Anne Will am Sonntag

Söder contra Merkel: Deutschland für viele nicht mehr Deutschland

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Der bayerische Finanzminister Markus Söder am Sonntag bei Anne Will.

München - Kanzlerin Merkel und ihre Flüchtlingspolitik - ein Dauerbrenner in den politischen Talkshows. So auch am Sonntag. Markus Söder (CSU) stellt sich erneut gegen den Kurs der Kanzlerin.

Anne Will meldet sich mit einem Klassiker zurück aus der Sommerpause: Wie so oft war am Sonntag die Flüchtlingskrise und der Kurs der Kanzlerin Thema der ARD-Talksendung. Zum Thema "Deutschland wird Deutschland bleiben" - Aber auch mit dieser Kanzlerin?" hatte Will Markus Söder (CSU), Ralf Stegner (SPD), Martin Patzelt (CDU), Jagoda Marinić (Schriftstellerin und Leiterin Interkulturelles Zentrum Heidelberg) und Wolfgang Merkel (Politikwissenschaftler) in ihr Studio eingeladen. 

"Deutschland bleibt Deutschland - das ist banal"

Direkt mit Bezug auf das Thema schoss Söder seinen ersten Kritik-Pfeil in Richtung Merkel: „Es gibt viele Städte in Deutschland, wo die Bürger nicht mehr den Eindruck haben, dass Deutschland noch Deutschland ist.“ Damit spielt der bayerische Finanzminister auf sogenannte No-Go-Areas an. „Jeder, der bei uns leben will, muss sich unseren Werten und Sitten anpassen und nicht umgekehrt“, meint Söder.

Auch Politikwissenschaftler Merkel, der nicht verwandt ist mit der Kanzlerin, kritisierte die Äußerung seiner weiblichen Namensvetterin: "Deutschland bleibt Deutschland – das ist banal. Natürlich werden wir nicht Frankreich oder Afghanistan." Die Kanzlerin sei arrogant, wenn sie meine, dass man die 82 Prozent der Bürger, die unzufrieden sind mit der Flüchtlingspolitik, schon noch überzeugen werden, setzte Wolfgang Merkel nach.

Patzelt bricht eine Lanze für die Kanzlerin

Dem widerspricht Jagoda Marinić entschieden: Die Kanzlerin habe richtig gehandelt vor einem Jahr. Über Einzelfälle zu diskutieren sei problematisch: "Es gibt auch unter Deutschen welche, die wollen – und welche, die nicht wollen."

Der CDU-Abgeordneter Patzelt bricht eine Lanze für seine Parteivorsitzende: "Das Land ist nicht zusammengebrochen. Es kommen kaum noch Flüchtlinge. Wir sind vorangekommen. Aber die Ängste der Menschen werden weiter geschürt." Ein direkter Seitenhieb auf Söder - der Streit zwischen CDU und CSU ist im Fernsehstudio angekommen. Patzelt selbst hatte vergangenes Jahr zwei Flüchtlinge aus Eritrea aufgenommen. Auf das Thema angesprochen berichtet er auch von den negativen Erfahrungen, die er dabei gemacht hat. 

Stegner, bekannt für seine Kritik an Merkel, zeigte am Sonntag einmal mehr, dass sich die SPD mittlerweile deutlich in der Öffentlichkeit von der Kanzlerin und ihrer Politik zu distanzieren versucht. Auch Markus Söder und die CSU stehen auf seiner verbalen Abschussliste: Die CSU sei Mitschuld am Wahlerfolg der AfD, sie stehe inhaltlich für Einfalt.

Die ganze Sendung können Sie in der ARD-Mediathek anschauen.

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