Zum 9.Mai

Merkel kritisiert Putin-Parade auf der Krim

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Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die offenbar geplante Abhaltung einer russischen Militärparade auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim am 9. Mai kritisiert.

Es sei "schade", den Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs "in einem solchen Spannungsfeld" für eine Parade zu nutzen, sagte Merkel am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis in Berlin. Presseberichten zufolge könnte der russische Präsident Wladimir Putin anlässlich der Parade erstmals die annektierte ukrainische Halbinsel besuchen.

Merkel betonte, der 9. Mai sei ein "unglaublich wichtiger Tag" für Russland. "Ich selber war vor vier Jahren in Moskau zu diesem 9. Mai, weil es mir ein Anliegen war, dass wir die Geschichte verstanden haben und dass es keine Wiederholung gibt", sagte die Kanzlerin. Was die "mögliche Teilnahme" Putins an der Parade auf der Krim angehe, fände sie es schade, "wenn ein solcher Tag genutzt wird, in einem solchen Spannungsfeld eine Parade abzuhalten". Den Presseberichten zufolge könnte Putin zunächst die Hauptparade auf dem Roten Platz in Moskau abnehmen, bevor er auf die Krim fliegt.

Putin hat die Feiern zum Sieg über Nazi-Deutschland wiederholt für patriotische Reden genutzt. Russland hatte die Krim Ende März nach einem umstrittenen Referendum annektiert. Die Regierung in Kiew und die westlichen Staaten betrachten das Referendum und die Annexion als völkerrechtswidrig. Putin gab inzwischen zu, dass zum Zeitpunkt der Volksabstimmung russische Truppen dort im Einsatz waren. Die Krim ist strategisch wichtig, da sich in Sewastopol die russische Schwarzmeerflotte befindet.

Russland verstärkt seine Schwarzmeerflotte auf der Krim

Unterdessen will Russland seine auf der Krim stationierte Schwarzmeerflotte ausbauen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu teilte am Dienstag mit, Moskau werde bis zum Jahr 2020 insgesamt 86,7 Milliarden Rubel (1,75 Milliarden Euro) in die Entwicklung und Modernisierung der Flotte stecken. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge sagte Schoigu, noch dieses Jahr werde die Flotte neue U-Boote und Schiffe der "jüngsten Generation" erhalten. Zudem würden in den Stützpunkten neue Marineinfanterie- und Luftabwehreinheiten gebildet.

Schoigu fügte hinzu, ein Patrouillenboot und zwei Landungsboote hätten sich bereits der Schwarzmeerflotte im Krim-Hafen Sewastopol angeschlossen. Russland hatte die seit 1954 zur Ukraine gehörende mehrheitlich russischsprachige Krim im März nach einem umstrittenen Referendum in sein Staatsgebiet eingegliedert. Der russische Präsident Wladimir Putin räumte im Nachhinein ein, dass sich zur Zeit des Referendums russische Soldaten auf der Schwarzmeerhalbinsel befanden.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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