SBR-Coach Wirkner im Interview: "Junge Spieler brauchen immer mal wieder einen harten Denkzettel"

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Erwartet gegen Traunstein eine Reaktion von seiner Mannschaft: SBR-Coach Werner Wirkner

SBR-Coach Werner Wirkner macht kein Geheimnis daraus, dass die Situation seiner Bezirksliga-Mannschaft momentan nicht einfach ist. Auf die Interview-Anfrage von beinschuss.de antwortete er: „Logisch mache ich das. Es gibt aber schönere Zeitpunkte.“ Umso höher ist es Wirkner anzurechnen, dass er sich Zeit nahm, folgende Fragen zu beantworten.

beinschuss.de: Werner, was können wir nach der 2:5-Klatsche gegen Aschau von Deinem Team erwarten? Wirst Du taktisch viel umstellen?

Werner Wirkner: Das ist nach so einem Debakel schwer zu sagen. Ich verlange eine Reaktion, Hingabe und den nötigen Kampf. Wenn wir das bringen, stimmt auch meist die Leistung. Umstellungen muss ich natürlich vornehmen. Welche kann ich aber immer erst nach dem Abschlusstraining sagen, wenn ich meinen Kader weiß.

beinschuss.de: Was geht in einem Trainerkopf vor, wenn man sieht, wie die eigene Mannschaft gegen einen sicheren Absteiger so untergeht?

Wirkner: Da könnte ich jetzt eine Stunde lang antworten und es wurden intern auch sehr klare Worte gesprochen. Das tut richtig weh! Fit sind die Jungs, das haben sie gegen Ebersberg gezeigt. Nur muss auch der Kopf zu 100 Prozent funktionieren, sonst kannst Du trainieren, was Du willst. Jedenfalls will ich so etwas von einer Sportbund-Mannschaft nicht mehr sehen (müssen).

beinschuss.de: Beim SBR läuft es momentan alles andere als rund. Die Bayernliga-Mannschaft kämpft gegen den Abstieg und auch die Reserve steht momentan auf einem Relegationsplatz. Trotzdem wurden Dein Vertrag und der von Günter Güttler erst vor kurzem verlängert. Es scheint so, als genießt ihr großes Vertrauen von der Vereinsführung.

Wirkner: Das muss fast so sein und es freut mich natürlich riesig. Es gibt immer auch mal schlechte Zeiten – muss man dann gleich alles in Frage stellen? Ich kann nur von mir sprechen. Ich bin ein Grün-Weißer und versuch alles für den Erfolg zu tun. Neben der Kontinuität im Verein war das sicher auch ein Grund. Zu meinen Fähigkeiten, Stärken oder Schwächen sollte aber die Abteilungs- oder sportliche Leitung befragt werden

beinschuss.de: Gegen Aschau standen mit Johannes Zottl, Thomas Höhensteiger und Maxi Mühlbauer drei Spieler mit regelmäßiger Bayernliga-Erfahrung in der Startelf. Warum schaffen es solche Spieler nicht, den Schalter in der Bezirksliga umzulegen und dort herauszustechen?

Wirkner: In der Bezirksliga wird auch Fußball gespielt und man kann nicht erwarten, dass diese Spieler den Gegner überrollen. Es muss Wille und Einstellung stimmen, auch wenn man persönlich in einer unbefriedigenden Situation ist. Der Weg nach oben geht dann nur über uns und der ein oder andere junge Spieler braucht dann immer mal wieder einen harten Denkzettel. Allerdings muss ich auch sagen, dass elf bis 14 Spieler funktionieren müssen, um selbst 100 Prozent abrufen zu können.

beinschuss.de: Mal was ganz anderes: Was sind eigentlich die ausschlaggebenden Gründe, wenn Du dich selbst einwechselst?

Wirkner: Ach mei! Wenn meine Beine noch so könnten, wie es sich mein Kopf vorstellt, dann hätte ich heuer schon mehr Minuten auf dem Buckel. In Aschau war - neben der Illusion vielleicht noch was zu reißen, ein Grund, mir eine zweite Perspektive einzuholen.

beinschuss.de: Wie wollt ihr die starke Traunsteiner Offensive um Stephan Mauerkirchner und Dominik Waritschlager stoppen?

Wirkner: Starke Einzelspieler kannst du nur stoppen, wenn du ihnen keinen Platz gibst, ihnen ständig auf den Fersen stehst und immer „ekelhaft“ bist. Optimal wäre natürlich, wenn es gelingt, das Spiel in die eigene Hand zu bekommen.

beinschuss.de: Alles andere als drei Punkte dürfte gegen den SBC wohl nicht in Frage kommen, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze halten zu können.

Wirkner: Ich bin keiner, der zu viel rechnet und auf andere hofft. Wir müssen Punkten egal gegen wen und zuhause sowieso. Ganz wichtig wird aber vor allem noch, dass wir drei sogenannte „6-Punkte-Spiele“ auswärts erfolgreich zu bestreiten haben.

beinschuss.de: Ist die Bezirksliga diese Saison stärker als letztes Jahr?

Wirkner: Das glaube ich nicht.

Quelle: rosenheim24.de

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