Birklein, weil sie einen ihrer Top-Acts verloren hat, Backstage Promotion, weil sie gerne mit Fendrich gekommen wären, nun aber diplomatische Schadensbegrenzung mit einem anderen Veranstalter betreiben müssen, und die Fendrich-Fans, die den Star gerne am Inn hätten spielen sehen. Zu retten ist hier wohl nichts mehr.

Wer aber kommt nun defintiv im Juli zum Sommerfestival? Birklein: "Tut mir leid, dazu sage ich erst wieder was, wenn alle Verträge unterschrieben sind. Bitte haben Sie dafür Verständnis."

Quelle: rosenheim24.de

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