Bei Geothermie-Arbeiten in Rottach-Egern

Auf 30 Meter Länge: Straße bricht ein

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Rottach-Egern - Am Dienstagabend brach in Rottach-Egern eine Straße ein. Geothermie-Arbeiten waren die Ursache. *Neu: Bilder*

UPDATE, 11.23 Uhr:

Im Ortskern von Rottach-Egern verschwand am Dienstagabend ein kompletter Straßenabschnitt eine Etage tiefer. Unmittelbar vor dem örtlichen DM-Markt, der zu dieser Zeit gerade schloss, brach die Fahrbahn auf rund 30 Meter Länge und 20 Meter Breite fast zwei Meter tief ein. Auch ein Lindenbaum (Motiv 7) "wanderte" stangengerade mit in die Tiefe.

Gegenüber dem DM-Markt hatte eine Spezialfirma gerade für einen Neubau Erdwärme-Bohrungen bis in 40 Meter Tiefe durchgeführt. Es wird vermutet, dass die Bohrung eine unterirdische Kaverne traf, in der die rund 1000 cbm Erdmasse verschwanden. Laut Polizei vergrößerte sich die Einbruchfläche in der Anfangsphase erheblich.

Bilder: Straße sackt in Rottach-Egern ab

Die alarmierte Ortsfeuerwehr sperrte den betroffenen Bereich ab und leuchtete die Einsatzstelle aus. Hinzugezogen wurden ein Fachberater des THW Miesbach, das Landratsamt sowie ein Geologe aus Innsbruck. der gegen 23 Uhr eintraf. Da der Experte einen weiteren Einbruch nicht ausschließen konnte, entschied die Einsatzleitung gegen Mitternacht, drei Wohngebäude zu evakuieren. Es handelt sich dabei um die Häuser Lindenstraße 1 + 2 sowie Südliche Hauptstraße 9.

Die weiteren Arbeiten dürften jetzt von Fachfirmen durchgeführt werden. Sollte die Vermutung zutreffen, dass die Bohrungen den Schaden verursacht haben, dürfte der Schaden durch die Versicherung gedeckt sein.

Erstmeldung:

Eine Straße in Oberbayern ist knapp zwei Meter tief abgesackt. Bei einer Erdwärmebohrung in Rottach-Egern (Landkreis Miesbach) waren Mitarbeiter einer Geothermiefirma auf eine Grundwasserblase gestoßen. "Die haben versucht, in tieferen Schichten warmes Wasser zu erreichen, und dabei soll eine Wasserblase angebohrt worden sein", schilderte ein Sprecher des Landratsamts Miesbach am Mittwoch.

Nachdem das Wasser aus der Blase abgepumpt worden war, sackte das darüberliegende Erdreich in den neu gebildeten Hohlraum. Die darüber hinweg führende Straße brach am Dienstagnachmittag ebenfalls ein.

Großer Krater entstanden

Es entstand ein Krater mit einem Durchmesser von etwa 20 Metern. Polizei und Feuerwehr sicherten die Fahrbahnabsenkung unweit der Bundesstraße 307. Der Schaden soll sich auf mehrere Hunderttausend Euro belaufen. "Bezahlen muss das der Bauherr", betonte der Behördensprecher. Die Straße bleibt im betroffenen Bereich auf unbestimmte Zeit nicht passierbar. Eine Umfahrung ist jedoch möglich.

dpa/lby/Gaulke

Quelle: rosenheim24.de

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