Schwabing

Der erste Blick in die neue CSU-Zentrale in München

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Das alte Gebäude der CSU
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Enge und Mief in der Nymphenburger Straße 64: Auf dem Hinterhof der alten Landesleitung, Ende der 70er gebaut, gab CSU-Chef Horst Seehofer bisher oft mal seine Pressekonferenzen.
Die neue CSU-Zentrale in München
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Außenansicht: Dieses Gebäude im Schwabinger Norden hat die CSU gekauft.
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CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer zieht Ende des Jahres in das neue Gebäude ein. Die ersten Mitarbeiter sind schon da.
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Die Chefetage: Im vierten Stock soll das Büro von Parteichef Horst Seehofer entstehen (Türe hinten links). Bisher ist hier noch eine Baustelle.
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Umzug mit der Schubkarre: Ein CSU-Pappkarton auf dem Flur der künftigen Parteizentrale. Aufgeräumt wird in den nächsten Wochen bis Weihnachten.
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Bauplan im Herzstück der Landesleitung: Im verglasten Sitzungssaal im Erdgeschoss tagt künftig der Parteivorstand. Generalsekretär Andreas Scheuer muss den Umbau organisieren.
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Nach ganz oben führt kein Lift: Die letzten Meter in den vierten Stock müssen Parteichef Horst Seehofer und sein Generalsekretär Andreas Scheuer laufen. Der Rest des Gebäudes ist behindertengerecht.
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Hier kommt das Generalsekretärs-Büro rein: Andreas Scheuer im Eckzimmer, übrigens mit Blick auf Autobahn und Olympiaturm. In der Mitte stehen noch keine Möbel - nur eine alte ausgebaute Kaffeeküche aus dem Nachbarbüro.

München - Die CSU zieht aus ihrem Hinterhof aus: Das neue Gebäude im Schwabinger Norden ist fast fertig. Wir haben uns dort schon umgesehen.

Ein Fehltritt nur, und Horst Seehofer wird im Boden versinken, krachend Richtung Keller. „Bodenlöcher“, warnt ein gekritzelter, eher unauffälliger Zettel im neuen Sitzungssaal der CSU. Die Knöchelbruch-Spalten verstecken sich heimtückisch unter Bauteppichen. Ein paar Tage noch, dann sollten die Stolperfallen geschlossen sein: In Kürze bezieht die CSU ihre Parteizentrale im Norden. Über die Löcher wird dann stabil dunkles Stäbchenparkett gelegt. Auch sonst ist noch einiges zu tun an der Mies-van-der-Rohe-Straße 1, wo früher der Langenscheidt-Verlag saß: Schubkarren stehen im Weg, Kabel hängen von der Decke, die Glastür zum Seehofer-Büro lehnt an der dreckigen Wand. Trotzdem ist schon gut zu erkennen, wie die neue Parteizentrale aussehen soll: Hell, viel Glas, modern, aber ohne Protz. Vor allem: ohne den Mief eines engen Hinterhofs.

Dort haust die CSU nämlich bisher. Seit Ende der 70er ist die CSU-Landesleitung in einem schmucklosen Rückgebäude der Nymphenburger Straße untergebracht, abrissreif, im Sommer überheizt, im Winter zugig. Die alte Adresse klingt mondän und liegt zentral, die Realität aber war so trist, wie es sich kein Außerbayer je für die Dauerregierungspartei hätte vorstellen können. „Der Umzug ist längst notwendig“, sagt Andreas Scheuer, der Generalsekretär, beim Baustellenrundgang durch sein neues Haus.

7000 Quadratmeter hat die Partei gekauft, will 4000 davon selbst nutzen. Der Kaufpreis dürfte horrend sein, von 20, 30 Millionen wird geraunt. Genaue Zahlen verweigert Scheuer, mit dem Verkaufserlös der Nymphenburger Straße und den Mieteinnahmen kann sich die CSU das nach eigenen Angaben leisten. „Ein sehr gutes Geschäft“, sagt der General, „und für uns ein Glücksfall. Die CSU ist ja nur einmal in ihrem Leben umgezogen.“ Am alten Standort neu zu bauen oder zu sanieren, wäre teurer gekommen, sagt er.

Erstmals kann die Partei größere Veranstaltungen bei sich machen, 250 Gäste passen in die Konferenz-Ebene. Die Kantine läuft schon („Angelika zaubert heute glacierte Entenbrust“, 7,50 Euro), im Büroturm nebenan ist ein Hotel. Die CSU-Zentrale ist jetzt auch leichter zu sichern. Ab und zu ist das nötig: 2014 zum Beispiel besetzten (friedliche) kurdische Studenten das alte Areal völlig mühelos, bis es ihnen nach einer Stunde zu langweilig wurde.

Der Umzug ins Büro am Autobahn-Ende der A9 ist nun in mehreren Etappen bis zum Jahreswechsel geplant. Seehofer selbst kommt als letzter. Ausgerechnet sein Büro ist am unfertigsten, zentimeterdick Baustaub, kein Namensschild, kein Tisch. Dass er es am zweiten Dienstsitz (als Ministerpräsident sitzt er ja meist in der Staatskanzlei) recht prunkvoll angehen lasse, kann man dem Parteichef eh nicht vorwerfen. Sein Büro ist ziemlich klein, liegt neben der Fluchttreppe im vierten Stock und bietet den mäßig schönen Ausblick auf die Aral-Tankstelle nebenan.

Christian Deutschländer

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