Barschel-Tod: Ex-Ermittler geht weiter von Mord aus

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Wurde der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Uwe Barschel (Foto, CDU) ermordet. Davon geht der frühere Chefermittler Heinrich Wille weiterhin aus.

Lübeck - Der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Uwe Barschel (CDU), soll keines natürlichen Todes gestorben sein. Davon geht frühere Barschel-Chefermittler Heinrich Wille weiterhin aus.

Wille hält die geplante DNA-Spurensuche an Barschels Kleidung für wenig erfolgversprechend. Man könne wohl genetisches Material an der Kleidung finden, habe damit aber noch keinen Tatverdächtigen, sagte Wille am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Er geht weiterhin davon aus, dass Uwe Barschel ermordet wurde.

Der “Nordwestzeitung Oldenburg“ (Freitag) sagte Wille, er sei überzeugt, dass Barschel Opfer eines Giftmordes geworden sei. Der frühere Kieler Regierungschef war am 11. Oktober 1987 tot in einer Badewanne in einem Genfer Hotel entdeckt worden. Viele Fachleute gehen von Selbstmord aus, doch die Todesumstände wurden nie restlos geklärt. Auf Anregung des CDU-Landtagsabgeordneten Werner Kalinka will die Lübecker Staatsanwaltschaft Kleidungsstücke, die Uwe Barschel bei seinem Tod getragen hat, auf mögliche DNA-Spuren untersuchen lassen.

Die schlimmsten Attentate auf Politiker

Nach Anschlag in den USA: Die schlimmsten Attentate auf Politiker

Der dpa sagte Wille, er glaube nicht, dass die Suche nach DNA-Spuren einen entscheidenden Durchbruch bringen werde. “Es fehlt nach wie vor ein Tatverdächtiger. Die mutmaßlichen Täter von damals werden wahrscheinlich nicht in den zur Verfügung stehenden Vergleichsdateien gespeichert sein“, sagte der frühere Leiter der Staatsanwaltschaft Lübeck. “Das Fehlen von Tatverdächtigen war ja der Grund, warum wir die Mordermittlungen 1998 eingestellt haben“, sagte er weiter.

Wille hatte sich mit seinem Festhalten an der Mordthese nicht nur Freunde gemacht. So untersagte ihm 2007 sein Vorgesetzter, der frühere Generalstaatsanwalt Erhard Rex, die Veröffentlichung eines Buches über den angeblichen Mord an Barschel. Rex begründete das damit, dass Wille damit dienstlich erworbenes Wissen privat vermarkten würde. Seit Herbst 2010 ist Wille im Ruhestand, sein Buch “Ein Mord, der keiner sein durfte. Der Fall Uwe Barschel und die Grenzen des Rechtsstaates“ soll im September erscheinen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser