Am Klinikum ist Ruhe eingekehrt

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Prien - Die Aufregung war groß, als in den Vormittagsstunden des 7. August das Wort "Nuklearunfall" am Klinikum die Runde machte. Nur langsam kommt Licht in die Sache.

Die Aufregung war groß, als in den Vormittagsstunden des 7. August Feuerwehr, Gefahrguttrupp und Kripo in der Priener Romed-Klinik anrückten. "Nuklearunfall", lautete die erste Meldung. Bereits am Nachmittag stellte sich zwar heraus, dass für Mitarbeiter und Patienten keine Gefahr bestanden hatte, aber die Umstände der merkwürdigen Vorkommnisse waren unklarer denn je.

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Jetzt, knapp drei Wochen später, kommt langsam Licht in die Geschichte - auch wenn es vonseiten der Klinik nach wie vor heißt: "Wir warten die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft ab." Die Polizei erklärt ebenfalls, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Aber Sprecher Andreas Guske ist "ziemlich sicher, dass keine vorsätzliche Verunreinigung stattgefunden hat".

Fotos vom Einsatz am RoMed Klinikum Prien

Woher aber die Spuren radioaktiven Materials an der Trinkflasche einer Mitarbeiterin kamen, das kann nach wie vor niemand mit Gewissheit sagen. Fest steht, dass die Abteilung für Nuklearmedizin zum 30. September - zumindest vorübergehend - geschlossen werden soll. Grund: Das bayerische Landesamt für Umwelt, das im Zuge der Affäre das betroffene Labor untersuchte, regte zahlreiche bauliche und einrichtungstechnische Verbesserungen an. Interessant in dem Zusammenhang ist, dass eben jenes Landesamt erst im vergangenen Jahr dem Labor die sogenannte Umgangsgenehmigung erteilt, also den Betrieb gestattet hatte - mit der gleichen Ausstattung, die jetzt bemängelt wurde. Wie die Klinik dazu erklärt, sollen die diagnostischen Untersuchungen währenddessen in Rosenheim stattfinden. Stationäre Patienten würden in die Innstadt gefahren und anschließend nach Prien zurückgebracht werden.

Ob die Abteilung dauerhaft weiterbetrieben wird, entscheidet sich laut kaufmännischem Direktor Christian Mauritz dann Ende des Jahres. Am 14. November jedenfalls tagt der Aufsichtsrat der Klinikgruppe. Grundsätzlich sei Prien ein sogenanntes Haus der Grund- und Regelversorgung. Im Gegensatz zu den Häusern der Schwerpunktversorgung, wie das Romed-Klinikum Rosenheim es ist, sei eine Abteilung für Nuklearmedizin dort eigentlich nicht üblich. Laut Mauritz ist es daher eine wirtschaftliche Frage, ob sich die Romed-Kliniken dieses "Herausstechungsmerkmal" weiter leisten wollen.

Die Stimmung in der Priener Klinik ist nach dem Vorfall laut Mauritz "eigentlich gut". Die Mitarbeiter seien eine "homogene Einheit, die sich recht gern mag." Auch die medizinisch-technische Radiologieassistentin, deren Trinkflasche den Skandal ausgelöst hatte, sei nach wie vor im Haus beschäftigt.

Dennoch, das gibt Mauritz zu, scheint es in dem Fall "ein gewisses Fehlverhalten" gegeben zu haben. Das bleibe aber wohl auch nach Abschluss der Ermittlungen ohne Folgen: "Da hat jemand einen Fehler gemacht. Und einen Fehler darf man machen."

zip/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Reisner

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