Bezirksliga Ost - Der 26. Spieltag

Kastl bärenstark - Kolbermoor und Ampfing stolpern erneut

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Momentan das Team der Stunde in der Bezirksliga - die strahlenden Sieger vom TSV Kastl.

Moosach b. Grafing - Starke Kastler überzeugen auch in Moosach und nehmen alle drei Punkte mit nach Hause. Kolbermoor und Ampfing hingegen patzen gegen Waging und Ottobrunn. Was den Aufstiegs-Relegationsplatz angeht, könnte eine Vorentscheidung gefallen sein. Unten in der Tabelle kann davon keine Rede sein.

Da am Freitagabend bereits dem TSV Waging am See die große Überraschung gelungen war, gleich alle drei Punkte aus Kolbermoor zu entführen (den Bericht zum Spiel aus Sicht des SV-DJK findet Ihr hier), blickten am Samstag natürlich noch mehr Augen gespannt nach Moosach bei Grafing.

Alle Augen auf Moosach gegen Kastl

Dort stand nämlich das absolute Spitzenspiel des 26. Spieltags an: TSV Moosach gegen den frisch gebackenen Tabellenzweiten TSV Kastl. Für die Kastler das zweite Spitzenduell in Folge, nach dem Sieg in der Vorwoche daheim gegen Kolbermoor. Beide Teams trennten nur drei Zähler, definitiv ein 6-Punkte-Spiel also - und aus Kastl rollte auch gleich ein ganzer Fanbus nach Moosach. 

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Und das sollte sich lohnen für die Fans des TSV Kastl. Denn ihre Mannschaft trumpfte in einem engen Kampfspiel gegen spielstarke Moosacher furios auf - und ging am Ende tatsächlich als Sieger vom Platz. Der doppelte Schuster war es, der Kastl ins Glück schoss und einen Freudenrausch bescherte.

Blitzstart und doppelter Schuster

Blitzstart für die Gäste. Bereits nach nur sechs gespielten Minuten schlug Lorenz Schuster zum ersten Mal zu und schoss die Gäste aus Kastl in Führung.

Für seinen zweiten Treffer ließ er sich noch ein wenig Zeit - für einen psychologisch ganz wichtigen Moment: Nach 45 absolvierten Minuten erhielt Kastls Philipp Grothe nämlich eine Zeitstrafe. Die Gäste also erstmal in Unterzahl. Und unbeeindruckt. Was machte Schuster? Das 0:2 noch vor der Halbzeit in der Nachspielzeit. Besser geht kaum.

Zehn Minuten nach Wiederbeginn brachte zwar Markus De Prato die Hausherren noch einmal auf 1:2 heran, aber obwohl das Spiel heftig umkämpft war, blieb es bei diesem Resultat. Den Kastlern gelingen also Big Points in Serie: Erst knocken sie Kolbermoor kurz vor Ende aus - dann erlegen sie Moosach auf eigenem Platz. Das schindet in jedem Fall mächtig Eindruck - der Stoff aus dem Aufstiegsträume sind!

Nach Kolbermoor patzt auch Ampfing erneut

Umso mehr da nicht nur Kolbermoor ausrutschte, sondern auch der TSV Ampfing erneut stolperte. Und zwar über die Stufen am Haidgraben. Gegen Ottobrunner Gastgeber, die befreit aufspielen konnten, weil es für sie um nichts mehr geht - und die offensichtlich Lust auf Fußball hatten. Auch die Kolbermoorer hatten das ja bei ihrer Heimniederlage zu spüren bekommen.

Schon nach drei Minuten spuckte Ottobrunns Michael Hachtel den Schweppermännern in die Suppe und schoss die Hausherren früh in Front. Kurz darauf hätte dieser sogar nachlegen können. Nachdem die Ampfinger sich vom frühen Schockmoment erholt hatten, wurden auch sie aktiv: Zweimal hätte Matthias Huber den Ausgleich besorgen können, bevor Birol Karatepe dies schließlich erledigte (34.).

Kurz vor der Halbzeit hätte Ampfing eigentlich durch Großchancen von Liviu Pantea und Shqipron Shoshaj in Führung gehen müssen (40.). Aber wie das so ist, wenn es nicht läuft - eine Minute vor der Pause traf Timo Aumayer für die Ottobrunner.

Da Shoshaj auch eine Viertelstunde vor Schluss eine erneute Großchance nicht verwerten konnte, blieb es bei diesem Ergebnis bis zum für die Schweppermänner bitteren Ende. Ottobrunn gewann 2:1.

Ist das schon eine Vorentscheidung?

In dieser Form brauchen weder die Ampfinger noch die Kolbermoorer von Austieg oder Relegation reden. Da hilft höchstens noch der Mut derer, die nichts mehr zu verlieren haben. Vielleicht setzt der ja an den kommenden Spieltagen nochmal Energien frei.

