Was sollen wir Essen? 

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Rosenheim - Die Grünen im Kreis Rosenheim diskutieren über die Zukunft der Landwirtschaft. Ausgerechnet mit der Weltbank haben sie dafür einen kompetenten Partner ausgemacht.

Ein weiter so kann es nicht geben“; es ist selten, dass sich Bündnis90/Die Grünen einig sind mit der Weltbank. Bei der Diskussion des Rosenheimer Kreisverbandes über den Weltagrarbericht, 2008 erschienen im Auftrag der Weltbank, am vergangenen Mittwoch, den 13. Juli 2011, fanden dessen zentrale Thesen jedoch breite Zustimmung.

Die Art und Weise in der wir gegenwärtig unsere Lebensmittel erzeugen, macht uns krank, sorgt für Hungerkatastrophen und Ungerechtigkeit, verbraucht unverhältnismäßig viel Ressourcen und zerstört unsere Umwelt. Mit dem Weltagrarbericht wurden diese Zustände wissenschaftlich dokumentiert durch eine Gruppe von über 500 Wissenschaftlern aus allen Teilen der Welt.

Die Wissenschaftler fordern ein radikales Umdenken, weg von der Abhängigkeit von petrochemischen Düngemitteln, weltweit operierenden Saatgutmultis und Agrarkonzernen hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, in der das jeweilige Know-How vor Ort genutzt wird und kleine, an die örtlichen Besonderheiten angepaßte Strukturen erhalten bleiben. Genauso wie die Versorgung der heimischen Märkte mit lokal produzierten Lebensmitteln das erste Ziel der Landwirtschaft sein sollte.

„Das sind Ziele“, meint Karin Holluba-Rau, die als Landwirtschaftsexpertin vor den Rosenheimer Grünen den Agrarbericht präsentierte, „die wir Grünen schon vor 20 Jahren verfolgt haben. Nur damals wollte uns niemand ernst nehmen.“ Dass diese Ziele nicht nur in Entwicklungsländern greifen, sondern auch in Oberbayern ihre Berechtigung haben, verdeutlichte Christine Schneebichler. Die Milchbäuerin aus Neubeuern war mit ihren Kollegen vor etwa zwei Jahren vor dem Kanzleramt in den Hungerstreik getreten, um auf die prekäre Lage der Milchbauern aufmerksam zu machen: „Es ist ein Wahnsinn, dass wir von der EU für unsere Milch Subventionen bekommen, nur damit diese Milch als Billigware in den Entwicklungsländern die lokalen Märkte zerstört. Wir wollen als Bauern endlich wieder stolz sein auf unsere Leistung.“

Der Weltagrarbericht hat leider seit seinem Erscheinen – trotz seiner zukunftsweisenden Inhalte – nur wenig Beachtung gefunden. Die Vereinigten Staaten, große Saatgut- und Agrarkonzerne haben sich unmittelbar vor seiner Veröffentlichung von dem Text distanziert – obwohl diese mit zu den Initiatoren des Berichtes gehörten. „Leider ist die Hoffnung, dass man mit der gegenwärtigen technik- und Industriehörigkeit in der Landwirtschaft einfach weitermachen könnte, noch nicht gestorben“, bedauert Karin Holluba-Rau.

Seinen ganz eigenen Weg, aus dem Preiskampf in der Landwirtschaft auszubrechen, stellte der Riederinger Biobauer Hubert Jaksch dar. Er verpachtet kleine

Parzellen an interessierte Hobbygärtner und zeigt diesen wie man erfolgreich biologisch Landwirtschaft betreiben kann.

Eine Kurzfassung des Weltagrarberichtes ist über die Rosenheimer Grünen erhältlich:

Bündnis 90/ Die Grünen, Kreisverband Rosenheim, Tel.: 08031 / 9016374, info@gruene-rosenheim.de

Pressemeldung Grüne KV Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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