Kolbermoor beweist Moral und kämpft sich zurück

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Es war ein intensives und emotionales Spiel, welches die 200 Zuschauer am Freitagabend an der Turneralm in Kolbermoor sahen. Lange Zeit wussten sie nicht, wer in diesem Duell Favorit und Aufsteiger sind, bis in einer dramatischen Schlussphase Tobias Hotter vom fast tragischen Helden zum Matchwinner gegen den TuS Traunreut wurde.

Doch der Reihe nach, denn schon kurz vor dem Spiel mussten beide Mannschaften die eigentlichen Startaufstellungen ändern. Bei Raphael Pszolla machte das Knie nicht mit, weshalb Martin Fischer in die Innenverteidigung der Heimelf rutschte. Die Hertopark-Elf legte danach gleich einen guten Start hin, als mit dem ersten Angriff die frühe Führung gelang. Tobias Hotter wurde von Michael Paccagnel bedient, blieb vor dem Tor eiskalt und netzte gezielt ein.

Vom Torschützen beinahe zum tragischen Helden

Beinahe wäre der Torschütze kurz darauf auf der anderen Seite des Feldes  zum Unglücksraben geworden, doch seine verunglückte Fußabwehr landete auf der Lattenoberkante. Im weiteren Verlauf blieb Hotter der auffälligste Mann und vergab alleinstehend vor dem Tor die große Chance auf das 2:0 - sein Schuss strich knapp am linken Pfosten vorbei. Das sollte sich kurz vor der Pause rächen, als Johannes Schreiber einen Querpass an den Sechzehnmeterraum per toller Direktabnahme zum Ausgleich nutzte.

Dieser Treffer schien den Gästen neuen Mut einzuhauchen und sie kamen deutlich stärker aus der Kabine, auch wenn kurz nach Wiederanpfiff erneut Hotter völlig freistehend aus neun Metern am Gästekeeper scheiterte. In der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel hatte der TuS Traunreut mehr vom Spiel und wurde durch das zweite Tor von Schreiber belohnt, als dieser schön freigespielt wurde, noch einen Gegenspieler austanzte und trocken ins lange Eck verwandelte.

Aggressive Kolbermoorer Angriffe

Mit einer Niederlage wollten sich die Hausherren aber nicht zufrieden geben, starteten nun einige wütende Angriffe und spielten offensiver, was dem TuS mehr Platz zum Kontern ermöglichte. Nach einigen kleineren Torchancen erzwang Kolbermoor in der 83. Minute den Ausgleich. Hotter wurde im Strafraum zu Fall gebracht und Kapitän Patrick Eder, der nach seiner Verletzung von der Bank kam, setzte den berechtigten Elfmeter zentral in die Maschen. Dies sollte der Auftakt zu sehr hitzigen und von Aggressivität geprägten letzten Minuten werden.

Erst scheiterte Ersel Aydinalp nur am Pfosten (86.), ehe nach einem der zahlreichen Freistöße die Gäste gleich mehrmals im Strafraum zum Schuss kamen, aber immer wieder ein Abwehrbein im Weg stand. Mit dem letzten verzweifelten Angriff des SVK fand Manuel Pavlovic den Angreifer Tobias „Killer“ Hotter, der sich im Sechzehner geschickt gegen seinen Gegenspieler behauptete und zum vielumjubelten 3:2 traf. Den unrühmlichen Schlusspunkt setzte aber Aydinalp in der letzten Minute der Nachspielzeit mit einer Tätlichkeit.

"Dreckiger Sieg der Moral"

Trotz des Sieges zeigte sich Kolbermoors Trainer Jochen Reil nicht zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Wir hatten heute nicht die geforderte Präsenz auf dem Platz. Auch wenn wir das 2:0 machen können, haben wir es nicht geschafft, Spiel und Gegner zu kontrollieren und haben fast alle Kopfballduelle verloren. Gegen die starken Vorderleute von Traunreut hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn wir am Ende nicht gewonnen hätten.“ Es war letztlich ein „dreckiger Sieg der Moral“, was in Anbetracht der kommenden Topspiele gut für das Selbstvertrauen der Mannschaft ist. (pac)

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bezirksliga Ost

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare