Im Januar kamen noch 75.000

Nur 5555 Asylbewerber im April - Tendenz sinkend

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Noch im Oktober letzten Jahres sah es in einer Erstregistrierungsstelle in Passau so aus. Seit März 2016 gehen die Flüchtlingszahlen radikal zurück.

München - Die Zahl der Flüchtlinge sinkt weiter. Im April wurden in Bayern noch exakt 5555 neu angekommene Asylbewerber gezählt, wie ein Sprecher des Sozialministeriums auf Anfrage mitteilte.

Darin enthalten sind sowohl Flüchtlinge, die von der Polizei an der österreichischen Grenze aufgegriffen wurden, als auch die sogenannten "Direktzugänge". Das sind die Flüchtlinge, die sich selbst bei den Behörden melden.

Seit den Grenzschließungen in Südosteuropa gehen die Flüchtlingszahlen kontinuierlich zurück. Im Januar waren es noch knapp 75 000 neue Flüchtlinge gewesen, im Februar 41 600, im März 6600. Die Daten zu den Herkunftsländern liegen für den April noch nicht vor.

Ägäis wird nicht mehr zum Grab

Zum ersten Mal seit langem sind im April keine Flüchtlinge auf dem Weg von der Türkei über die Ägäis nach Griechenland ertrunken. Das teilte das Presseamt der türkischen Regierung am Mittwoch unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Anadolu und Daten der türkischen Küstenwache mit. Im März waren demnach 32 Flüchtlinge in türkischen Hoheitsgewässern ertrunken, im Februar 38 und im Januar 103.

Der Tod von tausenden Flüchtlingen bei der Überfahrt über die Ägäis hatte im vergangenen Jahr die Weltöffentlichkeit geschockt und den Druck auf die EU und die Türkei erhöht, den Flüchtlingsandrang nach Europa einzudämmen. Laut einem Abkommen vom März nimmt die Türkei alle über ihr Territorium nach Griechenland gelangten Flüchtlinge zurück. Gleichzeitig wurden die Kontrollen in der Ägäis und in den türkischen Küstengebieten verstärkt.

Flüchtlings-Deal funktioniert

Der Flüchtlings-Deal hat die Zahl der nach Griechenland gelangenden Menschen erheblich reduziert. Nach UN-Angaben sind in den ersten Mai-Tagen im Durchschnitt 59 Flüchtlinge pro Tag in Griechenland angekommen. Im April waren es 176 pro Tag, im März fast 900 jeden Tag.

Menschenrechtler kritisieren das Abkommen als groben Verstoß gegen die Rechte der Flüchtlinge und werfen der Türkei vor, schutzlose Menschen trotz Gefahr für Leib und Leben in ihre Herkunftsländer abzuschieben. Ankara weist dies zurück.

dpa/AFP

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser