Drei Monate nach LKW-Anschlag

Frankreich gedenkt der Opfer des Terrors von Nizza

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Trauer nach dem Anschlag in Nizza.

Nizza - Am 14. Juli stürzte ein Attentäter die Côte-d'Azur-Perle Nizza ins Grauen. Jetzt gedenken Politiker und Angehörige der Opfer - mit einer Rose für jeden der 86 Toten.

Drei Monate nach dem Anschlag von Nizza erinnert Frankreich mit einer nationalen Gedenkzeremonie an die Opfer. Auf dem Schlosshügel der Mittelmeerstadt sollen am Samstag die Namen der 86 Todesopfer verlesen werden. Staatspräsident François Hollande hält eine Rede, außerdem ist eine Schweigeminute angesetzt. Zu der Veranstaltung werden auch zahlreiche Angehörige von Opfern erwartet.

Am französischen Nationalfeiertag war ein 31-Jähriger mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge auf der Strandpromenade von Nizza gerast. Die Polizei erschoss ihn schließlich. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Attacke für sich, bislang sind aber keine Verbindungen zwischen der Organisation und dem Angreifer bekannt.

Würdiges Gedenken statt politischer Streit

Hinterbliebene der Opfer hatten wiederholt eine nationale Gedenkfeier gefordert, wie es sie auch nach den Pariser Anschlägen vom 13. November gegeben hatte. Zu der Zeremonie nicht weit von der Strandpromenade haben nur geladene Gäste Zugang. Für jeden Toten wird eine Rose niedergelegt, ein Kinderchor singt die Nationalhymne Marseillaise. Außerdem tritt der in Frankreich populäre Chanson-Sänger Julien Clerc auf.

Ursprünglich sollte die Gedenkfeier bereits am Freitag stattfinden. Doch wegen schlechten Wetters verschoben die Organisatoren sie kurzfristig.

In Nizza war nach dem Anschlag auch deutliche Kritik an der Pariser Anti-Terror-Politik laut geworden. Premierminister Manuel Valls wurde bei einer Schweigeminute wenige Tage danach von einigen Besuchern ausgebuht. Die konservative Stadtführung von Nizza stritt heftig mit der sozialistischen Regierung über die Sicherheitsvorkehrungen auf der Promenade. Mit Blick auf die Gedenkfeier hat aber auch der führende Regionalpolitiker und Regierungskritiker Christian Estrosi betont, dass an diesem Tag ein würdevolles Gedenken im Mittelpunkt stehen soll.

dpa

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