Der Streit um die Skischaukel geht weiter

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Reit im Winkl - Der Streit um die geplante Skischaukel zwischen dem Heutal und der Winklmoosalm geht weiter. Eine "Aktionsgemeinschaft" will jetzt durch Infoabende mobil machen.

Seit 40 Jahren bestehen jetzt schon die Pläne für eine Skischaukel vom österreichischen Heutal zur Winklmoosalm. Doch lange waren diese in der Versenkung verschwunden, bis der Unternehmer Matthäus Unseld aus Unken (Österreich) vor kurzem die Mehrheitsanteile am Dürrnbachhornlift - einem wichtigen Bindeglied zwischen beiden Bergregionen - erworben hat. Unseld, der auch gleichzeitig Geschäftsführer der Heutal Lifte ist, brachte die Pläne wieder auf den Tisch; zum Leidwesen der "Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Saalforsten und des Sonntagshorns e.V.".

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Doch Walter Kellermann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, will nicht locker lassen. MitInformationsveranstaltungen möchte er auf die Gefahren einer solchen Skischaukel für die Natur aufmerksam machen. "Wer politisch am besten organisiert ist, wird am Ende gewinnen", so Kellermann. Seiner Meinung nach setze Unken, aus Sicht des Fremdenverkehrs, auf das völlig falsche Pferd: "Die Zahl der Skipistenfahrer ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken und wird auch weiterhin abnehmen. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es für Unken viel klüger, etwas für den Wandertourismus zu machen."

Unkens Bürgermeister Hubert Lohfeyer sieht das anders. Für ihn sei dieses Argument kein gegenseitiges Ausschluss-Kriterium: "Besonders die Gemeinden, die ihr Angebot für Skifahrer und Snowboarder verbessern, liegen bei den Übernachtungszahlen im Winter klar vorne."

Bergwaldbeschluss aus dem Bayerischen Landtag:

Es soll dem Grundsatz Geltung verschafft werden, daß der Schutz des Bergwaldes grundsätzlich Vorrang vor allen anderen Nutzungsansprüchen hat.

Auch der "Bergwaldbeschluss", den Alois Glück bereits 1984 auf den Weg gebracht hat, sieht Lohfeyer nicht als stichhaltiges Argument gegen den Bau einer Skischaukel. "Wir verdunkeln und verwalden in unseren Bergen eher, weil der Bergwald in den vergangenen Jahrzehnten massiv zugenommen hat. Allein in den letzten zehn Jahren um 150 Hektar." Aus Natur- und Tierschutzgründen sei es daher eher ratsam, Teile des Bergwaldes abzuroden.

Wie es weitergeht mit den Plänen für die Skischaukel, bleibt abzuwarten. Lohfeyer: "Wir führen derzeit Gespräche mit Grundeigentümern und Almbauern." Von den Leuten vor Ort sei dabei größtenteils Zustimmung zu hören, so der Bürgermeister aus Unken. Doch auch die "Aktionsgemeinschaft zum Schutz der Saalforsten und des Sonntagshorns e.V." ist nicht tatenlos. Am heutigen Dienstag, 23. April, veranstaltet die Gemeinschaft einen Informationsabend im Sailer Keller in Traunstein. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Quelle: chiemgau24.de

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