Die Kastler hingegen werden sich ins Fäustchen lachen. Dürfen vor allem aber stolz auf sich sein - denn ihre Leistungen haben gegen direkte Konkurrenten gestimmt, sie haben die Ergebnisse geholt. Ob sie sich das noch einmal nehmen lassen in Sachen Aufstiegs-Relegationsplatz? Es spricht nicht allzu viel dafür: Der Trend scheint momentan ihr Freund zu sein, sie spielen stark und haben jetzt fünf Punkte Vorsprung auf Kolbermoor und deren sechs auf Ampfing und Moosach. Bei nur noch vier ausstehenden Spielen. Und auch das Restprogramm sieht mit drei Heimspielen und aufgrund der Gegner sehr machbar aus. Ist da etwa schon eine Vorentscheidung gefallen?

Hochspannung im Abstiegskampf

Unten in der Tabelle kann davon keine Rede sein. Denn es ist wahnsinnig eng - und das Angstgespenst Kreisliga sitzt so einigen im Nacken. Da heißt es weiter jede Woche hoffen und bangen - und vor allem irgendwie punkten. Am Besten auf der psychologisch so wichtigen Grundlage, dass "hinten die Null steht".

Gelungen ist dies den Wagingern. Die Jungs vom See konnten in Kolbermoor für eine faustdicke Überraschung sorgen. Ein unglaublich wichtiger Erfolg. Gerade auswärts. Bei einer Spitzenmannschaft. Daraus kann man so unglaublich viel Selbstvertrauen ziehen. Denn das Wissen darum, dass "es geht", ist im Abstiegskampf unbezahlbar. Die Waginger haben sich für den Moment ein ganz klein wenig Luft verschafft. Allerdings nur in Form eines einzigen Punktes Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz. Ob das goldene Tor von Manuel Sternhuber am Freitagabend tatsächlich Gold Wert war, wird sich erst am Ende herausstellen. Ausruhen ist also nicht.

Waging atmet kurz durch - Traunreut zittert

Bei den TuS Traunreut Kickern stand die Null leider vorne. Ohne eigenen Torerfolg verloren sie mit 0:2 bei den Münchner Vorstädtern vom SC Baldham-Vaterstetten. Nach einigen hoffnungsvollen Wochen im März und Anfang April, sieht es aktuell wieder ganz bitter aus für den TuS. Der Aufsteiger liegt wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Zwar punktemäßig in Schlagdistanz - aber in den letzten vier Spielen warten noch Kolbermoor, Moosach und Kastl.

Für den VfL Waldkraiburg und den FC Hammerau geht es beide um nichts mehr. Der faktisch schon abgestiegene Club unterlag bei den im gesicherten Mittelfeld der Tabelle beheimateten Industriestädtern mit 1:3. Die Tore fielen alle in Halbzeit Eins: Für den VfL trafen Sebastian Jusic (6.), sowie gleich zweimal Goalgetter Nebojsa Gojkovic (11. & 37.). Gojkovics Saisontore Nummer neun und zehn. Für den kurzzeitigen Ausgleich für den Club sorgte Markus Dusch (10.).

In einem weiteren für die untere Tabellenregion relevanten Spiel trennten sich Ebersberg und Dorfen unentschieden mit 2:2. Mit einem Dreier wären beide Teams wohl alle Sorgen los gewesen - aber auch den einen Zähler können sie gut gebrauchen. Mühsam nährt sich, wer auch nächstes Jahr in der Bezirksliga antreten will.

Tanz in den Mai oder in die Kreisliga?

Das absolute Highlight der unteren Tabellenregion wartete am Sonntag in Au! Und zwar in Form eines Derbies des ASV gegen die Nachbarn aus Raubling! Dieser hätte sich wohl vor Monaten nicht in seinen schlimmsten Albträumen vorgestellt, sich wenige Spieltage vor Schluss in dieser prekären Situation wiederzufinden.

Was für eine Konstellation: Au auf Platz elf mit 29 Punkten, Raubling Zwölfter mit 26 Zählern, dazu noch ein Derby, welches sicher auch ohne diese sehr spezielle Situation ein heißes Aufeinandertreffen geworden wäre - mehr Spannung ging eigentlich nicht.

Eines ist sicher - das wurde kein "ruhiger Sonntag" am Auer Kreuthweg. Die Frage wer in den Mai tanzen kann oder wer in Richtung Kreisliga schlittert, wurde dramatisch beantwortet.

Der SV Heimstetten II hatte ebenfalls am Sonntag die Harakiri-Mission gegen Tabellenprimus ESV Freilassing vor sich. Allerdings kann man als Team aus dem Tabellenkeller gegen den souveränen Tabellenführer bekanntlich fast nur gewinnen.

Wie die Sonntagsspiele ausgegangen sind und was das im Einzelnen bedeutet, erfahrt Ihr hier in unserem Live-Bericht vom Derby aus Au.

Quelle: rosenheim24.de

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