Interview mit dem Direktor der Kliniken

So ist die Lage in den RoMed-Kliniken nach dem Unglück

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Rosenheim/Bad Aibling - Nach dem fürchterlichen Zugunglück von Bad Aibling sind die örtlichen Krankenhäuser massiv gefordert. Wir haben mit dem medizinischen Direktor der RoMed-Kliniken, Priv.-Doz. Dr. Christoph Knothe gesprochen.

Dr. Christoph Knothe zur Lage in den RoMed-Kliniken

Der medizinische Direktor der RoMed-Kliniken, Priv.-Doz. Dr. Christoph Knothe

Auf Nachfrage von mangfall24.de äußerte sich Priv.-Doz. Dr. Christoph Knothe, der medizinische Direktor der RoMed-Kliniken, zur Lage in den Krankenhäusern. 

Zustand von zwei Verletzten kritisch

"Insgesamt befinden sich 34 Verletzte in den Kliniken des RoMed-Verbunds", so Knothe. "Davon sind 21 leicht und 13 schwer bis schwerst verletzt. Der Zustand von zwei der schwerstverletzten Patienten ist kritisch!", muss er berichten. 

Zur Herkunft der Opfer könnten zur Zeit noch keine Auskünfte gegeben werden. Nach dem Wissen der Klinik seien keine Kinder unter den Verletzten.

Verletzungen beim Aufprall

Die Verletzungen der Unfallopfer seien entstanden, als die Patienten beim Aufeinanderprallen der Züge herumgeschleudert wurden. "Die Menschen krachten gegen hervorstehende Eisenteile, wie Haltestangen, aber auch schlicht an Polster, Wände beziehungsweise Böden oder Decken der Züge", erläutert Knothe. Bei der Geschwindigkeit der Züge, die mit etwa 100 km/h unterwegs waren, hätte dies sogenannte Hochrasanztraumata zur Folge. 

Albtraumhafte Szenerie

Einige der Verletzten schilderten gegenüber dem Klinikpersonal auch den Unfall: "Es muss einen furchtbaren Knall gegeben haben. Die Meisten waren dann kurz bewusstlos" Den Erzählungen der Patienten zu Folge, muss der Unfallort eine albtraumhafte Szenerie gewesen sein. "Schreie der Verletzten waren allgegenwärtig. Alles war mit Blut bespritzt, Körperteile lagen herum." 

Erschütterndes Ausmaß

Sie wollen helfen? Hier finden Sie Informationen zu Möglichkeiten, Blut zu spenden.

Knothe zeigt sich erschüttert von dem Ausmaß des Unglücks. "Das ist ein Unfall einer Art, von der man sich gar nicht hätte vorstellen können, dass das hier bei uns passieren kann." Immerhin habe das gute Wetter einen guten Ablauf der Rettungsmaßnahmen ermöglicht. "Die Hubschrauber konnten landen und auch die Arbeit der Retter wurde nicht noch zusätzlich erschwert."

Die Lage in den RoMed-Kliniken im Überblick:

RoMed-Klinikum Rosenheim:

  • Geplante OP’s wurden abgesagt, damit OP-Kapazitäten vorgehalten werden, fünf OP’s wurden vorgehalten
  • Chirurgische Betten werden frei gehalten
  • Auf den Intensivstationen konnten in Ruhe Verlegungen organisiert werden, um freie Plätze zu schaffen.
  • CT’s wurden frei gehalten
  • Das Blutdepot wurde ausreichend organisiert
  • Ein Krisenteam wurde gebildet
  • Für die Angehörige wurde eine Betreuung vor Ort eingerichtet (Kriseninterventionsteam)
  • Die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken Aibling und Rosenheim hat hervorragend geklappt.
  • Der Krankenhausalarm- und Einsatzplan hat in der Praxis sehr gut funktioniert.
  • Stand 12 Uhr: 13 Verletzte, davon zwei schwerverletzt, zwei stationär, alle anderen konnten entlassen werden

RoMed Klinik Bad Aibling:

  • Geplante OP’s wurden abgesagt
  • Krisenteam wurde gebildet, um Betreuung von Angehörigen durch Seelsorge zu gewährleisten
  • Stand 14.04 Uhr: 17 Verletzte, davon vier schwerverletzt und 6 mittelgradig Verletzte.

RoMed Klinik Prien am Chiemsee:

  • geplante OP’s wurden abgesagt
  • Stand: Zwei Schwerverletzte

RoMed Klinik Wasserburg am Inn

  • OP’s wurden umgeplant
  • Stand: ein leicht- und ein mittelschwer Verletzte

hs/Pressemitteilung RoMed-Kliniken

Quelle: mangfall24.de

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