Husten, Schnupfen, Grippewelle?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Grippale Infekte plagen derzeit die Bevölkerung.

Rosenheim – Die Menschen schniefen und husten, die Krankenstände in Kindertagesstätten, Schulen und Betrieben erreichen derzeit einen Höchststand.

Die schlechte Nachricht dabei: Viele Ärzte müssen feststellen, dass sich heuer die grippalen Infekte als sehr hartnäckig erweisen. Doch es gibt auch etwas Gutes zu berichten: Schwere Krankheitsverläufe sind die absolute Ausnahme. Horrormeldungen über die Schweinegrippe machen in den vergangenen Wochen immer mal wiederl die Runde. Doch der Erreger A/H1N1 hat mit den derzeitigen Erkranungen in der Stadt wohl eher wenig zu tun.

Die Leute, die in diesen Tagen die Wartezimmer der Ärzte füllen, kämpfen zum ganz überwiegenden Teil mit ganz normalen grippalen Infekten. "Die meisten Patienten klagen über Husten, Halsschmerzen und Schnupfen. Dabei halten sich die Beschwerden oftmals über Wochen hinweg hartnäckig. Aber zum Glück kann ich nicht von bedrohlichen Grippe-Erkrankungen berichten", sagt der Mediziner Dr. Peter Schweiger.

Vermehrt mit hochfieberhaften Infekten hat man es zu dieser Jahreszeit auch im Klinikum Rosenheim in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zu tun. Einen Teil könne man der Lungenentzündung zuordnen, meint Chefarzt Dr. Torsten Uhlig. Da jedoch nicht routinemäßig in jedem Fall Abstriche entnommen würden, könne man über die Zahl der an Influenza Erkrankten keine Aussage machen. Auf jeden Fall stehe fest: "Es handelt sich nicht um eine besorgniserregende Epidemie."

Während sich die Wartezimmer und Krankenbetten immer mehr füllen, wird es in einigen Kindertagesstätten und Schulen zunehmend leerer. Das Kinderhaus in Aising musste sogar vor einigen Wochen für einen halben Tag ganz geschlossen bleiben. Allerdings grassierten da nicht Husten und Schnupfen, sondern der Noro-Virus, der sich mit Durchfall und Erbrechen bemerkbar macht und derzeit ebenfalls häufig Patienten in Rosenheim plagt.

Der kinderlose Nachmittag wurde im Kinderhaus Aising dazu genutzt, die Räumlichkeiten und Spielzeuge ausgiebig zu säubern, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Der Aufwand hat sich anscheinend gelohnt: Zumindest im Kinderhaus hat sich die Lage normalisiert.

Hohe Krankenstände vermelden dagegen immer noch viele Schulen. Dort trifft es die Kinder ebenso wie die Lehrer. Über 79 sogenannte "mobile Reserven" verfügt das Staatliches Schulamt Rosenheim, um erkrankte Lehrkräfte ersetzen zu können. Alle diese Vertretungslehrer waren in den vergangenen drei Wochen permanent im Einsatz. Manchmal erkrankte dann auch noch eine "mobile Reserve" selbst. "Dann wird es mit einem Ersatz tatsächlich schwierig", erzählt Schulamtsleiter Wolfgang Tauber. Er hofft jetzt, dass der Höhepunkt der Krankenwelle überschritten ist.

Das sagt auch Wolfgang Zeller, Leiter der Volksschule Aising. Seit Wochen fielen immer wieder Lehrkräfte krankheitsbedingt aus. "Selbst die Sekretärin hat es jetzt noch erwischt", klagt Zeller. Bei den Schülern sehe es nicht besser aus. Auch da gibt es viele Kranke zu vermelden. Problematisch sei die Tatsache, dass immer mehr Kinder selbst bei hohem Fieber die Schulbank drücken. "Weil beide Elternteile arbeiten und deshalb die Kinder nicht zuhause lassen können", vermutet Zeller.

Ähnliche Erfahrungen machen auch die Erzieherinnen im Aisinger Kinderhaus. Auch dorthin werden kranke Kinder gebracht. "Weil die Mütter, wenn sie bei ihrem kranken Kind bleiben, häufig Ärger mit ihrem Chef bekommen", heißt es.

Etwas dagegen unternehmen können weder Schulen noch Kindertagesstätten. In den meisten Fällen wird, wenn sich ein Kind nicht wohlfühlt, sofort bei den Eltern angerufen, damit sie es abholen - was aber häufiger auch nicht geschieht.

Dieses Problem kennt man auch in den Landkreisgemeinden. In Riedering hat sich jetzt eine Frau angeboten, im Notfall für die Eltern einzuspringen und kranke Schul-kinder solange zu betreuen, bis Mama oder Papa endlich zum Abholen kommen.

Um gar nicht erst krank zu werden, rät man im Klinikum: "Händewaschen und große Menschenansammlungen meiden." Wen es dann doch erwischt, der sollte sich nach Auskunft der Apotheken zumindest einige Tage aus Beruf und Schule zurückziehen: "Sonst ist man noch viel länger krank und steckt auch noch viele andere an. Davon haben weder Chefs noch Eltern oder Lehrer etwas."

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser