Tankstellen gegen nächtliches Alkoholverbot

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Tankstellenpächter Helmut Orthuber ist sich sicher: "Ein Verbot ist der falsche Weg, um Jugendliche zu schützen."

Rosenheim - An den Rosenheimer Tankstellen hält man wenig vom Vorhaben, den Alkoholverkauf ab 22 Uhr einzuschränken oder gar zu verbieten.

Helmut Orthuber betreibt die Jet-Tankstelle in der Kufsteiner Straße. Da diese täglich bis 24 Uhr geöffnet hat, wäre er von einem Verbot betroffen. Orthuber ist sich sicher: "Ein Verbot ist der falsche Weg, um Jugendliche zu schützen." Der Pächter vermutet, dass sich der Zeitpunkt des Verkaufs nur nach vorne verlagern würde. "Die Jugendlichen sind ja nicht dumm. Die kaufen ihren Alkohol dann einfach um halb zehn." Aber nicht bei ihm, wie er beteuert: "Wir verkaufen Alkohol generell nur an Kunden über 18 Jahre, auch wenn wir Bier bereits an 16-Jährige abgeben dürften."

Ein Verbot oder eine Einschränkung würde Orthuber hart treffen. "Die zwei Stunden Alkoholverkauf am Abend machen 20 Prozent unseres Tagesumsatzes aus", führt er an. Die Käufer seien größtenteils über 25 Jahre alt. "Sollte es wirklich so kommen, müssten wir uns überlegen, ob wir nicht gleich um 22 Uhr zusperren", sagt der 48-Jährige. Dies könnte einen Arbeitsplatz kosten, gibt Orthuber zu bedenken. Er würde sich stattdessen mehr Prävention und Aufklärung für die Jugendlichen wünschen.

Ufuk Acarturk ist Auszubildender bei der Shell-Tankstelle in der Äußeren Münchener Straße, die rund um die Uhr geöffnet hat. "Bei uns kaufen sehr wenige Jugendliche Alkohol", sagt der 18-Jährige. Dies liege zum einen daran, dass die Filiale weit von der Innenstadt entfernt ist. Zum anderen würden die Leute Alkohol eher im Supermarkt kaufen, denn dort sei er günstiger.

Wenn Acarturk ein alkoholisches Getränk oder Tabakwaren durch den Scanner zieht, leuchtet für ihn eine Warnung auf, ab welchem Alter er die Ware verkaufen darf. "Zur Sicherheit", sagt Acarturk. Er halte sich exakt an diese Anweisung, genau wie seine Kollegen. Jugendliche müssen den Ausweis vorzeigen. "Sonst kann es richtig Ärger geben, für die Chefin und auch für uns." Dies könne bis zur Kündigung gehen. Und es kommen öfters Testkäufer, verrät er.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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