Ab September sinken die Kindergartengebühren

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Das dritte Kindergartenjahr soll bald kostenlos sein.

München - Die Staatsregierung bringt den Einstieg in das kostenlose letzte Kindergartenjahr auf den Weg. Und die Debatte über Sinn und Unsinn der Gebührenbefreiung geht weiter.

Als Einstieg in ein kostenloses letztes Kindergartenjahr senkt die Staatsregierung die Gebühren um 50 Euro monatlich von September an. Die Neuregelung gilt unabhängig vom Träger für alle staatlich geförderten Kindergärten.

2013 folge die zweite Stufe mit einer Entlastung um 100 Euro monatlich, sagte Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung. Allerdings wird das letzte Kindergartenjahr auch am Ende der Reform nicht für alle Eltern kostenlos sein. Teurer sind viele Kindergärten in München und anderen Großstädten, auch private Träger verlangen oft mehr.

100 Euro entsprächen dem durchschnittlichen Elternbeitrag für sechs bis sieben Stunden täglicher Betreuung, sagte Haderthauer. „Es wird Eltern geben, die drüber liegen, es wird Eltern geben, die drunter liegen.“ In den Kindergärten, die weniger verlangen, haben die Eltern aber keinen Anspruch auf Auszahlung der Differenz. Stattdessen sollen die Kindergärten eventuelle Restzuschüsse des Staates investieren und die Qualität der Betreuung verbessern.

FDP setzte sich für die Reduzierung der Beiträge ein

Die Beitragsreduzierung geht auf eine Initiative der FDP zurück. Die Sozialministerin legte mehr Wert auf die Verbesserung der Betreuung mit mehr Personal. Das kommt jetzt ebenfalls. „Uns war immer Qualität wichtiger, nachdem wir jetzt beides machen, sind jetzt beide (Koalitionspartner) zufrieden“, sagte Haderthauer.

Der Anstellungsschlüssel wird von 1:11,5 auf 1:11 gesenkt. Praktisch bedeute das eine Fachkraft für acht Kinder bei den über Dreijährigen. Bei den unter Dreijährigen werde das Verhältnis dann bei etwa 1:4 liegen. Weitere Gebührensenkungen in den Kindergärten sind nach Angaben Haderthauers bis zur Landtagswahl nicht mehr geplant. Sie schloss das für die Zukunft aber auch nicht aus.

Die SPD verlangte weitere Reduzierungen der Elternbeiträge. Sozialexperte Hans-Ulrich Pfaffmann begrüßte die Verbesserung des Personalschlüssels, prophezeite aber: „Das löst allerdings das Problem des massiven Personalmangels nicht.“ Die Erzieherinnen- und Erzieherausbildung müsse von fünf auf vier Jahre verkürzt und die Bezahlung besser werden.

Elternverband: Erstes Jahr sollte gratis sein

Der Bayerische Elternverband hält ein kostenloses drittes Kindergartenjahr für überflüssig: Das sei „nicht im Sinne der Kinder“. In diesem Alter seien bereits fast alle Kinder in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Stattdessen schlug der Elternverband vor, das erste Kindergartenjahr kostenlos zu machen, damit die Kinder schon früher gefördert werden: „Vor allem für die Sprachentwicklung ist es viel wichtiger, dass Dreijährige die Kita besuchen.“ Es wäre deshalb sinnvoller, die Eltern im ersten Kindergartenjahr von den Beiträgen zu befreien, so lange der Kindergarten noch nicht gänzlich gebührenfrei sei.

dpa

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