Anschlagsserie von Mumbai verurteilt

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Neu Delhi - Mehr als zweieinhalb Jahre nach der verheerenden Terrorserie in Mumbai wird die Finanzmetropole erneut von Anschlägen erschüttert. Die Welt reagiert entsetzt auf die Bluttat.

Die Anschlagsserie in der westindischen Finanzmetropole Mumbai mit mehr als 20 Toten ist international scharf verurteilt worden. Die “wahllose Gewalt gegen Zivilisten“ sei durch nichts zu rechtfertigen, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach Angaben seines Sprechers in New York. US-Präsident Barack Obama sprach von einem “abscheulichen Angriff“. Bundeskanzlerin Angela Merkel drückte den Hinterbliebenen der Todesopfer und den Verletzten ihre Anteilnahme aus. Bei der Explosion dreier Sprengsätze waren am Mittwoch in Mumbai mindestens 17 Menschen getötet worden. 141 weitere wurden nach Medienberichten verletzt.

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“Terrorismus in all seinen Formen ist eine der größten Bedrohungen der internationalen Sicherheit und des Friedens“, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig, der den Weltsicherheitsrat in New York in diesem Monat leitet. Obama erklärte in Washington, die USA würden ihrem Freund Indien zur Seite stehen und helfen, “die Täter dieser schrecklichen Verbrechen ihrer Strafe zuzuführen“. Auch Merkel versicherte, Indien könne sich im Kampf gegen den Terror der Solidarität Deutschlands sicher sein. Bundesaußenminister Guido Westerwelle unterstrich, “die Verantwortlichen für diese Taten müssen zur Rechenschaft gezogen werden“.

Die Anschläge ließen Erinnerungen an die verheerende Terrorserie von 2008 wachwerden, als mehrere schwer bewaffnete Angreifer über drei Tage hinweg in Mumbai für Angst und Schrecken sorgten und mehr als 170 Menschen töteten. Die indische Regierung machte damals die aus Pakistan operierende radikal-islamische Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba für die Tat verantwortlich.

Wer hinter den Bombenanschlägen vom Mittwoch steckt, war zunächst nicht bekannt. In indischen Medien wurde über eine Verwicklung radikaler Islamisten spekuliert. “Das war ein koordinierter Anschlag von Terroristen“, sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram vor Reportern in Neu Delhi. Die Sicherheitskräfte in Mumbai und anderen Großstädten seien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Zu den möglichen Attentätern machte er keine Angaben.

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Medienberichten zufolge explodierten die Sprengsätze innerhalb von 15 Minuten in belebten Wohn- und Geschäftsvierteln im Süden und Westen der Stadt. Eine der Bomben sei an einer Bushaltestelle im westlichen Bezirk Dadar detoniert, die anderen in den Vierteln Zaveri Bazar und Opera House, beides Zentren der Schmuckindustrie. Zum Zeitpunkt der Anschläge gegen 19 Uhr Ortszeit waren auf den Straßen der Millionenmetropole zahlreiche Menschen unterwegs. Viele kamen von der Arbeit oder erledigten ihre Einkäufe.

Die indische Staatspräsidentin Pratibha Patil verurteilte die Anschläge und wünschte den Verletzten baldige Genesung. Die Regierung rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Ministerpräsident Manmohan Singh rief die Menschen zudem auf, zusammenzustehen. Die indische Polizei lehnte es am Mittwoch ab, über die Urheber der Anschlagsserie zu mutmaßen. Bisher gebe es noch keine Spur von den Attentätern oder deren Hintermännern. Alle (terroristischen) Gruppen die fähig sein, einen solchen Anschlag zu verüben, stehen unter Verdacht“, sagte Innenminister Palaniappan Chidambaram am Donnerstag. Man ermittle in alle Richtungen.

Auch die Regierung des Nachbarlandes Pakistan verurteilte die Tat. Die Nachrichtenagentur IANS berichtete, Präsident Asi Ali Zardari und Premier Yousaf Raza Gilani hätten sich in einem Schreiben an die indische Führung gewandt und den Verlust von Menschenleben bedauert.

Mumbai ist in den vergangenen Jahren immer wieder von schweren Anschlägen erschüttert worden. Im Juli 2006 wurden bei einer Serie von Bombenexplosionen in Vorortzügen mehr als 180 Menschen getötet und rund 800 verletzt. Mitte 2003 starben bei Anschlägen im Stadtzentrum mehr als 50 Menschen. Bei der bislang größten Anschlagserie 1993 waren 250 Menschen ums Leben gekommen. Auch für diese Taten werden muslimische Extremisten verantwortlich gemacht.

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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