Waffenkurier auf A8 ertappt

Festnahme von Vlatko V.: Große Ermittlungspannen?

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Bad Feilnbach/Paris - Kam es nach der Festnahme des mutmaßlichen Komplizen der Pariser Terroristen zu massiven Ermittlungen? Diesen Vorwurf erhebt das ARD-Magazin FAKT.

Wie das ARD-Magazin FAKT am Dienstagabend berichtete, war die Wohnung von Vlatko V. in Montenegro zehn Tage nach dessen Festnahme und 48 Stunden nach den Anschlägen von Paris noch immer unberührt. Auch Reporter des SPIEGEL recherchierten vor Ort und begutachteten ebenfalls seine Wohnung.  

FAKT-Journalist Arndt Ginzel sagte, er habe Adressbücher mit Unmengen an Telefonnummern gefunden, die er sich, wenn er Ermittler wäre, genau ansehen würde.

Der TV-Beitrag:

Hier können Sie das FAKT-Video sehen

Das montenegrinische Innenministerium hatte eine Interviewanfrage Ginzels abgelehnt. Kurze Zeit später aber wurden dann plötzlich die ersten Zeugen befragt.

Wie berichtet, erhärtet sich der Verdacht, dass der hochverschuldete Mann entweder aus Verzweiflung oder wegen Drucks den Auftrag angenommen hat. Dass er aus religiösen Überzeugungen den Islamisten helfen wollte, kann wohl ausgeschlossen werden.

Die FAKT-Recherchen ergaben, dass er in seinem Heimatland als Saisonarbeiter auf einem Weingut tätig war.In guten Monaten habe er etwa 800 Euro monatlich verdient, jedoch reichte das nicht, um seine Schulden zu begleichen, unter anderem bei den Elektrizitätswerken.

Noch ist unklar, ob die Waffen im Auto wirklich für die Pariser Terroristen waren.

Anonymer Anrufer meldete sich bei der Autovermietung

Nach Recherchen von FAKT hatte sich der Festgenommene. am 15. Oktober neue Papiere für die Reise nach Paris ausstellen lassen. Den VW Golf mietete er am 2. November, für den Zeitraum bis zum 9. November. Festgenommen wurde V. jedoch am 5. November auf der A8.

Sein Bruder sagte FAKT, die Autovermietung habe sich dann am 10. November bei ihm nach dem Verbleib des Autos erkundigt. Man sei dort misstrauisch geworden, weil sich ein anonymer Anruf erkundigt habe, was mit Vlatko V. und dem Wagen geschehen sei. Unklar ist auch, woher das Navigationsgerät stammt, das sich im Auto befand und auf Paris eingestellt war. Der Autovermietung gehört es nicht.

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mg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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