Quiek-lebendiger Faschingszug

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Dicht gedrängt standen die Zuschauer in der Altstadt.

Wasserburg - Wie wäre es mit "Bei der Hertha" statt "Am Herder?" Und wird das geplante Fünf-Sterne-Hotel in Wasserburg Zimmer auch stundenweise vermieten? **Faschings-Special**

Auch lokale Themen wurde beim Wasserburger Faschingszug gestern in witziger Weise aufgegriffen. Mehrere tausend Zuschauer freuten sich daran.

Er war etwas kürzer als im Wahljahr 2008, dafür waren die Wägen teils sehr aufwändig gestaltet und viele ideenreich kostümierte Gruppen dabei. Und: Die meisten der 35 Teilnehmergruppen hielten sich an die Lautstärken-Einschränkung, Ausreißer mit hohem Lärm- und Alkoholpegel bei gleichzeitig gesunkener Gürtellinie der Gags waren die absolute Ausnahme.

Bilder vom Faschingszug

Faschingszug Wasserburg

Gleich hinter der Stadtkapelle - mit Valentinsgrüßen - und der Kutsche mit den beiden Bürgermeistern - dem Wasserburger Oberhaupt Michael Kölbl als Wilhelm Tell und dem Burgamoasta der Lederer Gmoa, Robert Stegmaier - wurden die Organisatoren selbst auf die Schippe genommen: Die Tschug-Bar aus Edling wollte die Abwrackprämie für das Wahrzeichen der Lederer-Gmoa, die motorisierte Sau, in Anspruch nehmen, und diese schlachten. Doch das Uralt-Vehikel erwies sich einmal mehr als "quiek-lebendig" und führte den Zug der Wägen durch die Altstadt mit an.

An den Straßen freuten sich die Zuschauer, in der Regel selbst maskiert, über die Ideen der Gruppen, die in der Hofstatt von Harry Petermann vorgestellt wurden.

Die Zuschauer beim Wasserburger Faschingszug

Zuschauer beim Wasserburger Faschingszug

Die lokalen Themen kamen diesmal fast ausschließlich von den politischen Gruppen. So begrüßte die SPD mit Goldtalern die ersten noblen Gäste für das Fünf-Sterne-Hotel in Wasserburg, vorläufig noch ein Zelt mit Planschbecken, das auch stundenweise vermietet wird - womit wenigstens geklärt wäre, welches Publikum das Edel-Etablissement ansprechen soll.

Der Wasserburger Block machte sich über das Thema der weiblichen Straßennamen lustig und war dabei nicht zimperlich: Aus dem Weberzipfel wurde die "Webermuschi", und es fanden sich auch andere markante Umbennennungs-Vorschläge. Das Bürgerforum legte noch einmal die Motorsäge an die Rathaus-Bäumchen an und erinnerte damit an die "Tragi-Komödie" 2009. Und die Wasserwacht bot eine Schweingrippe-Impfstation - ein Thema, das auch von einer Pfaffinger Gruppe aufgegriffen wurde.

Eine Gruppe aus Griesstätt beklagte: "Bäcker, Metzger hamma drei, blos da Wirt geht oiwei ei", die Musik spielte im blutigen Metzgerschurz dazu. Und die Feuerwehr Steinhöring wollte endlich grenzenlos helfen dürfen und verglich sich dabei mit der grenzenlosen Steuerfahndung.

Auch nach dem Faschingszug wurde noch kräftig gefeiert! Hier der erste Teil der Bilder:

After-Zug-Party Teil 1

Das Stichwort Steuersünder-CD griffen auch andere Wägen auf, etwa die Steinhöringer KLJB, die Selbstanzeiger direkt ins Gefängnis einlud. Aus dem Landkreis Ebersberg kamen auch eine Maut-Forderung für die B304 und die beiden wohl aufwändigsten Maskengruppen und Wägen: der Tullinger Stopselclub als Außerirdische auf verzweifelter Suche nach iridischer Intelligenz und die Hohenlindener mit einer Karibik-Szene.

Mit viel Kreativität maskiert waren Mexikaner, Neandertaler, Hexen, Hühner, Asterix und Obelix, Piraten und Kühe. "Stockwerk Orange" lieferte mitreißende Samba-Rhythmen. Und natürlich fehlten auch die Stadtgarde mit ihrer Burg und dem Prinzenpaar auf dem Turm und der Faxenclub mit einem Western-Saloon nicht.

Teil zwei der "After-Zug-Party"

After-Zug-Party Teil 2

So gab es entlang des Zuges entspannte Faschingsstimmung. Während sich der größte Teil der Zuschauer nach dem Umzug dann schnell wieder zerstreute, feierte ein harter Kern diesmal am Gries weiter, wo das Faschingszelt schon am Samstag bei der Skihaserl-Party ein beliebter Anlaufpunkt war - wenn auch wegen der Lärmauflagen nur bis 24 Uhr, was den überwiegend jugendlichen Besuchern natürlich nicht reichte.

koe/Wasserburger Zeitung

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Quelle: rosenheim24.de

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