TSV 1860 Rosenheim - FV Illertissen 0:1

Sechziger enttäuschen - und lassen wichtige Punkte liegen

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Da half auch alles Lamentieren nichts - die erneute Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten hatten sich die Sechziger um Linor Shabani (l.) und Korbinian Linner (r.) selbst zuzuschreiben.

Rosenheim - Mit einer äußerst dürftigen Darbietung gelang es dem TSV 1860 Rosenheim nicht an die letzten guten Spiele anzuknüpfen und gegen einen direkten Konkurrenten in der Tabelle zu punkten. So setzte es gegen den FV Illertissen eine enttäuschende Heimniederlage, die nicht einmal ein Elfmeter in letzter Minute abwenden konnte.

aus dem Jahnstadion berichtet Christian Schulz

Sah man vor dieser Begegnung auf die Tabelle, sah man dort zwar sensationell gut da stehenden Rosenheimer - aber eben auch ein Tableau in dem punktemäßig alles irrsinnig eng beisammen ist. Schaute man sich dann an, wer wohl die direkten Kontrahenten sein werden, dann war klar, gegen wen Punkte - und hier vor allem Dreier - auf dem Weg zur Erfüllung der "Mission Klassenerhalt" ganz besonders wichtig sein werden. Nämlich genau gegen Teams wie Illertissen oder Seligenporten (auf die man am nächsten Spieltag trifft), welche die Sechziger in der Endabrechnung hinter sich lassen wollen.

Engagierter Beginn der Rosenheimer - Illertissen abwartend

Sich der Bedeutung dieses Spiels bewusst, begannen die Rothemden das Match auch dementsprechend engagiert. Rosenheim klar in der Rolle des aktiveren Teams, lief früher an, versuchte dem Gegner bereits in dessen Hälfte zu Leibe zu rücken. Grundsätzlich waren aber beide Mannschaften sehr darauf bedacht, hinten nichts zuzulassen, um in diesem brisanten Duell der Tabellennachbarn ja nicht in Rückstand zu geraten.

Service:

Die Gäste aus dem Illertal gingen das Geschehen reservierter an, warteten ab und schauten erst einmal, was die Hausherren würden aufbieten können. Zu Anfang auch in der ein oder anderen Situation zu hastig und nervös im Aufbauspiel, gelang es ihnen nur selten, überhaupt einmal einen erfolgversprechenden Angriffsversuch zu initiieren, geschweige den aus ihrer abwartenden Haltung heraus die Nadelstiche zu setzen, auf die sie wohl aus waren.

Majdancevic verhindert - wenig Möglichkeiten für die Sechziger

Bei den Sechzigern fehlte an diesem Tag Stürmer Danijel Majdancevic, der familiär bedingt verhindert war und auch am kommenden Wochenende im wichtigen Auswärtsspiel in Seligenporten ausfallen wird, da er auch für die Deutsche Futsal-Natsionalmannschaft aktiv ist. Bitter für die Rosenheimer – gerade in solch entscheidenden Spielen – immer wieder auf den Mann mit dem Torriecher verzichten zu müssen. Daher waren heute Sascha Marinkovic und Korbinian Linner in vorderster Linie für die Gastgeber aktiv.

Da die Illertissener ihre Sache defensiv aber genauso aufmerksam verrichteten, wie die Rosenheimer, ergaben sich für die Offensivkräfte der Sechziger nur äußerst wenige konkrete Möglichkeiten – recht viel mehr als ein paar Ecken und Standardsituationen war da nicht.

Erste gute Gelegenheiten für den FVI

Dafür kamen die eigentlich passiven Gäste unverhofft zu einer richtig guten Möglichkeit: Nach einem Chip aus dem Zentrum nach halblinks in den Sechzehner der Hausherren, leitete ein FVI-Angreifer das Leder direkt aus der Drehung aufs Tor weiter – doch Sechzigs Rückhalt Dominik Süßmaier war zur Stelle und lenkte den Ball mit einer Glanztat zur Ecke (28.)!

Nur eine Minute später Freistoß für Illertissen aus 25 Metern von halbrechtes: Der Schlenzer von Maximilian Löw flog Richtung rechtes Kreuzeck, doch wieder war Süßmaier da – und fischte den Ball diesmal sogar sicher herunter (29.).

1860 Rosenheim - Illertissen

In der 38. Minute prüfte dann auf der Gegenseite einmal Linor Shabani, der sich ein Herz fasste, mit einem Aufsetzer aus ebenfalls 25 Metern zentraler Position Gästekeeper Janik Schilder – der konnte nur prallen lassen. Ein guter Schussversuch.

Ohne Treffer ging es also nach einer – zumindest vor den Toren – weitestgehend ereignislosen ersten Halbzeit in die Kabinen. Überzeugen konnten hauptsächlich die Abwehrreihen, die nichts zuließen. Ein intensives Spiel, wenn auch kein spektakuläres.

