Vergleich des CSU-Chefs

So viel Trump steckt in Gabriel

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US-Präsidentshaftskandidat Donald Trump und SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Berlin - Im Streit um das Wirtschaftsabkommen TTIP hat CSU-Vize Manfred Weber Vize-Kanzler Sigmar Gabriel mit Donald Trump verglichen. Wir machen den Check.

Auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums macht Sigmar Gabriel immer noch Mut: Man müsse mit den USA mutig über TTIP verhandeln. Im Interview hört sich das ganz anders an. Mit seiner Äußerung, dass das Freihandelsabkommen gescheitert sei, hat der SPD-Chef wütende Reaktionen provoziert. CSU-Vize Manfred Weber wirft Gabriel vor, den deutschen Erfolgsweg mit ausgezeichneten Außenhandelsbeziehungen verlassen zu wollen und vergleicht Gabriel gar mit dem US-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner: „Dabei folgt er Trumps Wirtschaftspolitik und nicht Obamas.“ Die tz untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Politiker.

Sigmar Gabriel:

Politik: Hier greift der Vergleich von EVP-Fraktionschef Manfred Weber an. Er sagt zur tz: „Mit US-kritischem Populismus versucht Gabriel zu verhindern, dass ihm seine innerparteiliche Macht durch die Hände rinnt.“ Das gleiche Spiel betreibe Trump in den USA – nur umgekehrt. Tatsächlich wettert auch Trump auf der anderen Seite des Atlantiks gegen das Freihandelsabkommen TTIP. Auch in anderen Bereichen hat Gabriel keine Scheu, eigene Positionen kurzzeitig zu räumen, wenn es populär erscheint. Vor den Landtagswahlen im Frühjahr hatte er gefordert, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, es werde alles für die Flüchtlinge getan und nichts für die eigene Bevölkerung und auch am Wochenende kritisierte er die Flüchtlingspolitik – obwohl er an allen Entscheidungen selbst beteiligt war.

Frisur:Keine Experimente lautet das Motto des SPD-Chefs. Gabriels Haarpracht erhält in der Stilkritik weder Minus- noch Pluspunkte – praktisch, aber unauffällig.

Frauen: Gabriel gibt sich häuslich, seine zweite Ehefrau Anke ist seine große Stütze. Seit acht Jahren sind der SPD-Chef und die Zahnärztin ein Paar. Dabei stand ihr Kennenlernen unter keinem guten Stern – er musste in die Zahnklinik, sie war seine Ärztin. In die Öffentlichkeit drängt es Anke Gabriel kaum. „Mein Mann weiß, dass ich mich lieber im Hintergrund halte“, sagte Anke Gabriel in einem seltenen Interview der Bunten. Der SPD-Chef berichtet, seine Frau hätte ihm direkt zu Beginn ihrer Beziehung gesagt, sie komme dann mit zu einem SPD-Bundesparteitag, wenn er mit ihr zum Zahnärztekongress ginge.

Fans:64.827 Menschen haben auf der Facebook-Seite von Sigmar Gabriel „gefällt mir“ gedrückt. Bei Twitter folgen dem SPD-Chef etwa 90 100 Menschen – im Vergleich zu Trump ist Gabriel in dem Netzwerk also eine ganz kleine Nummer.

Donald Trump:

Politik: Gegen Trump wirkt jeder Populist in Deutschland wie ein Waisenkabe. So schamlos wie der US-Präsidentschaftskandidat verdreht kaum jemand die Fakten, beleidigt die Konkurrenz auf das Übelste oder stilisiert sich selbst als den einzig möglichen Heilsbringer der Nation. Selbst Trumps Republikanern fehlt das Verständnis für die Eskapaden ihres Spitzenkandidaten – viele prominente Republikaner haben bereits angekündigt, diesmal – quasi aus Notwehr – für die demokratische Kandidatin zu stimmen.

Frisur: Trumps Frisur ist sein Markenzeichen – niemand sonst auf diesem Erdball könnte sie tragen. Haarteil, Extensions, Verpflanzung oder – wie Trump sagt – einfach nur kämmen und an der Luft trocknen lassen? An Trumps Tolle scheiden sich die Geister. Klar ist: Sie ist ein Meisterwerk der Statik und erfordert Mut, schließlich haben Regen und Wind bereits bewiesen, dass sie Trumps Haupthaar gehörig durcheinanderbringen können.

Frauen: Der Präsidentschaftskandidat gilt als Frauenheld – der Grund dafür kann nur sein gewöhnlich gut gefüllter Geldbeutel sein. Denn Trumps Umgangsformen lassen doch arg zu wünschen übrig: Fiese Beleidigungen und sexistische Macho- Sprüche sind an der Tagesordnung. Seine dritte Ehefrau – das slowenische Ex-Model Melania – scheint das nicht zu stören.

Fans: In den sozialen Medien ist Donald Trump eine Klasse für sich: 10.492.660 Menschen gefällt seine Seite bei Facebook. Und beim Kurznachrichtendienst Twitter folgen gar 11,2 Millionen Menschen dem Präsidentschaftskandidaten, der seine Gedanken im Stakkato-Stil in die Welt bläst.

tz

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