ASV Au - TuS Raubling 3:1

Au stellt Derby auf den Kopf - Raubling steht im Regen

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In einem heiß umkämpften Derby zwischen dem Au (weiß) und Raubling (blau) gewann nicht die überlegene, wohl aber die cleverere Mannschaft.

Au - Der ASV Au gewinnt am Kreuthweg in einer wahren Regenschlacht das brisante Derby gegen den TuS Raubling mit 3:1. Während die Aufsteiger aus Au mit dem Heimerfolg einen gewaltigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen, schlittert der TuS immer tiefer in die Misere und rutscht auf einen direkten Abstiegsplatz.

vom Kreuthweg berichtet Christian Schulz

In einem von Beginn an nicht nur aufgrund der Tabellenkonstellation interessanten Derby waren die Rollen, welche beide Teams annahmen von Anfang an klar verteilt. Raubling nahm den aktiveren Part ein, versuchte sich nicht auf das Schicksal zu verlassen, sondern selbst das Spiel zu gestalten. Der ASV Au hingegen beschränkte sich darauf, die Gäste so gut es ging im Zaum zu halten und mit langen Bällen seltene Konter zu fahren.

Raubling nimmt das Spiel in die Hand - Au geht früh in Führung

Trotzdem waren es die Gastgeber, welche schon nach zehn Minuten in Führung gingen: Matthias Bachmeier schlug aus dem rechten Mittelfeld einen Ball exakt getimed in die Spitze. Kurz nach der Strafraumgrenze ein Missverständnis zwischen Raublings letztem Abwehrspieler und dem herauseilenden TuS-Keeper Maximilian Wunderlich – Peter Niedermeier spritzte energisch dazwischen, kam vor beiden mit dem Kopf an den Ball, umkurvte den Torhüter – und schob zum 1:0 ein. 

Service:

Nach zwölf Minuten die erste von vielen guten Gelegenheiten der Raublinger. Sebastian Pichler hielt von links aus zwanzig Metern einfach mal aufs Kreuzeck, ASV-Schlussmann Markus Stiglmeir konnte den Ball zur Ecke boxen.

Kurz darauf die Riesenchance zum Ausgleich für Raubling – und das gleich drei mal: Julian Haas ging auf rechts schön durch, ließ seine Gegenspieler aussteigen, zog nach innen und brachte das Leder von der rechten Strafraumseite in die Mitte. Chaos im Strafraum. Dajan Pajic kam zum Schuss, Glanzparade durch Stiglmeir mit einem riesen Reflex, der Nachschuss wurde auf der Linie geklärt, nochmal Nachschuss – geblockt (16.)! Wahnsinn! Das hätte der Ausgleich sein müssen!

Dominanter TuS hätte ausgleichen müssen

Der TuS diktierte praktisch das ganze Spiel. Mit viel Dynamik und Wucht schnürten sie die Gastgeber immer wieder hinten ein. Diese wehrten sich mit ihrer vielbeinigen Abwehr nach Kräften und versuchten immer wieder situativ nach Balleroberung durch schnelles Umschaltspiel nach vorne zu gelangen.

In der zwanzigsten Minute hatte die Auer Spielanlage eine ähnliche Szene zur Folge wie beim Führungstreffer. Wieder langer Ball aus dem Mittelfeld auf Niedermeier. Wieder war dieser im Strafraum fast schneller am Ball als Wunderlich. Beide prallten zusammen, Niedermeier stürzte – der Schiedsrichter gab keinen Elfmeter. Eine umstrittene Entscheidung. Ganz gefährliche Szene. Das hätte eventuell die Zwei-Tore-Führung für den ASV sein können. Mit der zweiten Offensivaktion der Auer überhaupt.

ASV selten zu sehen - aber immer gefährlich

Auch die dritte Auer Szene hatte es in sich: Franz-Xaver Pelz sah mit gutem Auge Bachmeier auf halbrechts und bediente diesen hoch von halblinks. Bachmeier mit einer Mischung aus Hereingabe und Schuss aufs lange Eck – und Niedermeier rutschte am langen Pfosten nur Zentimeter am Ball vorbei (28.)! Höllisch gefährlich.

Im direkten Gegenzug wiederum Großchance zum Ausgleich: Nach einer Flanke wollte Pajic abschließen, wurde allerdings geblockt. Der Ball landete vor den Füßen von Lukas Schöffel – und der schießt aus nur neun Metern knapp übers Tor (29.)!