Schockmoment zu Beginn von Halbzeit Zwei

Zumindest Letzteres änderte sich gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs. Und zwar wegen eines kurzen Schockmoments nach einem feinen Pass der Gäste durch die Gasse: Süßmaier war weit herausgelaufen und verhinderte so, dass Illertissens Stürmer alleine aufs den Kasten zulaufen konnte, seine Fußabwehr geriet aber so unglücklich, dass der Ball direkt vor die Füße von FVI-Akteur Michael Geldhauser sprang. Der nahm das Leder sofort aus 35 Metern volley – und der Ball, der auf den verlassenen Kasten gezirkelt war, sprang im Fünfmeterraum auf und danach Zentimeter über die Latte (49.)!

Da die Rosenheimer sich weiter schwer taten, sich offensiv schlagkräftig durchzusetzen, waren es auch danach – wenn es überhaupt zu Torchancen kam – erneut die Gäste, welche sich in dieser Hinsicht bemerkbar machten:

In der 65. Spielminute zog Illertissens Kapitän Lukas Kling aus 30 Metern einfach mal ab – und zimmerte das Leder krachend an den Querbalken! Süßmaier im Kasten wäre bei diesem Hammer ohne jede Chance gewesen.

Erst rettet noch die Latte für Rosenheim - dann schlägt Illertissen zu

Nur eine Zeigerumdrehung später war er das dann auch: Ganz feiner Steckpass der nun etwas aufmüpfigeren Gäste, die eine Lücke im nun nicht mehr wirklich gut sortierten Rosenheimer Defensivverbund fanden, auf Moritz Nebel. Der stand alleine vor dem Kasten und schloss sofort ab – Süßmaier war noch dran, konnte das Leder aber nicht mehr entscheidend ablenken. 0:1 für den FVI, der hier bisher zwar alles andere als geglänzt, allerdings die klareren Möglichkeiten gehabt hatte.

Von diesem Treffer erholten sich die Rosenheimer auch nicht mehr recht. Nach Wechseln von Philipp Maier für Linner, Josip Tomic für Sebastian Weber und Markus Wallner für Shabani stimmte irgendwie auch die Statik des Teams der Gastgeber, die in dieser ungewohnten Formation so nicht zusammengespielt hatten, nicht mehr wirklich.

Schlechte zweite Hälfte der Sechziger

Die Sechziger fanden einfach nicht mehr zu ihrer Linie. Zu mehr als einigen wenigen Halbchancen reichte das nicht. Hinzu kamen, je länger das Spiel dauerte, sich häufende Unkonzentriertheiten und leichte Abspielfehler. Gepaart damit, dass die Hausherren auch das Tempo immer mehr schleifen ließen und von Minute zu Minute schlechter im Match waren, machte dies es den Gästen aus Illertissen leicht, hier - ohne irgendetwas Besonderes zu zeigen – routiniert ihr Spiel runter zu spielen. Ohne eine weitere Torchance in dieser mittlerweile reichlich zerfahrenen Partie herauszuspielen, reichte ihnen das.

Gerettet hätte die Rosenheimer fast ein Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Florian Badstübner in letzter Minute: Nach einem Foulspiel am aufgerückten 1860-Kapitän Matthias Heiß im Strafraum, zeigte der Referee auf den Punkt. Aus heiterem Himmel die Riesenchance für Sechziger hier doch noch zum Ausgleich zu kommen und zumindest noch ein Unentschieden zu erreichen. Die Ausführung des fälligen Strafstoßes übernahm Marinkovic.

Marinkovic vergibt Elfmeter in letzter Minute!

Der Goalgetter der Rosenheimer lief an, versuchte jedoch den in der Halbzeitpause eingewechselten Gästetorwart Kim Anders mit einem locker in die linke Ecke gechipten Kunstschuss zu düpieren – und scheiterte dabei kläglich am Keeper, der die richtige Ecke geahnt hatte (89.)! Es lief einfach nichts zusammen bei den Gastgebern in dieser zweiten Halbzeit.

Auch der Schiedsrichter hatte dann genug gesehen, verzichtete auf eine große Nachspielzeit und so stand am Ende eine, ob der dürftigen Leistung der Rosenheimer im zweiten Durchgang sogar verdiente, Heimniederlage. Äußerst bitter – vor allem angesichts der Resultate auf den anderen Plätzen: Illertissen hat die Sechziger durch den Auswärtssieg im direkten Duell überholt und hinter sich gelassen, Burghausen und Buchbach gewinnen ebenfalls beide auswärts, Seligenporten punktet bei der Zweitvertretung der Münchner Löwen – es wird eng im Tabellenkeller. Und der Vorsprung der Rosenheimer auf die Abstiegs-Relegationsplätze ist auf zwei Punkte geschrumpft.

Es wird enger im Keller - Rosenheims Vorsprung schmilzt

Nächste Woche geht es zu einem der Teams, die derzeit auf diesen ungeliebten Rängen liegen. Das Spiel beim wiedererstarkten SV Seligenporten wird ein echtes direktes Klassenerhalts-Duell. Und mit Sicherheit eine ganz harte Nummer – zumal nicht nur Majdancevic fehlen wird, sondern auch die Kreativkräfte Shabani und Marinkovic, die sich ihre fünfte gelbe Karte abholten und damit gesperrt sind. Es wird eine gehörige Aufgabe für 1860-Coach Klaus Seidel werden, aus dem reduzierten Aufgebot die richtigen Kicker für diese schwere Partie auszuwählen.

Quelle: rosenheim24.de

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