Verseuchte Alz: Grundwasser nicht verwenden!

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Die Kontaminierung betraf den Flusslauf der Alz ab Burgkirchen. Das verseuchte Wasser hat mittlerweile den Inn und schätzungsweise auch die Donau erreicht. In den angrenzenden Landkreisen trifft man Vorsichtsmaßnahmen.

Burgkirchen - Nach dem großen Fischsterben in der Alz, in Folge der Wasserverschmutzung, sitzt der Schock über die Meldung immer noch tief. Was nun unternommen wird:

Infonummer zur Alz-Verunreinigung:

  • 08679/76111

"Der Umfang des Schadens ist derzeit nicht absehbar", erläutert Markus Huber von der Pressestelle des Landratsamtes Altötting auf Nachfrage von innsalzach24. "Momentan könne man nur die Ergebnisse der entnommenen Proben abwarten."

Schon gestern wurde die Bevölkerung im betroffenen Gebiet gewarnt: Das Grundwasser dürfe momentan nicht benutzt werden. Erst müssten die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen abgewartet werden, bevor das Wasser für den normalen Gebrauch wieder verwendet werden sollte.

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Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd ermittelt derzeit mit Unterstützung der Kriminalpolizei und der Kollegen des Fachgebiets Chemie des Landeskriminalamts sowohl im Fall des Brandes als auch im Fall der Umweltgefährdung durch kontaminiertes Wasser. "Die Aufgabe der Polizei hierbei ist die Ermittlung etwaig vorliegender Straftaten", so Andreas Guske, Pressesprecher des Präsidiums.

Pressekonferenz zum Thema und die Lage an der Alz:

Fischsterben in der Alz - Pressekonferenz

Noch gestern seien durch die Beamten Wasserproben aus der Alz entnommen worden. Zudem seien weitere Proben aus dem Rücklaufbecken des Werks GENDORF entnommen und chemische Untersuchungen an den Stellen, an denen das Löschwasser der Feuerwehr floss, vorgenommen worden. Auch die toten Fische würden toxikologisch untersucht, so Andreas Guske, gegenüber innsalzach24.

Der Brand im Werk am Dienstag:

Brand in Gendorf

Mit diesen Proben soll ein eventuell bestehender Zusammenhang der Giftstoffe in der Alz und dem Werk GENDORF ermittelt werden. So soll nachgewiesen werden, ob die Chemikalien, die die Alz verseucht haben, tatsächlich aus dem Werk stammen.

Die entnommenen Proben würden derzeit untersucht, Ergebnisse liegen allerdings noch nicht vor.

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Krisentreffen im Landratsamt

Auch das Wasserwirtschaftsamt in Traunstein, zuständig unter anderem für den Landkreis Altötting, nimmt weitere Wasserproben. Noch heute soll das Wasser des Inns genauer untersucht werden, denn in ihn mündet die Alz bei Marktl: "Wir müssen das machen, um Klarheit zu schaffen", erklärt Rainer Stemmer, Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein für den Landkreis Altötting. Die Untersuchung des Inns diene der Beweissicherung, denn noch ist nicht klar, inwieweit sich das kontaminierte Wasser der Alz auf den Inn auswirken kann. Dazu müsse man zunächst wissen, wieviel der verseuchten Flüssigkeit der Alz am Mittwoch tatsächlich beigesetzt wurde, so Stemmer.

Derzeit sind Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes am Inn. Proben werden genommen von der Mündung der Alz bis zur Mündung der Salzach an der österreichischen Grenze. Bis zum Vormittag seien noch keine toten Fische am Inn zu finden gewesen, heißt es von den Kollegen vor Ort. Zudem hofft man auf den Verdünnungseffekt: Da der Inn viel mehr Wasser führe als die Alz, könne man mit einer 60-fachen Verdünnung des verseuchten Wassers rechnen.

Im Landkreis Rottal-Inn, der nächste Landkreis hinter Altötting in Fließrichtung des Inns, wurden am Donnerstagvormittag vorsorglich bei Simbach und Ingling erste Proben genommen. "Wir werden das in regelmäßigen Abständen weiterbetreiben", so Josef Feuchtgruber, stellvertretender Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, gegenüber innsalzach24. Die Proben würden dann eingefroren und aufgehoben. Notwendigkeit, die Proben sofort zu untersuchen, bestünde momentan aber nicht.

Gerechnet mit einer Fließgeschwindigkeit von durchschnittlich 0,5 Meter/Sekunde wäre das kontaminierte Wasser also bereits rund 65 Kilometer weit gekommen. Nicht zuletzt deswegen beobachtet man die Entwicklungen auch in der Biomonitoring Messstation in Jochenstein (am Grenzübergang Bayern-Österreich) an der Donau genau. Dort werden Veränderungen im Wasser nach chemischen Parametern kontinuierlich untersucht und auch die sogenannten Filtrierer genau beobachtet. Filtrierer seien Lebewesen, die Inhaltsstoffe aus dem Wasser aufsaugen, z.B. Muscheln und Krebse. Diese Tiere seien nach der Kontaminierung der Alz unter strenger Beobachtung und werden nach Auffälligkeiten untersucht. "Ergänzend zur chemischen Untersuchung ist die Reaktion der Filtrierer eine sichere Quelle zur Untersuchung von Auffälligkeiten", so Feuchtgruber.

Stefan Sonntag, Pressesprecher Polizeipräsidium Oberbayern Süd, nach der Katastrophe:

rr/innsalzach24

Quelle: innsalzach24.de

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