Parteienforscher klärt auf:

Darum sind Umfragewerte der Piraten falsch

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Die neuen Abgeordneten der Piratenpartei für den schleswig-holsteinischen Landtag, Patrick Breyer (l-r), Uli König, Sven Krumbeck, Angelika Beer, Torge Schmidt und Wolfgang Dudda posieren am 07.05.2012 in Kiel nach einer Pressekonferenz.

Berlin - Die Piratenpartei könnten bei der Bundestagswahl im September 2013 mit deutlich mehr Wählerstimmen überraschen, als derzeit in Umfragen vorhergesagt werden. Ein Parteienforscher erklärt, warum.

Nach Einschätzung des Parteienforschers Jürgen Falter ist das Wählerpotenzial für die Piratenpartei größer als es aus vielen Umfragen hervorgeht. Viele mögliche Piratenwähler hätten keinen Festnetzanschluss und würden von den Telefonumfragen einiger Institute nicht erfasst, sagte Falter der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. "Da ist noch ein verstecktes Potenzial" sagte Falter. In den meisten Umfragen liegen die Piraten derzeit deutlich unter fünf Prozent und würden den Einzug in den Bundestag demnach nicht schaffen.

Der Mainzer Politikwissenschaftler sprach sich ferner dafür aus, Wahlumfragen auch noch bis kurz vor der Bundestagswahl im September zu veröffentlichen. "Wenn man eine Woche vor der Wahl nichts mehr sagt, ist das ja auch eine Wählerbeeinflussung", sagte Falter. Eine Abkehr von der bisherigen Praxis sei deshalb "vernünftig".

Der Ausgang der Bundestagswahl am 22. September ist nach Einschätzung von Falter offen - auch wegen der hohen Zahl von Wählern, die zwei Wochen vor dem Urnengang noch unentschlossen sind. "Da sind alle möglichen Überraschungen denkbar", sagte Falter dem Blatt. Zur Rolle des Internets im Wahlkampf sagte der Parteienforscher, dieses verändere den Wahlkampf in Deutschland "nicht ganz so stark" wie in den USA. "Am stärksten könnten davon die Piraten profitieren", sagte er der Zeitung.

AFP

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