Nach etwa 35 Minuten Spielzeit, Freistoß für Raubling aus zwanzig Metern Torentfernung. Thomas Riesenberger versuchte sich, schlenzte – aber Stiglmeir konnte mit einer schönen Flugeinlage parieren.

Effektive Auer - Paradoxes Match

Ein verrücktes Spiel. Raubling eigentlich drückend überlegen, kurbelte immer wieder das Spiel an, marschierte, setzte Au so sehr unter Druck, dass man ständig den Eindruck haben musste, eine Reihe von Treffern für die Gäste sei nur eine Frage der Zeit. Die bekamen teilweise riesige Probleme in der Abwehr, schwammen auch in der ein oder anderen Situation – aber gingen mit Glück, Einsatz und Stiglmeir eben auch nicht unter. Klares Chancenplus für Raubling also, das auch aufgrund der Spielanteile hätte in Führung gehen müssen – aber der ASV Au war eben, wenn er denn nach vorne kam, jedes einzelne Mal brandgefährlich. Und verdammt effektiv.

Kurz vor dem Pausentee hätte es dann fast noch geklingelt im Tor von Stiglmeir. Der hatte seine Stärken vor allem auf der Linie - bei hohen Bällen offenbarte er das ein oder andere Orientierungsproblem. So auch nach einem Freistoß von Julian Boddeutsch von links. Stiglmeier kam einen Tick zu spät, Pajic mit dem Kopf vor ihm am Ball – haarscharf drüber (39.)!

Glückliche Führung für die Gastgeber zur Halbzeit

Zur Pause also eine äußerst schmeichelhafte Führung für die Gastgeber. Die trotz heftigen Regenwetters zahlreich erschienenen Zuschauer wurden durch ein flottes und interessantes Derby belohnt. Der TuS hätte hier aber nie und nimmer zurückliegen dürfen. Letzten Endes waren die Raublinger aber auch irgendwo selber dafür verantwortlich – mangelndes Zielwasser mischte sich mit einigen fatalen Unaufmerksamkeiten in der Defensive. Im Abstiegskampf eine teuflische Kombination.

Und wie es eben ist – wenn man kein Glück hat und unten drin steht, kommt auch noch Pech hinzu. Au kam mit dem Überraschungseffekt aus der Kabine und versetzte Raubling innerhalb von nur vier Minuten den Todesstoß:

Nach einem Freistoß von Pelz von der linken Außenlinie, auf Höhe des Fünfmeterraumes, Verwirrung im Strafraum der Raublinger. Kopfball aus dem Getümmel heraus - es war nicht klar zu erkennen, ob es nun Christoph Bott oder Marinus Müllauer war, aber es stand 2:0 für die Gastgeber (50.). Unfassbar! Das war Effektivität par excellence.

Doppelschlag zum 3:0!

Raubling hatte sich noch nicht geschüttelt, da fiel schon das nächste Tor. Pelz kam in zentraler Position an einen zweiten Ball und zog handlungsschnell aus zwanzig Metern ab – sein Aufsetzer wurde auf dem regennassen Rasen unhaltbar für Wunderlich und schlug links unten ein (54.). In einer Partie, welche Raubling fast gänzlich beherrscht hatte, stand es urplötzlich 3:0 für Au!

Danach war das Spiel faktisch gelaufen. Von diesem Schock erholte sich Raubling nicht mehr. Nach 64 Minuten musste zu allem Übel auch noch Patrick Fritsch mit gelb-rot vom Feld. Nur eine Minute darauf wurde Gästetrainer Thomas Siegmund des Innenraums verwiesen.

Platzverweise für Fritsch und TuS-Coach Siegmund

Der TuS gab sich zwar nie auf und erzielte auch noch das 1:3, als Stiglmeir unter einer Flanke von rechts hindurch sprang, Pajic zum Kopfball kam und Richard Thaller vollstreckte – aber am Ausgang der Partie änderte das nichts mehr. Raubling natürlich am Boden zerstört und konsterniert. Au triumphierte, weil sie einfach in den entscheidenden Momenten cleverer und abgezockter waren und ihren simplen Spielplan mit dem Glück im Bunde exzellent umsetzten.

Mit dem Sieg im Derby kann Au mit jetzt 32 Zählern sechs Punkte zwischen sich und den TuS legen und auf Platz neun liegend etwas beruhigter auf die Tabelle blicken. Vielleicht war das heute schon der Klassenerhalt. Raubling hingegen rutscht durch die Niederlage und das 0:0 Unentschieden, welches der SV Heimstetten II zuhause im Parallelspiel gegen den ESV Freilassing holte, auf einen direkten Abstiegsplatz.

Quelle: rosenheim24.de

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