Kandidat der Freien Wähler

TV-Richter Alexander Hold soll Bundespräsident werden

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Die Freien Wähler haben Ex-TV-Richter Alexander Hold als Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten nominiert.

München - Die Freien Wähler haben Ex-TV-Richter Alexander Hold als Kandidaten für die Wahl zum Bundespräsidenten nominiert.

Als Politiker ist Alexander Hold den Deutschen eher ein Unbekannter. Die meisten kennen ihn noch aus der Sat.1-Show "Richter Alexander Hold". Nun ist er Kandidat der Freien Wähler für die Wahl zum Bundespräsidenten am 12. Februar 2017. 

Tatsächlich ist Alexander Hold seit Jahren auch in der Kommunalpolitik aktiv. 2008 wurde er auf der Liste der Freien Wähler in den Stadtrat von Kempten im Allgäu gewählt. Seit 2014 ist er dort Fraktionsvorsitzender. Seit 2013 sitzt Hold für die Freien Wähler auch im Bezirkstag Schwaben.

"Alexander Hold ist ein Glücksfall für unser Land", erklärt Hubert Aiwanger, Landtags-Fraktionschef der Freien Wähler in Bayern am Mittwoch in einer Pressemitteilung und zählt die Qualifikationen auf, die Hold für das Amt des Bundespräsidenten mitbringe. "Als verantwortungsvoller Richter und engagierter Kommunalpolitiker der Freien Wähler hat er sich über alle Parteigrenzen hinweg einen hervorragenden Ruf erworben. In vielen Jahren als beliebter und populärer TV-Richter ist er bundesweit bekannt und genießt bei den Bürgern ein hohes Vertrauen. Gerade in Zeiten, da bei manchen Bürgern Zweifel wachsen, ob Recht und Gesetz geachtet und verteidigt werden, bringt ein Richter und Kommunalpolitiker wichtige Voraussetzungen für unser höchstes Staatsamt mit."

In der Pressemitteilung verrät Alexander Hold, warum er für die Freien Wähler im kommenden Februar als Bundespräsident kandidiert: "Unabhängig, sachbezogen und bürgernah – dieser Politikstil, für den die Freien Wähler stehen, muss in unserem Land wieder zum Maßstab werden. Das wünschen sich die Bürger, damit Deutschland seine Zukunftsaufgaben erfolgreich bewältigen kann. Genau das werde ich in den kommenden Monaten als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten deutlich machen."

Besonders große Chancen dürfte Alexander Hold allerdings nicht haben, 2017 als Bundespräsident ins Schloss Bellevue einzuziehen. Die Freien Wähler entsenden nach Angaben Aiwangers zehn Wahlmänner und -frauen in die nächste Bundesversammlung, die den Nachfolger von Joachim Gauck wählen wird. Wer Bundespräsident werden will, braucht mehr als 600 Stimmen.

Hold ist sich durchaus bewusst, dass er als Außenseiter-Kandidat bei der Bundespräsidenten-Wahl antritt: "Auch wenn ich meine Erfolgschancen realistisch einschätze, nehme ich meine Kandidatur mit großer Ernsthaftigkeit an. Schon wenn es gelingt, sachorientierter Vernunft wieder mehr Gehör zu verschaffen als populistischen Parolen, ist viel gewonnen für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes."

Bei den vergangen drei Wahlen hatten die Freien Wähler keine eigenen Kandidaten nominiert. Alexander Hold ist der erste Bewerber der Partei für das oberste Staatsamt. Wie die Freien Wähler in ihrer Pressemitteilung betonen, ist Holl "Deutschlands bekanntester und beliebtester Richter". Fans der ehemaligen TV-Richterin Barbara Salesch, die das Genre der Gerichtsshows populär machte, mögen diese Aussage allerdings bezweifeln.

Alexander Hold will Bundespräsident werden: Freie Wähler wollen kein Mehrheitsbeschaffer sein

Bei den vergangenen Bundespräsidenten-Wahlen hatten die Freien Wähler einmal Horst Köhler und dann zweimal Gauck unterstützt. Als mögliche Mehrheitsbeschaffer für einen denkbaren rot-rot-grünen Kandidaten scheiden die Freien Wähler diesmal aus: "Wir werden keinen Kandidaten der anderen Parteien mittragen, der nach unwürdiger rot-rot-grüner Kungelei vorgeschlagen wird", betont Aiwanger. "Wir sind eine politische Kraft der bürgerlichen Mitte und waren mit unseren Stimmen bereits bei der Bundesversammlung 2009 das ‚Zünglein an der Waage‘. Ohne die Stimmen der Freien Wähler wäre der damalige Bundespräsident Horst Köhler nicht im ersten Wahlgang wiedergewählt worden."

Alexander Hold: Ex-TV-Richter kandidiert als Bundespräsident

Als die Gerichtsshows im deutschen Fernsehen boomten, bekam auch Alexander Hold seine eigene Sendung: Von 2001 bis 2013 war er von Montag bis Freitag in "Richter Alexander Hold" im Nachmittagsprogramm von Sat.1 zu sehen. Die Sendung war zeitweise so beliebt, das auch an Samstagen und Sonntagen Folgen ausgestrahlt wurden. Wer "Richter Alexander Hold" nicht kennt: Alle Folgen der Sendung gibt es als Video-Stream auf der Seite von "Sat.1 Gold". Nach wie vor werden in Sa.1 Wiederholungen der Show ausgestrahlt.

Alexander Holds TV-Karriere war mit der Einstellung von "Richter Alexander Hold" nicht beendet. Von 2013 bis 2015 wirkte er in der Scripted-Reality-Sendung "Im Namen der Gerechtigkeit – Wir kämpfen für Sie!" mit. Sat.1 kündigte bereits die Produktion neuer Folgen an.

Seit 2007 hat Alexander Hold die  Kolumne „Hold hat Recht“ mit Rechtstipps für Verbraucher im Sat.1-Frühstücksfernsehen. Auch in dem Sat.1-Magazin "Akte – Reporter kämpfen für Sie" gibt er regelmäßig Rechtstipps.

Neben Alexander Hold will übrigens ein zweiter TV-Star Bundespräsident werden: Teleshopping-Moderator Walter Freiwald (bekannt aus dem "Dschungelcamp" und "Der Preis ist Heiß") hat die SPD nach eigenem Bekunden um eine Nominierung für die Wahl im Februar 2017 gebeten.

Alexander Hold: Die Stationen seiner Karriere

Alexander Hold studierte von 1983 bis 1989 Rechtswissenschaft, Politik und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Von 1992 bis 1997 war er Staatsanwalt in Kempten (Allgäu). Dort arbeitete er vor allem in einer Abteilung für organisierte Kriminalität.

1997 wurde er zum Richter auf Lebenszeit am Landgericht Kempten ernannt.

Am 1. März 1997 wurde er zum Richter auf Lebenszeit ernannt. Anschließend war er bis 2001 als Richter in Zivil- sowie Strafsachen, als Jugend- und Ermittlungsrichter an verschiedenen Gerichten im Allgäu tätig.

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