Schreckliche Entdeckung

Lebendes Baby und Säuglings-Skelett in Koffer gefunden

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In diesem Haus in Hannover wurde ein lebendes Baby und das Skelett eines Säuglings in einem Koffer gefunden.

Hannover - Horrorfund in einem Mehrfamilienhaus in Hannover: In einem Koffer entdeckt ein Mann ein lebendes Neugeborenes sowie Knochen eines toten Säuglings. Die Polizei hat eine Spur.

Ein lebendes Baby und das Skelett eines toten Säuglings hat ein Mann nach Behördenangaben in einem Koffer in Hannover entdeckt. Der 19-Jährige rief nach der grausigen Entdeckung vom Donnerstag die Polizei, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Die 22 Jahre alte Lebensgefährtin und mutmaßliche Mutter der Kinder wurde an ihrem Arbeitsplatz festgenommen. Das lebende weibliche Neugeborene kam in eine Klinik. Sein Zustand ist nach ersten Untersuchungen stabil.

Die junge Frau sollte am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Kriminalpolizei hat ein Verfahren wegen des Verdachts des Totschlags gegen die 22-Jährige eingeleitet. Gegenüber den Beamten machte die junge Frau bislang keine Angaben. Der 19-Jährige ist weiter auf freiem Fuß. Die aufgefundenen Knochenteile sollen rechtsmedizinisch untersucht werden. Die weiteren Ermittlungen mit der Befragung des jungen Mannes, Nachbarn und Arbeitskollegen der Frau dauerten am Freitag an.

Nach dem Notruf des jungen Mannes rückten Fahnder und Rettungskräfte zur Wohnung des Paars in einem gepflegten Mehrfamilienhaus im Stadtteil Vahrenwald unweit des Zentrums von Hannover an. Rettungskräfte nahmen sich sofort des lebenden Säuglings an. Bei der weiteren Überprüfung des Koffers entdeckten die Polizisten darin dann bereits skelettierte Knochen, die offenbar von einem weiteren Baby stammen. Die Geburt dieses Kindes liegt nach Angaben der Ermittler vermutlich schon länger zurück.

Gefundene Babyleichen

Wenn Babyleichen gefunden werden, ist die öffentliche Anteilnahme besonders groß. Einige Beispiele:

Juli 2016: Eine 45-Jährige aus Wallenfells in Bayern wird zu 14 Jahren Haft wegen Totschlags an vier Babys verurteilt. Insgesamt waren zuvor acht in Handtücher und Plastiktüten gewickelte Säuglinge gefunden worden.

September 2012: Eine 28-Jährige aus Husum in Schleswig-Holstein gesteht die Tötung ihrer fünf Kinder. 2006 war in Nordfriesland eine Babyleiche gefunden worden, 2007 eine weitere im Kreis Schleswig-Flensburg. Im Keller der Frau wurden später noch drei Leichen entdeckt. Die Frau wurde zu neun Jahren Haft verurteilt.

April 2009: Eine 28-Jährige aus Sachsen-Anhalt wird zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie hatte ihre zwei neugeborenen Mädchen direkt nach der Geburt getötet und eines davon in der Waschmaschine versteckt.

Mai 2008: In einer Gefriertruhe in Wenden in Nordrhein-Westfalen werden drei Kinderleichen entdeckt. Eine 44-Jährige gesteht, die Mädchen geboren und nach deren Tod versteckt zu haben. Sie wird zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Dezember 2007: Eine 28-Jährige aus dem sächsischen Plauen tötet ihre drei Babys und versteckt die Kinderleichen in einem Koffer, in einer Tiefkühltruhe und auf einem Balkon. Sie muss acht Jahre ins Gefängnis.

April 2007: Im Tiefkühlschrank einer Erfurter Wohnung werden zwei tote Säuglinge entdeckt. Eine 35-Jährige gesteht, die Kinder nach der Geburt in eine Mülltüte gewickelt und in den Gefrierschrank gelegt zu haben. Die Babys hätten nicht zu ihren Berufsplänen gepasst.

Januar 2007: Der neue Besitzer eines Hauses in Thörey bei Erfurt findet beim Aufräumen die Leichen von drei Babys in einer Garage. Die junge Mutter erhält neun Jahre Jugendhaft.

Juli 2005: In einer Garage im brandenburgischen Brieskow-Finkenheerd werden bei einer Entrümpelung neun Babyleichen entdeckt. Sie liegen in einem mit Sand gefüllten Aquarium, in Eimern und Blumenkübeln. Die Mutter wird später wegen Totschlags zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Dezember 2000: Bei Kleinrudestedt in Thüringen werden die Leichen von drei Neugeborenen gefunden. Die Mutter hatte die Babys nach den Geburten getötet und in der Umgebung abgelegt. Sie wird zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Juni 1999: In der Tiefkühltruhe eines Ehepaares im sächsischen Mühltroff findet die Polizei die Leichen von drei Neugeborenen. Die Babys wurden kurz nach der Geburt erstickt. Die Mutter wird zu dreizehneinhalb Jahren verurteilt.

dpa

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