Sorgenkind Grüner Markt

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Rosenheim - Die Stadt verbesserte die Rahmenbedingungen, die Fieranten gestalteten ihre Stände attraktiver - doch trotzdem bleibt der Grüne Markt auf dem Ludwigsplatz ein Sorgenkind.

Wie bereits kurz berichtet, gibt es in Zukunft mit Donnerstag, Freitag und Samstag nur noch drei offizielle Markttage, wobei es den Fieranten freigestellt sein wird, ihre Stände auch an anderen Tagen aufzubauen.

Als illusorisch hat sich die Planung der Stadt erwiesen, einen Ganztagsmarkt über fünf Tage zu etablieren: Eingekauft wird auf dem Markt größtenteils vormittags und zum Wochenende hin, daran hat sich nichts geändert. Eine in der Praxis als unglücklich empfundene Platzierung - die Geschäfte wollten, dass die Stände den Schaufenstern nicht den Rücken zukehren - war schon vor längerer Zeit wieder korrigiert worden. Jetzt gibt es wieder eine Aufstellung mit Mittelgasse.

An starken Verkaufstagen kommen acht bis 14 Händler. Montags bis mittwochs und insbesondere während der Winterzeit konnte aber in den letzten Monaten wegen der fehlenden Kunden und ausbleibenden Fieranten von einem Marktgeschehen oft nicht mehr gesprochen werden.

Der Förderverein "Markt am Ludwigsplatz" bemüht sich weiterhin um eine Belebung und strebt auch eine Zusammenarbeit mit dem neugegründeten Tourismusverband Chiemsee-Alpenland an.

Wie 2010 sind einige Zusatzveranstaltungen geplant, zum Beispiel kleinere Marktfeste. So findet am Samstag, 16. April, eine offizielle Saisonauftaktveranstaltung mit kleinem Rahmenprogramm statt.

Vor allem sollen auch die Fahrzeuge vertrieben werden, die sich immer wieder über den Marktbereich des Ludwigsplatzes bewegen, obwohl dieser als Fußgängerzone ausgewiesen ist. "Diese Autofahrer kennen keine Scham. Das sind keine Fremden, die sich verfahren haben, sondern Leute, die glauben, die hätten eine Art Gewohnheitsrecht und ganz bewusst diesen Weg wählen", beklagte die SPD-Fraktionsvorsitzende Gabriele Leicht im Haupt- und Finanzausschuss. Der Förderverein will nun mobile Markt-Werbeschilder als Barriere installieren.

Kein Interesse zeigen die Händler vom sogenannten Bauernmarkt in der Nikolaistraße, auf den Ludwigsplatz umzuziehen. Diese Selbsterzeuger haben keine Marktstände und verkaufen aus dem Kofferraum oder dem Anhänger heraus und wollen in der Nikolaistraße bleiben.

Im Ausschuss wurde deutlich, dass man dem Markt zwar alles Gute wünscht, aber doch nicht so recht an eine "Auferstehung" glaubt. "Der Markt wird einschlafen", prophezeite der Grünen-Sprecher Franz Lukas. Für die CSU zeigten sich deren Fraktionsvorsitzender, Herbert Borrmann, und Dr. Wolfgang Bergmüller wieder einmal überzeugt, dass der Grüne Markt am Ludwigsplatz keine Chance habe, solange es noch Stände auf dem Max-Josefs-Platz gibt. Borrmann: "Geballte Kraft wäre besser."

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolfoto)

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