Uni-Test: Händewaschen ohne Seife bringt nichts

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Wer seine Hände ohne Seife wäscht, kann es gleich bleiben lassen - sagt die Uni Regensburg

Regensburg- Wie gut werden Hände gereinigt, wenn man sie nur mit Wasser wäscht? Dieser Frage ist die Uni Regensburg nachgegangen. Das ernüchterne Ergebnis - und wie die Hände wirklich sauber werden:

Radiosender Antenne Bayern hat zusammen mit Wissenschaftlern der Uni Regensburg im Labor geprüft, was die Hände von Bakterien wirklich reinigt. Hintergrund ist die Zahl der Krankschreibungen, die in den letzten Wochen um 25 Prozent zugenommen hat. Als Hauptübertragungsweg nennen Ärzte die Hände - und fordern zur Vorbeugung zum möglichst häufigen Händewaschen auf.

Die Ergebnisse des Tests im Überblick:

1. Händewaschen ohne Seife bringt nichts

2. Die Temperatur des Wassers (warm oder kalt) beim Händewaschen ist egal

3. Die optimale Waschdauer beträgt 30 Sekunden (tötet 99,9 Prozent der Bakterien und Keime)

4. Flüssigseife ist auf öffentlichen Toiletten besser als Kernseife (wegen der Bakterienrückstände auf der Seife)

 „Wer seine Hände nur unters Wasser hält – egal ob warm oder kalt – der kann das Händewaschen auch gleich sein lassen“, so Dr. Wulf Schneider, Hygienexperte an der Uni Regensburg und fügt hinzu: „Grund dafür ist die enge Verbindung, die die Erkältungsbakterien mit der Haut eingehen. Diese Bindung ist einfach so stark, dass diese durch Wasser alleine nicht gelöst werden kann. Durch den Einsatz von Seife gelingt es, die Bakterien mit dem Kontakt von der Haut zu befreien.“

Wäscht man seine Hände 30 Sekunden lang intensiv mit Seife, dann tötet dies 99,9 Prozent aller Bakterien und Keime. Erst das Reinigungsmittel macht den Krankheitserregern den Garaus. Auf öffentlichen Toiletten sollte man nach Möglichkeit Flüssigseife benutzen – rät der Hygienexperte im Antenne-Bayern-Test: „Seife aus dem Spender ist jedes Mal frisch und ist nicht mit Bakterien kontaminiert. Im Gegensatz zur Kernseife – hier bleibt natürlich auch ein Teil der Hautflora an der Seife zurück“. Zu heißes Wasser wiederum schadet der Haut.

Wer sich so mehrmals täglich mit Seife die Hände wäscht, läuft Gefahr, dass sich die Schutzschicht der Haut auflöst und so anfälliger für Allergien wird. Um zu diesen Ergebnissen zu gelangen, haben die Wissenschaftler am Lehrstuhl Mikrobiologie der UNI Regensburg folgende Tests durchgeführt:

Der Testperson wurden im Labor angesetzte Bakterien auf drei Finger gepinselt. Danach wurde ein Abdruck davon genommen und ausgewertet.

Test 1: Händewaschen jeweils bei kaltem und warmen Wasser – Dauer: 15 Sekunden Ergebnis: Nichts passiert. Die Bakterien leben weiter

Test 2: Händewaschen jeweils bei kaltem und warmen Wasser mit Flüssigseife – Dauer: 15 Sekunden Ergebnis: Bakterien waren immer noch zu sehen

Test 3: Waschen mit Desinfektionsmittel Ergebnis: Kaum noch Bakterien zu erkennen Test 4: Händewaschen jeweils bei kaltem und warmen Wasser mit Flüssigseife – Dauer: 30 Sekunden. Ergebnis: 99,9 der Erreger waren verschwunden

In einem weiteren Test haben die Hygienexperten eine „Infektkette“ simuliert: Die Testperson bekommt Bakterien auf die Hand, drückt einer weiteren Person die Hand und diese wiederum einer dritten Person. Das Ergebnis: "Auch die dritte Person weist noch eine Vielzahl an Erregern an der Hand auf. Händewaschen ist der einzige Weg, diese Kette zu durchbrechen", so die Wissenschaftler nach dem Antenne-Bayern-Versuch.

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