Landtagsabgeordneter aus Nürnberg

Nach Rücktritt: CSU-Mann Brückner gibt Sex mit Jugendlicher zu

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Michael Brückner, CSU-Landtagsabgeordneter aus Nürnberg.

Nürnberg - Einen Tag nach seinem Rücktritt hat der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete und Bauernfunktionär Michael Brückner Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen eingeräumt.

„Herrn Brückner werden zwei einvernehmliche sexuelle Handlungen mit einer Jugendlichen gegen Entgelt vorgeworfen. Die erste Begegnung fand am Tag vor dem 16. Geburtstag der Jugendlichen statt. Bei dem zweiten Treffen kam es zum Geschlechtsverkehr“, heißt es in einer Erklärung seiner Rechtsanwältin Franziska Fladerer vom Mittwoch. Zuvor war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen gegen Brückner ermittelt.

Der Kontakt zu dem Mädchen war der Erklärung zufolge über öffentliche Inserate der Jugendlichen zustande gekommen. „Herr Brückner schämt sich zutiefst für sein Verhalten und dankt seiner Familie für die Unterstützung.“ 

Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht zu den Umständen des Kennenlernens der beiden äußern. Es gehe um Sex gegen Geld. Erkenntnisse, dass sich das Opfer prostituiert habe, gebe es aber nicht, sagte die Sprecherin der Ermittlungsbehörde. Vor der von Brückner abgegebenen Erklärung sagte die Behördensprecherin, der Abgeordnete verweigere in dem laufenden Verfahren bisher die Aussage. Seine Immunität sei bereits aufgehoben gewesen.

Bei ihm seien bei Durchsuchungen auch Beweismittel wie Computer sicher gestellt worden, die nun ausgewertet würden. Hinweise auf andere Straftaten hätten sich bisher nicht ergeben. Im Fall eines Prozesses drohe dem Politiker eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft.

Seehofer: Rücktritt von CSU-Mann Brückner unausweichlich

Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hat den Rücktritt des CSU-Landtagsabgeordneten Michael Brückner als richtig und unausweichlich bezeichnet. „Michael Brückner hat einen gewaltigen Fehler gemacht, und für den muss er auch die vollen Konsequenzen tragen“, sagte Seehofer am Mittwoch vor einer CSU-Fraktionssitzung im Landtag in München. „Jetzt muss die Justiz diese Angelegenheit aufarbeiten.“ Seehofer sagte, er fürchte wegen der Affäre Schaden für die CSU. „Eine solche Sache betrübt die Menschen, ist doch klar, mich persönlich auch ungewöhnlich.“

Der seit 2013 im Landtag sitzende Brückner hatte am Dienstag überraschend seinen sofortigen Rücktritt von allen Ämtern und Funktionen erklärt und auch sein Landtagsmandat niedergelegt. Dafür gab er lediglich private Gründe an, ohne zunächst nähere Einzelheiten zu nennen. Brückner stammt aus dem CSU-Bezirk Nürnberg, an dessen Spitze der bayerische Finanzminister Söder steht.

Im Bayerischen Rundfunk sagte Söder, er sei "sehr schockiert". "Das sind schwere Vorwürfe, es würde sich dabei um schwere menschliche Verfehlungen handeln." Der Rücktritt von allen Ämtern sei folgerichtig. Das Ganze sei aber auch eine persönliche Sache, mit dem Rücktritt sei die Angelegenheit für die CSU "kein Thema mehr".

Brückner war vor rund 15 Jahren in die CSU eingetreten und hatte dort dann eine schnelle Karriere vom Mitglied im Ortsvorstand zum Nürnberger Stadtrat, Kreisvorsitzenden in Nürnberg-Nord und Landtagsabgeordneten gemacht. Außerdem war der Gemüsebauer seit 2007 Präsidiumsmitglied beim Bauernverband und von 2003 bis 2013 ehrenamtlicher Richter am Nürnberger Arbeitsgericht.

dpa/afp

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